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Häfen, Autobahnen, Kanäle - die Liste von Infrastruturinvestitionen ist lang. Kein Wunder, dass immer mehr spezielle Aktienfonds zu dem Thema auf dem Markt kommen. Eins der neusten Produkte lancierte die Fondstochter der Deutschen Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) , die kürzlich den DWS Global Infrastructure aufgelegte, der in Verkehr, Wasser- und Energieversorgung sowie Kommunikation investiert. Anleger können aber schon länger mit dem DWS Zukunftsinvestitionen ein Produkt kaufen, das ebenfalls auf Infrastrukturwerte setzt.
"Dem Ausbau der Infrastruktur kommt eine Schlüsselrolle für eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung zu - insbesondere in Schwellenländern", heißt es bei der DWS.Beim Thema Infrastruktur geht es um viel Geld. So muss Russland mittelfristig mehr als 200 Mrd. $ investieren, für Indien wird der Bedarf auf fast 500 Mrd. $ geschätzt und bei China sogar auf 1000 Mrd. $. Wie stark die Kombination von Emerging Markets und Infrastruktur beim Anleger zieht, zeigt der Erfolg des Invesco Asia Infrastructure. Im vergangenen Jahr haben deutsche Anleger rund 500 Mio. Euro in den Fonds investiert. Fondsmanagerin Maggie Lee ist überwiegend in Australien, China, Hongkong, Indien und Südkorea engagiert. Hohe Gewichtung in Schwellenländern Zur Begründung sagt sie: "Der Fonds hält weiterhin eine hohe Gewichtung in China und Indien, um von der Dynamik der Infrastrukturausgaben in diesen beiden Ländern zu profitieren." Zu den größten Positionen zählen der Mobilfunkanbieter China Mobile und der indische Energieausrüster Bharat Heavy Electricals. Mit den im Infrastruktursektor tätigen Firmen erzielte der Fonds 2007 eine gute Performance, doch in den vergangenen Monaten konnte sich Lee dem breiten Markt nicht entziehen - der Fonds verlor kräftig. Der Absatzerfolg bei Invesco hat Nachahmer auf den Plan gerufen: So brachte die Erste Sparinvest Mitte 2007 mit dem Espa Stock Asia Infrastructure ein ähnliches Produkt auf den Markt. Der UBS Emerging Markets Infrastructure wiederum fasst das Thema für alle Schwellenländer weltweit zusammen. Und Ende April legte Crédit Agricole (Paris: FR0000045072 - Nachrichten) mit dem CAAM India Infrastructure einen ersten Länderfonds auf. "Der Infrastrukturausbau wird die künftige Entwicklung Indiens maßgeblich prägen und massive Effizienzgewinne für die Wirtschaft ermöglichen", sagt Ray Jovanovich, Asien-Investmentchef von Crédit Agricole. Infrastrukturfonds zunehmend attraktiv Nicht nur in den Schwellenländern, sondern auch in den entwickelten Staaten sind massive Infrastrukturmaßnahmen vonnöten. Experten schätzen, dass etwa die USA bis zum Jahr 2025 mehr als 250 Mrd. $ vor allem für Straßenbau sowie Energie- und Wasserversorgung aufbringen müssen. Auch in Europa verlangen länderübergreifende Energie- und Transportwege nach Kapital. Angesichts dieser Zahlen verwundert es nicht, dass Infrastruktur sich in der Fondsbranche fast zu einer Modewelle entwickelt hat. In den vergangenen zwei Jahren sind mehr als ein Dutzend Fonds auf den Markt gekommen. Führend sind Schweizer Banken wie Clariden Leu, Credit Suisse und Julius Bär, die den Bereich global abdecken. Als kleinere Anbieter engagieren sich etwa Partners Group (London: PGGO.L - Nachrichten) sowie Berlin Atlantic Capital (BAC). Aber auch Freunde passiver Investments werden etwa mit dem iShares Macquarie Global Infrastructure bedient; EasyETF bietet zudem einen europäischen, börsengehandelten Indexfonds. Für Branchenkenner Volker Schilling sind die vielen neuen Fonds alter Wein in neuen Schläuchen. "Fakt ist, dass das Thema Infrastruktur keine Finanzinnovation darstellt. Es gibt seit Jahren bereits Produkte", schreibt der Experte im Fachblatt "Der Fonds-Analyst". Als Beispiel für Vorreiter nennt Schilling den Fidelity Industrial, der auf Industriewerte setzt und damit eine große Überschneidung zum Infrastruktursegment bietet.
Während die bestehenden Investmentfonds sich als Branchenprodukte auf börsengehandelte Aktien konzentrieren, sieht das neu gefasste Investmentgesetz sogenannte Infrastruktur-Sondervermögen vor. Vergleichbar sind diese mit offenen Immobilienfonds, die ebenfalls direkt in wenig liquide Großobjekte investieren und über einen höheren Barbestand die Verfügbarkeit der Anteile sicherstellen. Hintergrund der Infrastruktur-Sondervermögen ist die Förderung von Public-Private Partnership (PPP). Einerseits sollen so Investitionen finanziert werden, die der Staat nicht mehr allein tragen kann - andererseits könnten auch Privatanleger auf diesem Weg Zugang zu einem neuen Anlagemarkt erhalten. Infrastruktur-Sondervermögen zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich an PPP-Projektgesellschaften wie etwa Schulen oder Straßen beteiligen. Allerdings hat sich noch kein Anbieter an den Markt gewagt. Denn weil Anteile an Flughäfen und Gasleitungen noch weniger liquide sind als Gewerbeimmobilien, lässt das Gesetz lange Rückgabefristen und eine monatliche Preisfeststellung zu. So oder so - falls die neue Art von Infrastrukturfonds eines Tags kommt, wäre sie für Privatanleger ein ganz neuer Weg (WEGE3.SA - Nachrichten) , sich an der Wirtschaft zu beteiligen.
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