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Osnabrück (ddp-nrd) Die 1540 gekündigten Mitarbeiter des
insolventen Osnabrücker Automobilbauers Karmann können auf
Weiterbeschäftigung in anderen Unternehmen hoffen. Der
Gläubigerausschuss beschloss am späten Dienstagabend nach
wochenlangem Ringen die Gründung einer Qualifizierungsgesellschaft
zum 1. Juli, die bei der Vermittlung der «Karmänner» in andere
Betriebe helfen soll, wie ein Sprecher der IG Metall am Mittwoch
mitteilte.
Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) zeigte sich erleichtert
Die Transfergesellschaft schaffe «Planungssicherheit» für die
nächsten Monate und verbessere die Chancen bei der Investorensuche.
Laut IG Metall gelang es dem Insolvenzverwalter in «letzter
Minute», die notwendige Finanzierung in Höhe von 15,5 Millionen Euro
sicherzustellen Die Finanzierungsgesellschaft hat eine
Mindestlaufzeit von sechs Monaten je Arbeitnehmer. Während dieser
Zeit erhalten die Mitarbeiter eine Vergütung in Höhe von 60 bis 67
Prozent ihres letzten Nettoeinkommens in Form von
Transferkurzarbeitergeld.
Am Montag war für Karmann beim Amtsgericht Osnabrück das
Insolvenzverfahren eröffnet worden Ziel ist die Fortführung des
Geschäftsbetriebs und der Erhalt möglichst vieler Arbeitsplätze.
Bislang ist aber noch kein neuer Investor gefunden.
«Es liegt weiter in den Händen der deutschen Automobilindustrie,
ein leistungsstarkes Zulieferunternehmen zu erhalten, das in Jahren
dringend gebraucht wird», sagte Wulff Er werde sich weiter aktiv für
die Zukunft von Karmann einsetzen. Es gebe kein anderes
niedersächsisches Unternehmen, das so stark unterstützt worden sei
wie Karmann. Wulff ist in Osnabrück geboren und hat dort seinen
Wahlkreis.
Bei dem Traditionsunternehmen Karmann wurden seit 1949 mehr als
3,3 Millionen Fahrzeuge gefertigt Gebaut wurden vor allem Cabrios
für Mercedes-Benz, Volkswagen, Audi und Ford. Am 22. Juni war bei
Karmann mit einem Mercedes-Benz CLK 200 das letzte Fahrzeug vom Band
gefahren.
(ddp)
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