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«Mutmacher der Nation»
Mittwoch 1. Juli 2009, 14:06 Uhr

 

Berlin (ddp) Der deutsche Einzelhandel zeigt sich von der Wirtschaftskrise relativ unbeeindruckt. Zwar müsse die Branche auch in diesem Jahr Einbußen beim Umsatz hinnehmen, der private Konsum zeige sich bislang aber «recht robust» und das Konsumklima sei «verhalten freundlich», sagte der Präsident des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE), Josef Sanktjohanser, am Mittwoch in Berlin. Mit niedrigen Preisen leisteten die Händler einen Beitrag dazu, die Stimmung hochzuhalten. Damit seien sie «im Moment die Mutmacher der Nation».

Die verbraucherfreundliche Preisentwicklung schone die Kaufkraft der Deutschen und trage
dazu bei, dass der Konsum nicht abflaut, sagte Sanktjohanser Wegen der absehbaren Zunahme der Arbeitslosigkeit trübten sich die Geschäftserwartungen der Einzelhandelsunternehmen allerdings zunehmend ein.

Für das erste Halbjahr 2009 geht der HDE von einem «vergleichsweise moderaten» Umsatzrückgang von nominal zwei Prozent aus Die Umsatzentwicklung sei damit hinter den Erwartungen zurückgeblieben, sagte Sanktjohanser. Dazu habe auch die Abwrackprämie beigetragen, die das Geld der Verbraucher einseitig staatlich umgelenkt habe.

Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr korrigierte der Verband nach unten Nominal werde jetzt mit einem Minus von 2,0 Prozent gerechnet. Darin eingerechnet seien die im Vergleich zu 2008 fehlenden zwei Verkaufstage, die mit etwa 0,7 Prozent zu Buche schlügen. Angesichts einer Null-Inflation dürfte der reale Umsatzrückgang ebenso hoch ausfallen. Noch im März hatte der HDE eine Verringerung in einem Korridor von null bis minus ein Prozent vorausgesagt.

«Mit einem zweiprozentigen Minus würden wir uns immer noch im Rahmen der seit Jahren üblichen Schwankungen bei den Einzelhandelsumsätzen bewegen, wenn auch am unteren Ende», sagte Sanktjohanser Im Vergleich zu anderen Branchen sei dies nicht dramatisch.

Mit Blick auf 2010 äußerte sich der HDE-Chef zurückhaltend Für einen Ausblick sei es zu früh. Der absehbare Anstieg der Arbeitslosigkeit werde aber sicherlich dafür sorgen, «dass es im Vergleich zu 2009 kein leichtes Jahr für den Einzelhandel sein wird».

Das Statistische Bundesamt hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass der deutsche Einzelhandelsumsatz im Mai auf Jahressicht nominal um 3,2 Prozent und real um 2,9 Prozent zurückgegangen sei Der Mai 2009 habe allerdings einen Verkaufstag weniger als der Vorjahresmonat gehabt. Im Vergleich zum Vormonat sei der Umsatz unter Berücksichtigung von Saison- und Kalendereffekten, nominal um 0,5 Prozent und real um 0,4 Prozent gestiegen. Von Januar bis Mai seien nominal 2,4 Prozent und real 2,3 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum umgesetzt worden. Der HDE gab für die ersten fünf Monate einen Rückgang von 2,2 beziehungsweise 2,8 Prozent an.

(ddp)

 

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