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Berlin (ddp) Der deutsche Einzelhandel zeigt sich von der
Wirtschaftskrise relativ unbeeindruckt. Zwar müsse die Branche auch
in diesem Jahr Einbußen beim Umsatz hinnehmen, der private Konsum
zeige sich bislang aber «recht robust» und das Konsumklima sei
«verhalten freundlich», sagte der Präsident des Hauptverbandes des
Deutschen Einzelhandels (HDE), Josef Sanktjohanser, am Mittwoch in
Berlin. Mit niedrigen Preisen leisteten die Händler einen Beitrag
dazu, die Stimmung hochzuhalten. Damit seien sie «im Moment die
Mutmacher der Nation».
Die verbraucherfreundliche Preisentwicklung schone die Kaufkraft
der Deutschen und trage
dazu bei, dass der Konsum nicht abflaut,
sagte Sanktjohanser Wegen der absehbaren Zunahme der
Arbeitslosigkeit trübten sich die Geschäftserwartungen der
Einzelhandelsunternehmen allerdings zunehmend ein.
Für das erste Halbjahr 2009 geht der HDE von einem
«vergleichsweise moderaten» Umsatzrückgang von nominal zwei Prozent
aus Die Umsatzentwicklung sei damit hinter den Erwartungen
zurückgeblieben, sagte Sanktjohanser. Dazu habe auch die
Abwrackprämie beigetragen, die das Geld der Verbraucher einseitig
staatlich umgelenkt habe.
Die Umsatzprognose für das Gesamtjahr korrigierte der Verband nach
unten Nominal werde jetzt mit einem Minus von 2,0 Prozent gerechnet.
Darin eingerechnet seien die im Vergleich zu 2008 fehlenden zwei
Verkaufstage, die mit etwa 0,7 Prozent zu Buche schlügen. Angesichts
einer Null-Inflation dürfte der reale Umsatzrückgang ebenso hoch
ausfallen. Noch im März hatte der HDE eine Verringerung in einem
Korridor von null bis minus ein Prozent vorausgesagt.
«Mit einem zweiprozentigen Minus würden wir uns immer noch im
Rahmen der seit Jahren üblichen Schwankungen bei den
Einzelhandelsumsätzen bewegen, wenn auch am unteren Ende», sagte
Sanktjohanser Im Vergleich zu anderen Branchen sei dies nicht
dramatisch.
Mit Blick auf 2010 äußerte sich der HDE-Chef zurückhaltend Für
einen Ausblick sei es zu früh. Der absehbare Anstieg der
Arbeitslosigkeit werde aber sicherlich dafür sorgen, «dass es im
Vergleich zu 2009 kein leichtes Jahr für den Einzelhandel sein wird».
Das Statistische Bundesamt hatte am Mittwoch mitgeteilt, dass der
deutsche Einzelhandelsumsatz im Mai auf Jahressicht nominal um 3,2
Prozent und real um 2,9 Prozent zurückgegangen sei Der Mai 2009 habe
allerdings einen Verkaufstag weniger als der Vorjahresmonat gehabt.
Im Vergleich zum Vormonat sei der Umsatz unter Berücksichtigung von
Saison- und Kalendereffekten, nominal um 0,5 Prozent und real um 0,4
Prozent gestiegen. Von Januar bis Mai seien nominal 2,4 Prozent und
real 2,3 Prozent weniger als im vergleichbaren Vorjahreszeitraum
umgesetzt worden. Der HDE gab für die ersten fünf Monate einen
Rückgang von 2,2 beziehungsweise 2,8 Prozent an.
(ddp)
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