|
FRANKFURT (dpa-AFX) - Der deutsche Aktienindex DAX hat am Mittwoch zugelegt und bis zur Mittagszeit seine Vortagesverluste nahezu wettgemacht. Er stieg im umsatzschwachen Handel um 1,47 Prozent auf 4.879,13 Punkte, nachdem er am Dienstag rund 1,6 Prozent eingebüßt hatte. Der MDAX der mittelgroßen Werte legte um 1,90 Prozent auf 5.863,59 Zähler zu. Der TecDAX rückte um 1,15 Prozent auf 634,11 Punkte vor.
Bevor zudem am Nachmittag auch die Autohersteller ihre monatlichen US-Absatzzahlen bekannt geben, standen mehrere Werte aus anderen Branchen im Blick. So profitierten die Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten)
-Titel an der DAX (Xetra: Nachrichten) -Spitze mit plus 14,90 Prozent auf 5,090 Euro unter anderem davon, dass sich der Bund laut "Handelsblatt" (Mittwoch) auch auf Bitten des Großaktionäres Generali <G.AFF> nicht in die Geschäftspolitik der Bank einmischen will. Einen entsprechenden Hilferuf der Italiener habe das Finanzministerium bereits schriftlich abgelehnt, hieß es. Zudem habe die Aktie Nachholbedarf, meinte ein Händler, da sie seit Jahresbeginn rund 30 Prozent verloren hat.Die Aktien von ThyssenKrupp (Xetra: 750000 - Nachrichten) gewannen 3,00 Prozent auf 18,22 Euro. Der Stahl- und Industriegüterkonzern hat erstmals seit Herbst 2008 seine Stahlpreise wieder angehoben. Wie Unternehmenschef Ekkehard Schulz zudem zu Journalisten sagte, habe sich die Auslastung der Werke wieder verbessert. Zugleich kündigte er eine Lösung für das Krisenprojekt des Konzerns in Brasilien an. Der Rohstoffkonzern Vale wolle seine Beteiligung an dem gemeinsamen Stahlwerk von 10 auf 30 Prozent erhöhen. E.ON legten leicht unterdurchschnittliche 1,15 Prozent auf 25,51 Euro zu. Positiven Aussagen des E.ON-Vorstandschefs Wulf Bernotat zur Geschäftsentwicklung standen einem "Handelsblatt"-Bericht über ein mögliches Bußgeld in Höhe von bis zu einer halben Milliarde Euro wegen Preisabsprachen entgegen. Der Industriegase-Spezialist Linde hat eine neue, zweijährige revolvierende Kreditlinie über 1,6 Milliarden Euro vereinbart und sich damit eigenen Angaben zufolge eine "solide allgemeine Liquiditätsreserve" bei Banken gesichert. Zudem werde dadurch die "Finanzierungsflexibilität weiter bis 2013" erhöht, hieß es zur Begründung. Die Aktie stieg um 2,20 Prozent auf 59,61 Euro.
Für insgesamt 12 Millionen Euro konnte der Düsseldorfer Glasproduzent Gerresheimer seine Sparte für technische Kunststoffe verkaufen. "Eine gute Neuigkeit", wertete equinet-Analyst Edouard Aubery die Nachricht. Gerresheimer (Xetra: A0LD6E - Nachrichten) setze damit die Fokussierung auf die Kernbereiche Pharma & Life-Science fort. Die Anleger sahen dies ebenso: Die Aktie gewann 1,83 Prozent auf 16,10 Euro. Celesio (Xetra: CLS100 - Nachrichten) legten um 6,85 Prozent auf 17,47 Euro zu. Der Pharmagroßhändler steigt in den schwedischen Apothekenmarkt ein. Am heutigen 1. Juli werde das Apotheken-Monopol in Schweden aufgehoben und die ersten Celesio-Apotheken würden eröffnet, sobald die Zustimmung der schwedischen Pharma-Regulierungsbehörde erfolgt sei, teilte das Unternehmen mit. Celesio werde im schwedischen Apothekenmarkt mit einer völlig neuen Apothekenkette auftreten und keine der staatlichen Apotheken kaufen, die derzeit privatisiert würden. Ein Analyst bezeichnete den Einstieg als leicht positiv. Ihn nicht durch Käufe bestehender Apotheken anzugehen, sondern dem Aufbau eines eigenen Netzes zu gehen, sei ein "cleverer Schritt". Premiere reagierten mit plus 3,47 Prozent auf 2,98 Euro positiv auf eine Kurszielanhebung durch JPMorgan. Analyst Mark O'Donnell hob das Ziel um knapp 42 Prozent von 3,10 auf 4,40 Euro an und bestätigte seine Einstufung mit "Overweight". Trotz des harten Wettbewerbs sei das Unternehmen auf dem besten Wege zu einer Trendwende, schrieb er. Die Anteilsscheine von Wincor Nixdorf (Xetra: A0CAYB - Nachrichten) litten indes mit minus 2,96 Prozent auf 38,70 Euro unter "leicht negativ" eingestufen Aussagen von Vorstandschef Eckard Heidloff. In einem Interview mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX hatte Heidloff gesagt, dass er sich im zweiten Halbjahr unverändert auf ein "sehr schwieriges Geschäft" einstelle. Er sei pessimistischer geworden, auch über das laufende Geschäftsjahr hinaus./ck/gl --- Von Claudia Kahlmeier, dpa-AFX ---
|
|
|