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FRANKFURT (dpa-AFX) - Gut acht Monate nach der Lehman-Pleite könnte das Thema "Sicherheit" wieder langsam aus dem Blick der Zertifikate-Anleger geraten. "Die Ausfallprämien am Zertifikatemarkt sinken bereits", sagte Tobias Schmidt, Vorstand bei der Feri EuroRating Services AG der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Mittwoch. Diese so genannten "Credit Default Spreads" (CDS) werden am Markt verlangt, um sich gegen einen Ausfall von Schuldverschreibungen eines Emittenten abzusichern. Die Prämien können noch zeitnäher und genauer als manche Ratings Aufschlüsse über die Zahlungsfähigkeit eines Anbieters geben. Grundsätzlich gilt: Eine niedrige
Prämie spricht für eine hohe Bonität und umgekehrt.
Die Absicherung erfolgt durch einen kleinen Trick: Die Anbieter hinterlegen für bestimmte Garantiezertifikate bei einem Treuhänder Sicherheiten wie zum Beispiel qualitativ hochwertige Anleihen, die auch die Europäische Zentralbank akzeptieren würde. Im Falle einer Insolvenz veräußert der Treuhänder diese Wertpapiere zu Gunsten der Anleger. Derzeit sind zum Beispiel Morgan Stanley, die Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) oder die Deutsche Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) mit garantierten Zertifikaten auf dem Markt. TRANSPARENZ, NICHT EINFACHHEIT IST GEFRAGT Den aktuell feststellbaren Trend zu einfacheren Produktstrukturen sieht Schmidt eher als temporäres Phänomen. "Auch einfache Zertifikatestrukturen sind für Privatanleger im Detail nur schwer nachvollziehbar", meinte Schmidt. Um die Anleger für dieses Produktsegment wieder zu gewinnen, sind aus seiner Sicht nicht unbedingt einfache, sondern vor allem passende Produkte gefragt. Dabei komme es in besonderem Maße auf Transparenz an, also wie sich das Produkt in welchem Marktumfeld verhält. Hier habe die Branche bislang zu wenig Aufklärungsarbeit geleistet. Der Zertifikatemarkt, insbesondere aber das traditionelle Segment Garantiezertifikate, war nach dem Konkurs des Anbieters Lehman Brothers im September 2008 in die Kritik geraten. Allzu deutlich wurde den Anlegern vor Augen geführt, dass auch diese Papiere einen Totalausfall erleiden können, wenn der Emittent nicht mehr zahlungsfähig ist. Denn im Gegensatz zu Fonds-Anlagen sind Zertifikate Schuldverschreibungen, genießen also nicht den Status eines Sondervermögens. Die Auflegung der oben genannten garantierten Zertifikate war insofern auch eine Reaktion der Branche auf die Kritik an den herkömmlichen Garantiezertifikaten. UMFRAGE: GUTES ABSATZPOTENZIAL FÜR DISCOUNTZERTIFIKATE Unter den wichtigsten Zertifikatetypen werden im aktuellen Marktumfeld dennoch vermehrt Garantieprodukte nachgefragt. Offensichtlich trauen viele Anleger Schmidt zufolge dem Aufschwung an den Aktienmärkten nicht so recht und warten, bis sich die Stimmung deutlicher aufhellt. Einer aktuellen Feri-Umfrage zufolge bescheinigen denn auch die Emittenten diesen Zertifikaten für das Gesamtjahr 2009 ein "sehr gutes Absatzpotenzial". An der Befragung nahmen 23 von 31 angeschriebene, in Deutschland tätige Emittenten teil. Discountzertifikaten wird ebenfalls ein "gutes Absatzpotenzial" zugebilligt. Diese bieten nur einen gewissen Risikopuffer gegen Kursverluste, weisen dafür aber oft höhere Gewinnchancen aus als Garantiezertifikate. Die Feri EuroRating Services AG hatte ihr Zertfikaterating im März 2009 gestartet und ist damit nunmehr der vierte Anbieter im Markt. Die Einführung des Ratings war bereits für Ende 2008 geplant. "Wegen des relativ schlechten Zustandes der Rohdaten hatten wir uns für eine Verschiebung der Premiere entschieden", sagte Schmidt. Mit der Lehman-Pleite stehe der Aufschub nicht in Verbindung. "Von unseren Nutzern haben wir bis jetzt recht gute Rückmeldungen erhalten", zog der Experte eine erste Bilanz. Aktuell stehen über 55.000 Zertifikate auf der Beobachtungsliste./la/gl/zb
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