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EZB lässt Zinsen unverändert Zweite Zusammenfassung (mehr Einzelheiten aus Pressekonferenz) von

Frankfurt/Luxemburg (AP) Die Europäische Zentralban
Donnerstag 2. Juli 2009, 16:13 Uhr

 

Frankfurt/Luxemburg (AP) Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzins im Euro-Raum erwartungsgemäß unverändert bei 1,0 Prozent belassen. Das teilten die Währungshüter am Donnerstag im Anschluss an eine turnusmäßige Ratssitzung mit, die dieses Mal in Luxemburg stattfand. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet erklärte, der Zins sei nach den verfügbaren Daten weiterhin angemessen. Zudem dürften die Stützungsmaßnahmen der Zentralbank nun «nach und nach in vollem Umfang auf die Wirtschaft durchschlagen».

Trichet betonte, der Zentralbankrat habe nicht beschlossen, dass 1 Prozent bereits das niedrigste jemals vorstellbare Zinsniveau
zur Stützung der Konjunktur sei. «Wir werden die Lage weiterhin sehr, sehr genau verfolgen», sagte der EZB-Präsident. Die Zentralbank habe aber unlängst den Banken mit 442 Milliarden Euro für eine Laufzeit von zwölf Monaten zu einem Zins von 1 Prozent die größte Liquiditätsspritze aller Zeiten verpasst. Diese Maßnahme wirke erst mit Verzögerung, ebenso wie der Aufkauf von besicherten Schuldverschreibungen wie zum Beispiel Pfandbriefen im Wert von 60 Milliarden Euro, der in den nächsten Tagen beginnen soll.

Die Zentralbank reagiere mit der Erhöhung der Liquidität auf die Entwicklung des Kreditmarktes, unterstrich Trichet. Es gebe weiter einen Rückgang bei kurzfristigen Krediten, während die Vergabe von Krediten mit längerer Laufzeit leicht positiv bleibe. Die Leitzinssenkungen jedoch hätten sich günstig auf das Zinsniveau für Firmen und Privatleute ausgewirkt. Trichet mahnte die Banken, angesichts der bevorstehenden Herausforderungen gegebenenfalls die staatlichen Stützungsmaßnahmen voll auszuschöpfen.

Erholung ab Mitte 2010 erwartet

Trichet erklärte, die Konjunktur dürfte im weiteren Verlauf des Jahres schwach bleiben, aber weniger stark zurückgehen als im ersten Quartal. Ab Mitte 2010 sei mit einer allmählichen Erholung mit positiven vierteljährlichen Zuwachsraten zu rechnen.

Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) begrüßte die Entscheidung der EZB. «Der geldpolitische Kurs der EZB ist expansiv genug, einer zusätzlichen Lockerung der Geldpolitik bedarf es derzeit nicht», betonte Vorstandsmitglied Andreas Martin.

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