Die US-Börsen haben am Donnerstag deutliche Verluste erlitten. Schlechte Nachrichten vom Arbeitsmarkt versetzten den Konjunkturhoffnungen der Anleger einen Dämpfer. Alle großen Indizes brechen mehr als zwei Prozent. Bei niedrigen Umsätzen verharrten die Indizes im Verlaufe des Nachmittagshandels bei rund Minus zwei Prozent.
HB NEW YORK. Die drei großen Indizes brachen um jeweils mehr als zwei Prozent ein. Die unerwartet drastische Verschärfung der Lage am amerikanischen Arbeitsmarkt drückte so sehr auf die Stimmung an der Wall Street, dass auch der verbesserte Auftragseingang in der US-Industrie keine Erleichterung bringen konnte. Im Sog des billigeren Rohöls gerieten Energiewerte wie Exxon unter Druck. Die Anleger trennten sich aber auch von der Hotelkette Marriott und dem Bekleidungskonzern Gap. Der Dow-Jones-Index verlor bis zum New Yorker Nachmittagshandel 2,1 Prozent auf 8329 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gab 2,3 Prozent auf 902 Zähler
nach. Auch der Nasdaq (NASDAQ: Nachrichten) -Composite-Index sank um 2,3 Prozent und zwar auf 1803 Stellen. In Frankfurt gab der Dax (Xetra: Nachrichten) noch deutlicher nach, nämlich 3,8 Prozent auf 4718 Punkte. Der Grund war auch hier die Verschärfung der Krise am US-Arbeitsmarkt. Im Juni fielen in den USA 467 000 Arbeitsplätze weg und damit 100 000 mehr als von Analysten erwartet. Die Arbeitslosenquote stieg auf 9,5 von 9,4 Prozent - den höchsten Stand seit August 1983. "Der Arbeitsmarkt steht im Mittelpunkt", sagte Kevin Caron von Stifel Nicolaus & Co. "Und die Tatsache, dass die Zahlen unerwartet schlecht ausfallen, ist Grund genug für einen Ausverkauf." Hinter dem Anstieg des S&P der vergangenen Monate stünden schließlich Optimisten, die einen steilen Erholungskurs vorhersagten. Diese Prognose sei jetzt aber kaum noch zu rechtfertigen. In diesem Pessimismus beachteten die Anleger kaum, dass die US-Industrie im Mai ein unerwartet großes Auftragsplus von 1,2 Prozent verbuchte - der stärkste Anstieg seit Juni 2008. Besonders unter Druck gerieten am Donnerstag Energiewerte wie Exxon Mobil (NYSE: XOM - Nachrichten) und Chevron (NYSE: CVX - Nachrichten) , denen der Preisverfall beim Ölpreis zusetzte. Exxon büßte 2,5 Prozent, Chevron 2,3 Prozent ein. Das Barrel Rohöl verbilligte sich nicht zuletzt angesichts des stärkeren Dollars um gut drei Prozent und kostete weniger als 67 Dollar. Auch von Aktien des Aluminiumproduzenten Alcoa trennten sich die Anleger; der Kurs gab 3,5 Prozent nach auf 9,99 Dollar. Papiere von Marriott International verloren 3,9 Prozent auf 20,36 Dollar, Gap-Anteilsscheine büßten 4,6 Prozent auf 15,30 Dollar ein. Zu den Verlierern gehörten auch die Aktien des Pharmakonzerns Johnson & Johnson. J&J investiert eine Milliarde Dollar in neue Aktien des irischen Biotechunternehmens Elan und erhält im Gegenzug 18,4 Prozent an Elan (Dublin: DRX.IR - Nachrichten) . J&J-Aktien gaben 1,6 Prozent nach, während Elan-Titel in Dublin mehr als 24 Prozent in die Höhe schossen. In New York mussten auch die Versorger NRG Energy und Exelon Kursverluste hinnehmen. Der US-Atomstromproduzent Exelon hat sein feindliches Übernahmeangebot für den Konkurrenten NRG um mehr als zwölf Prozent auf 7,45 Mrd. Dollar aufgestockt. NRG-Aktien gaben 5,1 Prozent nach, Exelon (NYSE: EXC - Nachrichten) -Titel fielen gut vier Prozent. Vor dem verlängerten Wochenende zum amerikanischen Unabhängigkeitstag blieb der Handel dünn, weil sich viele Händler schon in den Urlaub verabschiedet hatten.
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