|

dpa
Isländer müssen für Banken-Kollaps bluten
Donnerstag 2. Juli 2009, 14:13 Uhr

 

Isländer müssen für Banken-Kollaps bluten
Bild vergrößern

Reykjavik (dpa) - Knapp neun Monate nach dem Kollaps des isländischen Finanzsektors bekommen die 320 000 Bürger jetzt die Rechnung für die gigantischen Fehlspekulationen von Bankmanagern präsentiert.

Sie sollen nach der Verabschiedung eines «Stabilitäts-Paketes» im Parlament in Reykjavik mit deutlich höheren Steuern, ebenso deutlich verminderten Sozialleistungen des Staates und weniger Geld für Krankenhäuser und Schulen dazu beitragen, das Minus im Staatshaushalt auf zehn Prozent des Bruttonationalproduktes zu beschränken.

Nach dem von der sozialdemokratischen Ministerpräsidentin
Jóhanna Sigurdardóttir und dem rotgrünen Finanzminister Steingrímur Sigfússon eingebrachten Sparprogramm werden unter anderem die Steuern auf höhere Einkommen um acht Prozentpunkte sowie auf Kapitaleinkommen um zehn Prozentpunkte erhöht. Angehoben werden auch die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung, die Mehrwertsteuer auf verschiedene Genussmittel sowie die Steuern auf Alkohol und Tabak.

Um jeweils fünf Prozent gesenkt werden die Budgets für das isländische Gesundheits- und das Schulwesen. Andere Ministerien müssen bis August Vorschläge für Ausgabenkürzungen um je zehn Prozent vorlegen. Gekürzt werden unter anderem die Leistungen für Mutter- oder Vaterschafts-Perioden sowie für Rentner mit Nebenerwerbstätigkeit.

Die drei größten Banken Kaupthing, Landsbanki und Glitnir konnten nach dem Kollaps ihrer extrem riskanten internationalen Kreditgeschäfte im Oktober nur durch die Verstaatlichung vor dem Zusammenbruch bewahrt werden. Sie hinterlassen Island einen Schuldenberg vom Zehnfachen der jährlichen Wirtschaftsleistung. Sigurdardóttir will noch im Juli einen Beitrittsgesuch ihres Landes zur EU in Brüssel einreichen. Die Mehrheit im Parlament «Althing» dafür gilt als sicher.

RSS

Jetzt diskutieren Mail
Per Mail senden




Diese Nachrichten dienen ausschließlich zur privaten Information des Nutzers. Eine Vervielfältigung, Veröffentlichung oder Speicherung in Datenbanken sowie jegliche Form von gewerblicher Nutzung oder die Weitergabe an Dritte sind nicht gestattet. dpa haftet nicht bei Fehlern oder Störungen im Dienstbetrieb, bei Lieferschwierigkeiten, inhaltlichen oder textlichen Fehlern, außer in Fällen groben Verschuldens. Für den Fall, daß Sie Nachrichten der dpa weitergeben, veröffentlichen, speichern oder gewerblich nutzen möchten, wenden Sie sich bitte an: Deutsche Presse-Agentur GmbH, dpa-Verkauf, Mittelweg 38, 20148 Hamburg.

Copyright © 2009 Yahoo!. Alle Rechte vorbehalten. Alle Rechte vorbehalten.
Feedback & Kritik | Wir über uns | Jobs@Yahoo! | AGB | Rechtlicher Hinweis