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dpa
Licht und Schatten am US-Automarkt: Ford voraus
Donnerstag 2. Juli 2009, 14:39 Uhr

 

Licht und Schatten am US-Automarkt: Ford voraus
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New York (dpa) - Auf dem arg gebeutelten US-Automarkt sehen erste Hersteller Licht am Ende des Tunnels. Ford konnte im Juni die Absatz- Talfahrt erstmals klar abbremsen und schob sich sogar wieder vor den lange überragenden japanischen Rivalen Toyota.

Dagegen bekamen General Motors (GM) und Chrysler die Folgen ihres Überlebenskampfes heftig zu spüren. GM läuft zusätzlich die Zeit davon: Die US- Regierung setzte für die zur Rettung geplante weitgehende Verstaatlichung ein Ultimatum bis Ende kommender Woche.

Auch der weltgrößte Autobauer Toyota musste überraschend heftige Einbußen
hinnehmen. Bei den deutschen Herstellern konnten BMW und Daimler den Rückgang der Verkäufe gegenüber dem Mai zumindest etwas verlangsamen, wie die Autobauer am Mittwoch bekanntgaben.

Insgesamt schrumpfte der Markt im Jahresvergleich um 28 Prozent auf 860 000 verkaufte Neuwagen, wie der Marktforscher Autodata laut US-Medien errechnete. Experten rechnen für dieses Jahr mit rund zehn Millionen in den USA verkauften Autos. 2008 waren es noch mehr als 13 Millionen Stück.

Vertreter der Autobauer bekundeten dennoch Hoffnung auf eine baldige Besserung der Lage. Der Wendepunkt scheine nahe zu sein, sagte Ford-Chefanalyst George Pipas. Auch Toyota-Manager Bob Carter betonte, die Talsohle sei aus Sicht des Herstellers erreicht.

Der mitten im Insolvenzverfahren steckende GM-Konzern verkaufte im Juni fast 34 Prozent weniger Autos als ein Jahr zuvor. Insgesamt waren es 176 571 Stück. Im gesamten ersten Halbjahr brach der Absatz der bisherigen Opel-Mutter um 41 Prozent ein.

Zudem gerät die für GM entscheidende Anhörung vor dem Insolvenzgericht in New York zur Marathonsitzung. Sie musste am Donnerstag wegen einer Flut von Einwänden bereits den dritten Tag in Folge fortgesetzt werden. Die USA und Kanada wollen mit gemeinsam 72 Prozent die Mehrheit übernehmen. 17,5 Prozent soll die Autogewerkschaft UAW bekommen für Zugeständnisse bei der Krankenversicherung für Betriebsrentner. Die US-Regierung will nach der Übernahme der GM-Mehrheit möglichst rasch wieder schrittweise bei der bisherigen Opel-Mutter aussteigen, machte sie am Mittwoch vor dem Insolvenzgericht klar. Bereits im nächsten Jahr solle der neue GM- Konzern wieder an die Börse gehen.

Der zweitgrößte amerikanische Autobauer Ford profitierte dagegen von der Not der US-Rivalen. Der Juni-Absatz fiel lediglich um knapp elf Prozent auf 155 195 Fahrzeuge - der geringste Rückgang seit weit über einem Jahr. Im Mai war das Minus mehr als doppelt so hoch. In den ersten sechs Monaten brachen die Verkäufe um ein Drittel ein.

Toyota erlebte einen unerwartet düsteren Juni mit einem Minus von fast 35 Prozent auf 131 654 verkaufte Fahrzeuge, seit Januar ging es damit um fast 38 Prozent nach unten.

Chrysler stürzte im vergangenen Monat sogar um 42 Prozent auf 68 297 Wagen ab. Im Halbjahr lag der Einbruch bei 46 Prozent. Der kleinste der drei US-Anbieter hatte erst Mitte Juni mit dem Einstieg des italienischen Fiat-Konzerns sein Insolvenzverfahren verlassen.

Bei BMW fiel der Konzernabsatz im Juni etwas weniger deutlich als zuletzt um 20 Prozent auf 20 849 Stück. Im Halbjahr ging es noch um fast 28 Prozent nach unten.

Daimler litt etwas stärker und verbuchte im Juni einen Einbruch um mehr als 26 Prozent auf 16 271 Wagen - besonders stark traf es den Kleinwagen smart. In den ersten sechs Monaten verkaufte Daimler über 28 Prozent weniger Autos als ein Jahr zuvor.

Bei Volkswagen beschleunigte sich der Rückgang im Vergleich zum Vormonat wieder. Die VW-Verkäufe in den USA fielen im Juni um 18 Prozent auf 19 027 Fahrzeuge. Das Minus seit Jahresbeginn: 16 Prozent.

Die VW-Tochter Audi verzeichnete einen moderaten Absatzrückgang von rund acht Prozent auf 7524 Fahrzeuge. Seit Jahresanfang ist der Absatz um 16 Prozent gesunken.

Ganz hart traf es erneut Porsche. Bei dem Sportwagenbauer stürzten die Nordamerika-Verkäufe im Juni um 62 Prozent auf nur noch 1072 Fahrzeuge.

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