|

ddp
EZB bestätigt Leitzinsniveau
Donnerstag 2. Juli 2009, 16:42 Uhr

 

Luxemburg/Frankfurt (ddp) Die Europäische Zentralbank (EZB) hat den Leitzinssatz für die Eurozone erwartungsgemäß bestätigt. Der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen, bleibt bei 1,00 Prozent, wie die EZB am Donnerstag nach einer Ratssitzung in Luxemburg mitteilte. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bezeichnete das Zinsniveau vor dem Hintergrund aller verfügbaren Informationen und Analysen als «nach wie vor angemessen».

Dabei habe auch der Rückgang der Teuerungsraten in den negativen Bereich den Erwartungen der EZB entsprochen Zudem seien die verfügbaren Indikatoren für die mittel- bis längerfristigen
Inflationserwartungen weiterhin fest auf einem Niveau verankert, das mit dem Ziel des EZB-Rats im Einklang steht, die Preissteigerung «mittelfristig unter, aber nahe zwei Prozent» zu halten.

Darüber hinaus lieferten die jüngsten Konjunkturdaten und Umfrageergebnisse weitere Hinweise, dass die Wirtschaftstätigkeit in der Eurozone im weiteren Jahresverlauf schwach bleiben werde, sagte er weiter Allerdings dürfte sie weniger stark abnehmen als im ersten Quartal 2009. «In dieser Einschätzung sind verzögerte negative Effekte berücksichtigt, die in den kommenden Monaten zum Tragen kommen dürften, wie zum Beispiel eine weitere Verschlechterung der Arbeitsmarktlage», fügte er hinzu.

Mit Blick auf das kommende Jahr wird Trichet zufolge nach einer Stabilisierung ab Mitte des Jahres mit einer allmählichen Wachstumserholung gerechnet Grunde dafür seien die Auswirkungen der «umfangreichen wirtschaftspolitischen Anreize in allen großen Wirtschaftsräumen». Die Risiken für den Wirtschaftsausblick bezeichnete der EZB-Präsident als «ausgewogen». Allerdings verwies er auf die Gefahren im Zusammenhang mit einer stärkeren oder länger anhaltenden negativen Rückkopplung zwischen der Realwirtschaft und den Finanzmarktturbulenzen. Zudem könnten weitere Preissteigerungen bei den Rohstoffen die Konjunktur beeinträchtigen.

Erneut ermahnte Trichet die Banken, ihre Eigenkapitalbasis weiter zu stärken und gegebenenfalls die staatlichen Maßnahmen zur Stützung des Finanzsektors voll auszuschöpfen Des Weiteren forderte er, dass die Banken die von der EZB zur Verfügung gestellte Liquidität weiter an die Realwirtschaft leiten sollten.

Die Notenbank hatte ihren Leitzins zuletzt im Mai um 25 Basispunkte auf den historischen Tiefstand von 1,00 Prozent gesenkt Bei fallenden Leitzinsen sinkt die Verzinsung von Sparguthaben. Dagegen werden Darlehen und Kredite für Verbraucher günstiger. Weiterhin hatte Trichet bekanntgegeben, dass die Notenbank im Juli mit dem Kauf gedeckter Schuldverschreibungen beginnt. Das Kaufprogramm habe ein Volumen von 60 Milliarden Euro.

(ddp)

 

Fügen Sie Nachrichten zum Thema Konjunktur Ihrer persönlichen MeinYahoo! Seite hinzu! Yahoo! Nachrichten zum Thema Konjunktur als RSS Feed
RSS

Jetzt diskutieren Mail
Per Mail senden
Blog via Yahoo! 360 Blog via Y! 360°





Copyright © 2009 ddp. Alle Rechte vorbehalten. Wiederveröffentlichung oder Verbreitung der Inhalte dieser Seiten nur mit ausdrücklicher schriftlicher Zustimmung von ddp.

Copyright © 2009 Yahoo!. Alle Rechte vorbehalten. Alle Rechte vorbehalten.
Feedback & Kritik | Wir über uns | Jobs@Yahoo! | AGB | Rechtlicher Hinweis