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Luxemburg/Frankfurt (ddp) Die Europäische Zentralbank (EZB) hat
den Leitzinssatz für die Eurozone erwartungsgemäß bestätigt. Der
Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen,
bleibt bei 1,00 Prozent, wie die EZB am Donnerstag nach einer
Ratssitzung in Luxemburg mitteilte. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet
bezeichnete das Zinsniveau vor dem Hintergrund aller verfügbaren
Informationen und Analysen als «nach wie vor angemessen».
Dabei habe auch der Rückgang der Teuerungsraten in den negativen
Bereich den Erwartungen der EZB entsprochen Zudem seien die
verfügbaren Indikatoren für die mittel- bis längerfristigen
Inflationserwartungen weiterhin fest auf einem Niveau verankert, das
mit dem Ziel des EZB-Rats im Einklang steht, die Preissteigerung
«mittelfristig unter, aber nahe zwei Prozent» zu halten.
Darüber hinaus lieferten die jüngsten Konjunkturdaten und
Umfrageergebnisse weitere Hinweise, dass die Wirtschaftstätigkeit in
der Eurozone im weiteren Jahresverlauf schwach bleiben werde, sagte
er weiter Allerdings dürfte sie weniger stark abnehmen als im ersten
Quartal 2009. «In dieser Einschätzung sind verzögerte negative
Effekte berücksichtigt, die in den kommenden Monaten zum Tragen
kommen dürften, wie zum Beispiel eine weitere Verschlechterung der
Arbeitsmarktlage», fügte er hinzu.
Mit Blick auf das kommende Jahr wird Trichet zufolge nach einer
Stabilisierung ab Mitte des Jahres mit einer allmählichen
Wachstumserholung gerechnet Grunde dafür seien die Auswirkungen der
«umfangreichen wirtschaftspolitischen Anreize in allen großen
Wirtschaftsräumen». Die Risiken für den Wirtschaftsausblick
bezeichnete der EZB-Präsident als «ausgewogen». Allerdings verwies er
auf die Gefahren im Zusammenhang mit einer stärkeren oder länger
anhaltenden negativen Rückkopplung zwischen der Realwirtschaft und
den Finanzmarktturbulenzen. Zudem könnten weitere Preissteigerungen
bei den Rohstoffen die Konjunktur beeinträchtigen.
Erneut ermahnte Trichet die Banken, ihre Eigenkapitalbasis weiter
zu stärken und gegebenenfalls die staatlichen Maßnahmen zur Stützung
des Finanzsektors voll auszuschöpfen Des Weiteren forderte er, dass
die Banken die von der EZB zur Verfügung gestellte Liquidität weiter
an die Realwirtschaft leiten sollten.
Die Notenbank hatte ihren Leitzins zuletzt im Mai um 25
Basispunkte auf den historischen Tiefstand von 1,00 Prozent gesenkt
Bei fallenden Leitzinsen sinkt die Verzinsung von Sparguthaben.
Dagegen werden Darlehen und Kredite für Verbraucher günstiger.
Weiterhin hatte Trichet bekanntgegeben, dass die Notenbank im Juli
mit dem Kauf gedeckter Schuldverschreibungen beginnt. Das
Kaufprogramm habe ein Volumen von 60 Milliarden Euro.
(ddp)
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