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Filderstadt (ddp-bwb) 25 Jahre nach dem Einstieg in die
35-Stunden-Woche in der Metall- und Elektroindustrie fordert der
baden-württembergische IG-Metall-Chef Jörg Hofmann eine neue Debatte
über Arbeitszeitverkürzungen. Bei einer Festveranstaltung zur
35-Stunden-Woche in Filderstadt sprach sich Hofmann dafür aus, von
einer Verkürzung der täglichen Arbeitszeit bis zu einer Reduzierung
der Lebensarbeitszeit über alle Möglichkeiten zu diskutieren. Der
Erhalt der Beschäftigung auf lange Sicht erfordere weitere
Arbeitszeitverkürzungen, lautete seine Begründung.
Hofmann fügte hinzu, bei einer solchen Debatte müsse die
Vereinbarkeit
von Familie und Beruf an erster Stelle stehen, deutlich
vor einem Mehr an Freizeit Aber auch das Interesse an zusätzlichen
Freiräumen für Qualifizierung und berufliche Neuorientierung nehme
zu. Dies erfordere neue Übereinkünfte, die die
Flexibilitätsinteressen der Arbeitgeber und die Interessen der
Beschäftigten nach Selbstbestimmung in Einklang bringen.
Vor 25 Jahren war im Rahmen einer Schlichtung nach einem fast
siebenwöchigen Arbeitskampf der Einstieg in die 35-Stunden-Woche in
der Metallbranche vereinbart worden Die Arbeitszeit wurde in
mehreren Schritten verkürzt. Bis 1995 war die 35-Stunden-Woche dann
eingeführt.
Hofmann forderte eine Weiterentwicklung der gewerkschaftlichen
Arbeitszeitpolitik Dies sei in und nach der Krise aktueller als
viele Jahre zuvor. Die Frage, ob es eine neue Initiative der
Gewerkschaften für eine Arbeitszeitverkürzung geben muss, sollte
positiv beantwortet werden. Arbeitszeit sei Lebenszeit. Eine
Arbeitszeitverkürzung stehe für ein Mehr an gutem Leben für die
abhängig Beschäftigten.
(ddp)
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