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Berlin/Düsseldorf (ddp-nrw) Der Spendenskandal um den früheren
nordrhein-westfälischen Landeschef der Liberalen, Jürgen Möllemann,
kommt die FDP teuer zu stehen. Bundestagspräsident Norbert Lammert
(CDU) entschied am Donnerstag wegen Verstoßes gegen das
Parteiengesetz auf eine Strafzahlung in Höhe von rund 4,34 Millionen
Euro. Die FDP will innerhalb der kommenden vier Wochen die
Möglichkeit eines Widerspruches prüfen, kündigte Schatzmeister
Hermann Otto Solms an.
In den Jahren 1996 bis 2000 und 2002 hatte Möllemann «Bargeld in
beträchtlicher Höhe» persönlich an den damaligen Landesschatzmeister
und späteren Landesgeschäftsführer
übergeben Die Gelder wurden
«gestückelt», unter falschen Spendernamen auf Konten des
Landesverbandes eingezahlt und entsprechend verbucht. Diese
Spendenvorgänge sind nach Auffassung des Bundestages jeweils als
Verstöße gegen das parteienrechtliche Verbot zu bewerten, Spenden
anzunehmen, wenn ihre wahre Herkunft nicht feststellbar ist.
Zur Begleichung der Gesamtsumme sollen auch jene 873 500 Euro
herangezogen werden, die von der FDP bereits im November 2002
vorsorglich bei der Bundestagsverwaltung hinterlegt wurden Zwar ist
der Betrag für strittige Spenden in diesem Fall aus dem Jahr 2002
etwas höher, doch soll es hier wegen der aktiven Hilfe der FDP bei
der Aufklärung der Vorgänge keine zusätzlichen Forderungen geben.
«Der Anteil der FDP an der Aufklärung des Sachverhalts ist zu
würdigen, ändert jedoch nichts an der Rechtswidrigkeit der
Spendenvorgänge», sagte Lammert.
Die FDP bestätigte unterdessen, einen Sanktionsbescheid in Höhe
von 4 336 648,79 Euro erhalten zu haben Solms wies darauf hin, dass
dieser Bescheid drei Monate vor der Bundestagswahl und fünf Jahre
nach Vorlage aller Fakten komme. In enger Abstimmung mit dem
FDP-Landesverband Nordrhein-Westfalen werde nun sorgfältig geprüft,
«ob und in welchem Umfang gegen den Bescheid Rechtsmittel eingelegt
werden», sagte Solms. Er verwies zugleich darauf, dass die Handlungs-
und Kampagnenfähigkeit der Partei nicht gefährdet sei.
Die nordrhein-westfälische FDP hat nach eigenen Angaben schon
frühzeitig bilanzielle Vorsorge in Höhe von 2,635 Millionen Euro für
erwartete Sanktionen getroffen Mit dem Sanktionsbescheid werde die
FDP aber «stärker als bisher veranschlagt belastet», teilte
FDP-Landesschatzmeister Paul Friedhoff mit. Er betonte zugleich:
«Sowohl der Landesvorstand, als auch die Mitglieder des
Landesverbandes NRW, haben sich stets zu ihrer Verantwortung bekannt,
obwohl sie selbst, wie im Übrigen alle Gliederungen, Gremien und
Mitglieder der Gesamtpartei, das Opfer der rechtswidrigen Handlungen
Einzelner geworden sind.»
Im Zuge der FDP-Parteispendenaffäre war gegen Möllemann unter
anderem wegen des Verdachts der Steuerhinterziehung und des Verstoßes
gegen das Parteiengesetz ermittelt worden Möllemann war im Juni 2003
bei einem Fallschirmabsprung auf dem Flugplatz Marl ums Leben
gekommen. Bis heute konnte nicht geklärt werden, ob es sich um einen
Unfall oder um Selbstmord handelte.
(ddp)
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