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Berlin/München (ddpdjn). Nach dem Einstieg der österreichischen
Aldi-Tochter Hofer in den Tankstellenmarkt des Landes rechnet die
deutsche Mineralölbranche vorerst nicht mit einer ähnlichen
Entwicklung in Deutschland. Der Wettbewerb auf dem Kraftstoffmarkt
sei hierzulande schärfer als in Österreich, sagte Axel Graf Bülow,
Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands freier Tankstellen (bft) am
Donnerstag. Für etwaige Billigangebote gebe es daher weniger
Spielraum. Nach Einschätzung des ADAC könnte ein möglicher
Spritverkauf beim Discounter dagegen positive Auswirkungen für die
Verbraucher haben.
Die Eröffnung von drei Tankstellen
auf dem Gelände von Märkten der
Aldi-Tochter Hofer im Raum Salzburg hatte in den vergangenen Tagen
nach Medienberichten zu einem Preiskampf und zu langen Staus vor den
Zapfsäulen geführt Der Liter Diesel sei zeitweise für knapp über 50
Cent angeboten worden. Langfristig wollen die österreichischen
Discounter-Tankstellen den Kraftstoff nach Auskunft ihres Betreibers
Free Energy Trading zwei bis drei Cent billiger anbieten als die
Mineralölkonzerne.
Ob es ähnliche Pläne auch für den deutschen Tankstellenmarkt gebe,
wollte Aldi Süd am Donnerstag «aus grundsätzlichen Erwägungen» nicht
kommentieren, wie eine Unternehmenssprecherin mitteilte
Der Deutsche Mineralölwirtschaftsverband reagierte gelassen
Supermarkttankstellen seien eigentlich «nichts Neues», betonte
Sprecherin Karin Retzlaff. In Deutschland gebe es etwa 600 bis 700
solcher Anbieter auf Supermarktparkplätzen, die ihren Kraftstoff
häufig etwa ein bis drei Cent billiger anböten als die übrigen
Tankstellen. In Deutschland gebe es mehr Wettbewerb als im
Nachbarland, die Situation sei «nicht direkt vergleichbar». Überdies
dürfe Kraftstoff laut deutschem Kartellrecht nicht unter
Einkaufspreis angeboten werden, wie es offenbar in Österreich der
Fall war.
Auch bft-Hauptgeschäftsführer Bülow hob die Besonderheiten des
österreichischen Tankstellenmarktes hervor So gebe es im Nachbarland
etwa keine freien Tankstellen. Die Gewinnmargen der Tankstellen in
Österreich seien deshalb aufgrund fehlenden Wettbewerbs deutlich
höher als in Deutschland. Einen Einstieg von Aldi in Deutschland
halte er nicht für wahrscheinlich, da sich der Discounter auf längere
Sicht nicht deutlich unter den marktüblichen Preisen bewegen könne.
Beim ADAC sähe man ein mögliches Engagement von Aldi auf dem
deutschen Tankstellenmarkt dagegen positiv «Freie Tankstellen tun
dem Markt gut», betonte ein Sprecher des Automobilclubs. Dabei sei es
egal, ob sich die billigere Tankstelle im Industriegebiet befinde
oder auf einem Supermarktparkplatz: «Für die Verbraucher wäre das
sicher kein Schaden.»
(ddp)
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