|
Frankfurt/Main (ddp) Die staatliche Umweltprämie hat auch im Juni
zu einem deutlichen Anstieg der Pkw-Neuzulassungen in Deutschland
geführt. Mit 427 000 Pkw wurden über 40 Prozent mehr Fahrzeuge neu
zugelassen als im Vorjahresmonat, wie der Verband der
Automobilindustrie (VDA) am Donnerstag mitteilte. Dies sei der
höchste Juni-Wert seit der Wiedervereinigung.
Im ersten Halbjahr 2009 seien die Pkw-Neuzulassungen auf dem
Inlandsmarkt um 26 Prozent auf 2,06 Millionen gestiegen Die
staatlichen Kaufanreize hätten die Inlandsnachfrage vor allem im
Kleinwagen- und Kompaktklassesegment gestärkt, sagte VDA-Präsident
Matthias Wissmann
in Frankfurt am Main. Auf Basis der 420 000
Anträge, die das zuständige Bundesamt für Wirtschaft und
Ausfuhrkontrolle (Bafa) bisher bearbeitet hat, zeige sich, dass gut
die Hälfte aller prämienbedingten Zulassungen auf deutsche
Konzernmarken entfalle.
Für das Gesamtjahr rechnet der VDA mit 3,5 Millionen
Neuzulassungen in Deutschland Dieses hohe Niveau werde im kommenden
Jahr «sicherlich nicht zu erreichen» sein, sagte Wissmann. 2008 waren
3,09 Millionen Fahrzeuge verkauft worden.
Die Entwicklung auf dem Inlandsmarkt sei jedoch kein Grund, «in
Euphorie auszubrechen», betonte Wissmann Denn entscheidend für diese
Industrie sei ihr Erfolg auf den Auslandsmärkten. Die heimischen
Unternehmen produzierten weltweit rund elf Millionen Pkw, gut vier
Fünftel davon für Kunden außerhalb Deutschlands.
«Die weltweite Absatzkrise der Automobilindustrie ist noch nicht
beendet, wir sehen aber erste Anzeichen dafür, dass die Talfahrt
gebremst wird», sagte Wissmann Die global noch immer schwierige Lage
des Pkw-Absatzes hinterlasse bei den Exporten der deutschen
Hersteller insgesamt nach wie vor tiefe Spuren. Die Ausfuhr der
deutschen Hersteller sei im Juni mit 289 000 Pkw insgesamt um 23
Prozent niedriger ausgefallen. In den ersten sechs Monaten habe der
Rückgang 35 Prozent betragen.
Angesichts der schwachen Auslandsmärkte blieb die Pkw-Produktion
im ersten Halbjahr mit 2,3 Millionen Einheiten um 24 Prozent hinter
dem Vorjahresergebnis zurück, wie der VDA weiter mitteilte Im Juni
sei ein Minus von zehn Prozent verzeichnet worden. Trotz der Krise
sei die Zahl der in der deutschen Automobilindustrie Beschäftigten -
auch unterstützt durch das Instrument der Kurzarbeit - noch nahezu
stabil gehalten worden, sagte Wissmann.
Eine Prognose für die Entwicklung der deutschen Automobilindustrie
im nächsten Jahr will der VDA wie üblich Anfang Dezember abgeben
Wissmann sagte: «Wenn sich, worauf einiges hindeutet, die
Auslandsmärkte im zweiten Halbjahr 2009 auf niedrigem Niveau
stabilisieren und im kommenden Jahr leicht beleben, könnte die
Talfahrt hinter uns liegen. Allerdings wird es ein langer und
steiniger Weg.» Mit einem raschen Aufschwung sei nicht zu rechnen.
Im Nutzfahrzeugbereich bleibe die Lage allerdings dramatisch,
sagte der VDA-Präsident weiter Die globale Rezession habe die
internationalen Nutzfahrzeug-Märkte weiter fest im Griff, und ein
Ende der Talfahrt - insbesondere bei schweren Nutzfahrzeugen - sei
noch nicht in Sicht. Während die Produktion der deutschen Hersteller
im ersten Halbjahr um 61 Prozent auf 109 600 Fahrzeuge zurückgegangen
sei, sei der Export um 66 Prozent auf 68 500 Einheiten gesunken. In
Deutschland sei die Zahl der Neuzulassungen um 29 Prozent auf 120 700
Fahrzeuge zurückgegangen.
(ddp)
|