|
München (dpa) - Der Industriegase-Spezialist Linde hofft im kommenden Jahr wieder auf einen zaghaften wirtschaftlichen Aufschwung. Linde-Chef Wolfgang Reitzle warnte am Montag in München aber vor überzogenen Wachstumshoffnungen. «Die Anzeichen für eine Erholung auf breiter Front sind allenfalls in Ansätzen erkennbar, das Ganze ist noch sehr fragil und mit vielen Unsicherheiten behaftet.» Linde werde daher weiter sparen und voraussichtlich auch im kommenden Jahr Stellen abbauen. Der Aktienkurs von Linde kletterte am Montagvormittag um knapp zwei Prozent auf 72,76 Euro. Bereits für die zweite
Jahreshälfte 2009 zeichne sich eine Besserung der Lage ab, sagte Reitzle. Das Rekordniveau von 2008 werde in diesem Jahr aber nicht erreicht. Im vergangenen Jahr hatte Linde bei Umsätzen in Höhe von 12,6 Milliarden Euro einen Gewinn von 776 Millionen Euro erwirtschaftet. Eine konkrete Prognose für 2010 machte Reitzle nicht, stellte aber klar, besser abschneiden zu wollen als in diesem Jahr. «Natürlich gehen wir davon aus, dass wir nächstes Jahr ein Plus haben werden.» Dies gelte vor allem für das Gase-Geschäft, das etwa drei Viertel des Umsatzes beisteuert. Unsicher bleibe die Lage im Anlagenbau.Im ersten Halbjahr waren Umsatz und Ergebnis bei Linde noch deutlich gesunken. Bereits im dritten Quartal besserte sich die Lage aber etwas. Das operative Konzernergebnis (EBITDA) sank zwischen Juli und September im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch um 2,3 Prozent auf 637 Millionen Euro. Der Umsatz schrumpfte von 3,136 auf 2,837 Milliarden Euro. Unter dem Strich wies Linde einen Gewinn von 169 Millionen Euro nach 177 Millionen Euro im Vorjahr aus. «Die Krise trifft auch uns, wir halten uns aber vergleichsweise stabil», sagte Reitzle. Grund für die Ergebnisfortschritte in den vergangenen Monaten sei auch ein Sparprogramm, das bereits in den vergangenen Monaten angelaufen sei, sagte Reitzle. Mit ihm will Linde die Kosten bis 2012 um 650 bis 800 Millionen Euro senken. Umgesetzt seien davon bereits mehr als 200 Millionen. In den ersten neuen Monaten war die Zahl der Mitarbeiter dadurch weltweit um rund 3600 auf gut 48 300 gesunken. Auch im kommenden Jahr dürften noch einige Stellen wegfallen, sagte Reitzle. Es würden aber bei weitem nicht mehr so viele Arbeitsplätze betroffen sein wie 2009. «Ich glaube, dass der größte Teil hinter uns liegt.» Genauere Angaben machte der Linde-Chef nicht. «Wir haben nicht das Ziel, eine Zahl x an Personal zu reduzieren.»
|