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Düsseldorf/Bochum (dpa) - Nach dem Rückzug des Handy- Weltmarktführers Nokia aus Bochum soll die Region mit Hilfe eines Finanzpakets von rund 60 Millionen Euro gestärkt werden. Sowohl der finnische Konzern als auch das Land Nordrhein-Westfalen stellen jeweils 20 Millionen Euro für das Programm «Wachstum für Bochum» zur Verfügung. Das berichteten NRW-Wirtschaftsministerin Christa Thoben (CDU) und der Aufsichtsratsvorsitzende von Nokia Deutschland, Veli Sundbäck, am Donnerstag in Düsseldorf. Hinzu kommen die Einnahmen aus dem Verkauf des Betriebsgeländes. Die Gelder sollen ab Jahresbeginn zur Verfügung gestellt werden. Nokia (Xetra: 870737 - Nachrichten)
erklärte sich aber bereit, Maßnahmen zur Anwerbung neuer Investoren umgehend vorzufinanzieren.NRW-Ministerpräsident Jürgen Rüttgers (CDU) begrüßte das Memorandum, das in den nächsten Wochen bis zur Unterschriftsreife verhandelt werden soll. «Der Nokia-Vertrag eröffnet neue Möglichkeiten für das Ruhrgebiet», teilte er mit. Jetzt müsse er von allen Partnern so umgesetzt werden, dass zukunftsweisende Projekte und Arbeitsplätze entstehen. Mit dem Kompromiss habe die Landesregierung auf ein aus ihrer Sicht zwar aussichtreiches, in jedem Fall aber langwieriges Gerichtsverfahren um die Rückzahlung von 60 Millionen Euro an Nokia- Subventionen verzichtet, sagte Thoben. Ursprünglich hatte das Land diese Summe zurückverlangt, weil die Finnen in Bochum weniger Arbeitsplätze geschaffen hätten als vereinbart. Dafür biete die Einigung nun eine schnelle Perspektive für die Betroffenen, sagte die Ministerin. Nokia sei es wichtig, «in korrekter und verantwortlicher Weise zu handeln», unterstrich Sundbäck mehrfach. Im Januar hatte die ebenso unerwartete wie knappe Ankündigung, die Bochumer Produktion nach Rumänien zu verlagern, eine bundesweite Welle des Protestes ausgelöst. Das Werk war am vergangenen Montag offiziell geschlossen worden. Die Einigung sieht unter anderem die Einrichtung eines Gründerzentrums in Bochum vor. Außerdem soll ein Lehrstuhl oder eine Forschungsinitiative die Vermarktung wissenschaftlicher Innovationen sicherstellen. Darüber hinaus wird eine internationale Kampagne gestartet, um Investoren für die Bochumer Region zu gewinnen. 600 der 2300 ehemaligen Bochumer Nokia-Mitarbeiter hätten bereits in anderen Nokia-Werken oder anderen Unternehmen Arbeit gefunden, sagte Sundbäck. «Wir sind überzeugt, dass es viele andere Jobs gibt.» Eine Transfergesellschaft hat bereits die Arbeit aufgenommen. Der Sozialplan kostet Nokia 200 Millionen Euro.
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