|

dpa-afx
ots.CorporateNews: Börsen-Zeitung / Börsen-Zeitung: Ohne Orientierung Kommentar zur ...
Donnerstag 3. Juli 2008, 21:17 Uhr

 

Börsen-Zeitung: Ohne Orientierung Kommentar zur Zinserhöhung der EZB,
gegen die aus dem Ruder laufende Inflation verweigert hat, ist 
konsequent. Die Währungshüter wissen nämlich selber nicht, wie es 
weitergehen soll nach dem Beschluss, den kurzfristigen Schlüsselzins 
für den Euroraum um 25 Basispunkte auf 4,25% zu hieven. Mit der 
Formulierung "I have no bias" - sinngemäß übersetzt: "Ich bin nach 
allen Seiten offen" - hat Notenbankchef Jean-Claude Trichet den 
kleinsten gemeinsamen Nenner des EZB-Rats zum Ausdruck gebracht. Zu 
zerrissen ist das geldpolitische Gremium derzeit, um über den Tag 
hinaus eine klare Linie zu beschließen beziehungsweise zu verkünden. 
Die sich zunehmend eintrübenden Wachstumsaussichten im Euroraum 
sprechen inzwischen klar für Zinssenkung. Das Inflationsniveau von 
derzeit 4% und der scheinbar grenzenlos steigende Ölpreis schreien 
dagegen nach weiter steigenden Zinsen.

   Die bisherige Hoffnung und Argumentationslinie der EZB war und 
ist, dass eine Notenbank nichts ausrichten kann gegen drastisch 
steigende Rohstoffpreise. Da muss man durch. Solange die 
Inflationserwartungen auf einem niedrigen Niveau verankert bleiben 
und damit nicht die Kalkulationsgrundlage der Tarifparteien und 
Finanzmärkte strukturell anheben, ist eine Notenbank nicht dazu 
gezwungen, mit höheren Zinsen dagegenzuhalten. Mittelfristig findet 
die Inflationsrate dann wieder zurück auf ihren vorgesehenen 
Stabilitätspfad.

   Das ist im Prinzip richtig. Nur: Man kann es drehen und wenden, 
wie man will, und jeden Indikator heranziehen, der nur annähernd in 
Frage kommt: Die Inflationserwartungen sind bereits genauso stark 
gestiegen, wie die Inflationsprämien in Finanzprodukten, Löhnen und 
Gütern des täglichen Bedarfs zugelegt haben.

   Die Hoffnung, dass diese kleine Zinserhöhung die 
Inflationserwartungen demnächst wieder unter die Stabilitätsmarke 
drücken wird, wäre naiv bis fahrlässig. Auch ein beschleunigter 
Abschwung in der Eurozone wird dies nicht leisten können. Anders als 
Trichet sprechen Daten und Fakten eine klare Sprache: Die EZB wird im
Laufe des Jahres noch einmal nachlegen müssen - selbst wenn ein Teil 
der Währungshüter dies jetzt noch nicht wahrhaben will.

Originaltext:         Börsen-Zeitung
Digitale Pressemappe: http://www.presseportal.de/pm/30377
Pressemappe via RSS : http://www.presseportal.de/rss/pm_30377.rss2

Pressekontakt:
Börsen-Zeitung
Redaktion

Telefon: 069--2732-0
 


Zum Thema
Weitere Finanznachrichten:
· IG Metall fordert nach Conti/Schaeffler mehr Rechte für Arbeitnehmer
· euro adhoc: Foris AG (deutsch)
· Intel demonstriert Stromübertragung ohne Kabel
· ots.CorporateNews: Genmab A/S / Genmab erreicht fünften Meilenstein bei ...
...mehr
dpa-AFX:
· euro adhoc: Foris AG (deutsch)
· ots.CorporateNews: Genmab A/S / Genmab erreicht fünften Meilenstein bei ...
· IPO: Schott Solar will in den TecDAX - 500 Millionen Euro Erlös angestrebt
· Deutsche Bank einigt sich mit Cuomo - Anleihenrückkauf für 1 Milliarde Dollar
...mehr

Yahoo! Finanzen Newsletter
Jetzt kostenlos zum Newsletter "Börse heute" anmelden!

Fügen Sie Nachrichten zum Thema Kommentare Ihrer persönlichen MeinYahoo! Seite hinzu! Yahoo! Nachrichten zum Thema Kommentare als RSS Feed

Über Thema diskutieren
Per Mail senden
Blog via Yahoo! 360 Blog via Y! 360°




Copyright © 2008 dpa-afx. Wiederveröffentlichung oder Verbreitung der Inhalte dieser Seiten nur mit ausdrücklicher schriftlicher Zustimmung von dpa-afx.

Copyright © 2008 Yahoo!. Alle Rechte vorbehalten. Alle Rechte vorbehalten.
Feedback & Kritik | Wir über uns | Jobs@Yahoo! | AGB | Rechtlicher Hinweis