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Druckereien stoppen Produktion von Quelle-Katalog von AFP
Freitag 3. Juli 2009, 20:45 Uhr

 

Druckereien stoppen Produktion von Quelle-Katalog
Trotz des staatlichen Kredits für das insolvente Versandhaus Quelle haben die beauftragten Druckereien Produktion und Auslieferung des Hauptkataloges gestoppt. Quelle habe den Druck noch nicht bezahlt, weshalb seit Mittwoch die Maschinen stillstünden, sagte ein Sprecher der Druckerei Schlott. Der Insolvenzverwalter bat die Firmen, in Vorkasse zu gehen und die Auslieferung des Katalogs möglich zu machen.

Quelle lässt rund acht Millionen Exemplare von dem Katalog drucken, der für das Unternehmen eine entscheidende Rolle spielt. Etwa ein Drittel druckt Schlott, rund zwei Drittel die Druckerei Prinovis, in geringem
Umfang ist zudem auch die Druckerei Print-Forum beteiligt.

Der Vorstandschef der Schlott-Gruppe, Bernd Rose, sagte "Focus Online", er habe damit gerechnet, spätestens am Donnerstag Geld zu sehen: "Wir machen uns Sorgen, dass wir am Schluss doch auf unseren Rechnungen sitzen bleiben." Zwar gebe es eine feste Abmachung mit dem Quelle-Insolvenzverwalter, dass der Katalog sofort bezahlt werde, wenn der vom Staat bewilligte Massekredit geflossen sei, sagte Rose. Er befürchte aber, dass das Staatsgeld für andere Zwecke gebraucht werde.

Rose zufolge stapeln sich derzeit "zwei bis drei Millionen" Katalogexemplare in den Werkshallen. Doch noch sei kein Katalog aus Schlotts Produktion in Freudenstadt an den Endkunden gegangen. Insgesamt gehe es um Produktionskosten von mehr als 20 Millionen Euro.

Die Arcandor-Tochter Quelle geht davon aus, bis Mitte nächster Woche zahlungsfähig zu sein. Ein Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg sagte "Focus Online", die Kreditverträge mit den Banken seien noch nicht unter Dach und Fach. Quelle werde wahrscheinlich "Anfang bis Mitte nächster Woche" wieder flüssig sein.

Görg bat die Druckereien in einem Schreiben, die Auslieferung nicht länger zu verzögern, wie "Focus Online" berichtete. Die Verzögerungen verursachten Tag für Tag Schäden in großer Höhe. Diese Schäden würden die Überlebensfähigkeit von Quelle beeinflussen, und dies wiederum schmälere die Aussichten der Lieferanten, auch künftig mit Quelle Geschäfte zu machen.

Bund und Länder hatten sich am Montagabend auf die Vergabe eines Kredits über 50 Millionen Euro an Quelle geeinigt. Die Europäische Kommission hatte am Dienstag grünes Licht gegeben.

 
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