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Halle (ddp-lth) Aus Sicht der mitteldeutschen Wirtschaft kommt
der Aufbau Ost voran. «Wir sind auf dem richtigen Weg», sagte die
Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Halle-Dessau, Carola
Schaar, am Freitag in Halle auf einem Forum vor etwa 900
Wirtschaftsvertretern aus Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Die
Veranstaltung wurde von den Handwerkskammern Halle, Magdeburg, Erfurt
und Leipzig sowie von den Industrie- und Handelskammern Halle-Dessau,
Magdeburg, Erfurt, Gera und Leipzig organisiert, die insgesamt 320
000 Mitgliedsunternehmen vertreten.
Noch erhebliche Defizite sehen die Kammern Mitteldeutschlands
beispielsweise
im Fehlen großer Konzerne, Banken und Versicherungen
Außerdem beklagten sie, dass die neu aufgebauten Fakultäten in den
Universitäten Mitteldeutschlands noch nicht in der ersten Liga der
Hochschulen spielten. Sorgen bereiteten der Wirtschaft außerdem die
Abwanderung gut ausgebildeter junger Menschen und die geringen
Geburtenraten.
Aus Sicht des früheren Präsidenten des Instituts für
Wirtschaftsforschung Halle (IWH), Rüdiger Pohl, steht die hiesige
Wirtschaft vor einer langen Durststrecke Vier bis fünf Jahren seien
nötig, um wieder auf das Produktionsniveau von 2008 zukommen. Pohl
fügte hinzu, der weitere Aufbau Ost stehe und falle mit den
ostdeutschen Unternehmern. Vom Staat seien Impulse nur noch durch
eine Politik zu erwarten, «die die Rahmenbedingungen für eine
dynamische Wirtschaftsentwicklung in Deutschland als Ganzes
verbessert». Die spezifische staatliche Wirtschaftsförderung für die
neuen Länder habe längst an Wirksamkeit verloren.
(ddp)
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