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Zu früh gefreut - Auslieferung des Quelle-Katalogs vorerst gestoppt --Von Kirsten Bienk und Michael Wojtek
Freitag 3. Juli 2009, 17:36 Uhr

 

Fürth (ddp) Nur drei Tage nach der endgültigen Genehmigung des staatlichen 50-Millionen-Euro-Kredits für Quelle hat die Hoffnung auf eine Rettung des insolventen Fürther Versandhändlers einen ersten Dämpfer bekommen Die Auslieferung der neuen Kataloge, deren Herstellung von der Zusage des Kredits abhängig gemacht worden war, ist erneut gestoppt worden Weil zwei der beteiligten Druckereien noch kein Geld bekommen haben, verschiebt sich die Auslieferung der von Quelle dringend benötigten Kataloge bis auf weiteres.

Die Druckerei Prinovis, die den Großteil der Kataloge herstellt, teilte
am Freitag mit, die Vorlieferanten Schlott-Gruppe und PrintForum hätten Eigentumsvorbehalt an bereits produzierten Katalogteilen geltend gemacht, die von Prinovis Nürnberg zum fertigen Katalog weiterverarbeitet werden Somit sei Prinovis verpflichtet, die weitere Produktion und Auslieferung des Quelle-Katalogs auszusetzen, bis die Vorlieferanten von ihrem Eigentumsvorbehalt zurücktreten Wann die Auslieferung fortgesetzt werden kann, liege nicht in den Händen von Prinovis, sagte Prinovis-Sprecher Alexander Adler. Prinovis hätte gerne weitergemacht.

Erst am Mittwoch hatte Prinovis mitgeteilt, eine rechtsverbindliche Zusage zur Übernahme der Produktionskosten erhalten zu haben Daher sollte in den kommenden Tagen alles daran gesetzt werden, den Katalog schnellstmöglich zu fertigen und zur Auslieferung bereitzustellen Gedruckt werde bereits seit dem 19 Juni.

Ein Schlott-Sprecher sagte in Freudenstadt, man warte auf eine verbindliche Finanzierungszusage von Quelle Sobald das Unternehmen die Begleichung der Rechnung verbindlich garantiere, nehme die Druckerei die Produktion des aktuellen Quelle-Katalogs wieder auf, sagte Schlott-Sprecher Marco Walz Bislang fehle diese verbindliche Zusage Aus diesem Grund hatte die Druckerei die Produktion des aktuellen Kataloges gestoppt. «Wir sind in eine gewisse Vorleistung gegangen, sagte der Sprecher mit Blick auf den Druckbeginn vor einigen Wochen. Mehr Vorleistungen ohne Garantien seien jetzt aber nicht mehr möglich. Dafür sei das Risiko zu groß.

Die Druckerei hofft nun auf eine schnelle Finanzierungszusage Die Schlott-Gruppe sei davon ausgegangen, dass diese Zusage wesentlich früher hätte erteilt werden können, sagte der Sprecher Entsprechende Signale von diversen Seiten hätten darauf gedeutet

Thomas Schulz, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Klaus Hubert Görg, sagte, alle Beteiligten hätten auf eine frühere Auszahlung des Massekredits für Quelle gehofft Der Vertrag über den Kredit umfasse allerdings 700 Seiten und müsse so formuliert sein, dass er sowohl vor der Bundesregierung als auch vor der Europäischen Union Bestand habe Schulz geht aber davon aus, dass der Vertrag am Montag unterzeichnet werden kann

Damit könnte das als Sicherheit für die Quelle-Factoring-Bank Valovis beantragte Geld dann auch bei dieser Bank hinterlegt werden Am Mittwoch könnte Valovis die Arbeit wiederaufnehmen und die ersten Überweisungen an Quelle tätigen, sagte Schulz Das Versandhaus werde dann seinerseits die Rechnungen der Druckereien bezahlen Wegen dieses Zeitrahmens habe der vorläufige Insolvenzverwalter die Druckereien am Donnerstag gebeten, auch weiterhin in Vorkasse zu gehen.

«Für das Image von Quelle ist das Stoppen von Produktion und Auslieferung des Katalogs nicht förderlich, sagte der Sprecher Es wäre schön gewesen, wenn dies nicht passiert wäre

ddpdjn/mwo/pon

 

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