|
Fürth (ddp) Nur drei Tage nach der endgültigen Genehmigung des
staatlichen 50-Millionen-Euro-Kredits für Quelle hat die Hoffnung auf
eine Rettung des insolventen Fürther Versandhändlers einen ersten
Dämpfer bekommen Die Auslieferung der neuen Kataloge, deren
Herstellung von der Zusage des Kredits abhängig gemacht worden war,
ist erneut gestoppt worden Weil zwei der beteiligten Druckereien
noch kein Geld bekommen haben, verschiebt sich die Auslieferung der
von Quelle dringend benötigten Kataloge bis auf weiteres.
Die Druckerei Prinovis, die den Großteil der Kataloge herstellt,
teilte
am Freitag mit, die Vorlieferanten Schlott-Gruppe und
PrintForum hätten Eigentumsvorbehalt an bereits produzierten
Katalogteilen geltend gemacht, die von Prinovis Nürnberg zum fertigen
Katalog weiterverarbeitet werden Somit sei Prinovis verpflichtet,
die weitere Produktion und Auslieferung des Quelle-Katalogs
auszusetzen, bis die Vorlieferanten von ihrem Eigentumsvorbehalt
zurücktreten Wann die Auslieferung fortgesetzt werden kann, liege
nicht in den Händen von Prinovis, sagte Prinovis-Sprecher Alexander
Adler. Prinovis hätte gerne weitergemacht.
Erst am Mittwoch hatte Prinovis mitgeteilt, eine
rechtsverbindliche Zusage zur Übernahme der Produktionskosten
erhalten zu haben Daher sollte in den kommenden Tagen alles daran
gesetzt werden, den Katalog schnellstmöglich zu fertigen und zur
Auslieferung bereitzustellen Gedruckt werde bereits seit dem 19
Juni.
Ein Schlott-Sprecher sagte in Freudenstadt, man warte auf eine
verbindliche Finanzierungszusage von Quelle Sobald das Unternehmen
die Begleichung der Rechnung verbindlich garantiere, nehme die
Druckerei die Produktion des aktuellen Quelle-Katalogs wieder auf,
sagte Schlott-Sprecher Marco Walz Bislang fehle diese verbindliche
Zusage Aus diesem Grund hatte die Druckerei die Produktion des
aktuellen Kataloges gestoppt. «Wir sind in eine gewisse Vorleistung
gegangen, sagte der Sprecher mit Blick auf den Druckbeginn vor
einigen Wochen. Mehr Vorleistungen ohne Garantien seien jetzt aber
nicht mehr möglich. Dafür sei das Risiko zu groß.
Die Druckerei hofft nun auf eine schnelle Finanzierungszusage Die
Schlott-Gruppe sei davon ausgegangen, dass diese Zusage wesentlich
früher hätte erteilt werden können, sagte der Sprecher Entsprechende
Signale von diversen Seiten hätten darauf gedeutet
Thomas Schulz, Sprecher des vorläufigen Insolvenzverwalters Klaus
Hubert Görg, sagte, alle Beteiligten hätten auf eine frühere
Auszahlung des Massekredits für Quelle gehofft Der Vertrag über den
Kredit umfasse allerdings 700 Seiten und müsse so formuliert sein,
dass er sowohl vor der Bundesregierung als auch vor der Europäischen
Union Bestand habe Schulz geht aber davon aus, dass der Vertrag am
Montag unterzeichnet werden kann
Damit könnte das als Sicherheit für die Quelle-Factoring-Bank
Valovis beantragte Geld dann auch bei dieser Bank hinterlegt werden
Am Mittwoch könnte Valovis die Arbeit wiederaufnehmen und die ersten
Überweisungen an Quelle tätigen, sagte Schulz Das Versandhaus werde
dann seinerseits die Rechnungen der Druckereien bezahlen Wegen
dieses Zeitrahmens habe der vorläufige Insolvenzverwalter die
Druckereien am Donnerstag gebeten, auch weiterhin in Vorkasse zu
gehen.
«Für das Image von Quelle ist das Stoppen von Produktion und
Auslieferung des Katalogs nicht förderlich, sagte der Sprecher Es
wäre schön gewesen, wenn dies nicht passiert wäre
ddpdjn/mwo/pon
| |
|