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finanzen.net
Wochenrückblick KW 27
Freitag 3. Juli 2009, 18:03 Uhr

 

Frankfurt (aktiencheck.de AG) - In der vergangenen Woche mussten die internationalen Leitindizes Verluste verbuchen. So verschlechterte sich der DAX (Xetra: Nachrichten) im Wochenvergleich um rund 1,6 Prozent, während der Dow Jones STOXX 50 einen Rückgang von 0,5 Prozent vorzuweisen hatte. Der japanische Nikkei (Nachrichten) -Index gab im Wochenvergleich um 0,6 Prozent ab. In den USA steht beim Dow Jones (Nachrichten) gegenüber dem letzten Handelstag der Vorwoche ein Minus von
rund 1,8 Prozent zu Buche.

Am Montag stand die Aktie des Automobilherstellers Volkswagen im Fokus. Dabei sorgten Presseberichte um Schwierigkeiten beim VW-Großaktionär Porsche für Abschläge von zeitweise mehr als 6 Prozent. Medienberichten zufolge forderte das Emirat Katar eine rasche Entscheidung über einen möglichen Einstieg und drohte sogar mit dem Scheitern der Pläne, Auch Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff forderte Klarheit über das weitere Vorgehen. Einem weiteren Bericht zufolge soll VW seinem Großaktionär sogar ein Ultimatum gestellt haben. Unterdessen hat Dieter Zetsche, der Chef des Autobauers Daimler (+0,4 Prozent), in einem Zeitungsinterview ein Interesse am Einstieg bei Porsche (Xetra: POR3.DE - Nachrichten) dementiert. Ebenfalls im Blickpunkt stand die Aktie des Stahlkonzerns Salzgitter, nachdem Vorstandschef Leese in einem Presseinterview erklärt hatte, dass das Erreichen eines ausgeglichenen Ergebnisses im laufenden Jahr schwierig werden dürfte. Dabei verwies der Manager auf den insgesamt defizitären Geschäftsverlauf im Zeitraum von April bis Juni. Anteilsscheine der Deutschen Telekom (Xetra: 555750 - Nachrichten) konnten von Gerüchten über ein mögliches Gebot von Vodafone (London: VOD.L - Nachrichten) für die Mobilfunksparte des Konzerns in Großbritannien stellenweise 2 Prozent zulegen. Im TecDAX konnte der Windenergieanlagenbauer Nordex nach einem Großauftrag aus der Türkei rund 9 Prozent zulegen. Am Dienstag standen zunächst die Arbeitsmarktdaten im Fokus: Laut Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) sank die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland im Juni auf Monatssicht um 48.000 auf insgesamt 3.410.000 Menschen. Das Saisonbereinigungsverfahren errechnet für den Juni einen Anstieg um 31.000. Die Arbeitslosenquote ging gegenüber dem Vormonat um 0,1 Prozentpunkte auf 8,1 Prozent zurück. Auf der Unternehmensseite sorgte die Deutsche Telekom für Aufsehen: Einem Medienbericht zufolge rechnet der Konzern damit, dass sich seine Zahlen wegen des anhaltend schwierigen Auslandsgeschäfts erst im zweiten Halbjahr spürbar verbessern werden. Dennoch sehen sich die Bonner auf gutem Weg, die Ergebnisziele einhalten zu können. Am Ende konnte sich die T-Aktie in einem sehr schwachen Markt mit leichten Abschlägen behaupten. Im TecDAX konnten QSC (Xetra: 513700 - Nachrichten) nach einem Großauftrag bis zu 8 Prozent zulegen, am Ende blieb nur ein Plus von 2 Prozent. Am Mittwoch präsentierte das Statistische Bundesamt beim Einzelhandelsumsatz einen leichten Anstieg von 0,5 Prozent. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) meldete hingegen einen drastischen Rückgang beim Auftragseingang: Für den Mai wurde ein Minus von 48 Prozent ausgewiesen. Auf der Unternehmensseite konnte ThyssenKrupp (Xetra: 750000 - Nachrichten) deutliche Zugewinne von 3,6 Prozent verbuchen: In einem Medienbericht hatte der Konzern Preiserhöhungen bei Kunden aus der Automobilindustrie durchsetzen können. METRO (Xetra: 725750 - Nachrichten) zogen nach den starken Einzelhandelsdaten um 6 Prozent an. Tagesgewinner war die Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) , wobei der Titel ohne besondere Nachrichten rund 18 Prozent fester tendierte. Am Donnerstag stand die EZB-Leitzzinsentscheidung auf der Agenda. Dabei wurde das Zinsniveau erwartungsgemäß unverändert belassen. Bei den Unternehmensnachrichten richtete sich die Aufmerksamkeit auf die Automobilbauer, die am Vorabend ihre US-Absatzzahlen vorgelegt hatten. Besonders deutlich fiel das Minus mit 26 Prozent bei Daimler (Xetra: 710000 - Nachrichten) aus, wobei die Aktie 5,5 Prozent leichter schloss. BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) musste einen Absatzrückgang von 20 Prozent hinnehmen und ging mit einem Minus von 3,4 Prozent aus dem Handel. Tagesverlierer war der Volumenhersteller Volkswagen (-7,8 Prozent) mit einem Absatzminus von 18 Prozent. Der Industriekonzern Linde musste trotz eines Großauftrags in Höhe von 1 Mrd. Dollar einen Verlust von mehr als 3 Prozent hinnehmen. Am Schlusstag standen sowohl ThyssenKrupp als auch MAN nach Großaufträgen im Fokus, mussten jedoch am Ende leichter tendieren.

In den USA stand am Montag zunächst der Chicago Fed National Activity Index auf der Agenda, der sich leicht verschlechtert hatte. Auf der Unternehmensseite konnte die Aktie von Alcoa (NYSE: AA - Nachrichten) von einem positiven Analystenkommentar profitieren und 3 Prozent zulegen. Nachbörslich überzeugte die Apollo Group (NASDAQ: APOL - Nachrichten) mit starken Quartalszahlen und konnte um 8 Prozent zulegen. Das Papier von H&R Block konnte fast 10 Prozent zulegen. Der Konzern hat ebenfalls am Montag nach Börsenschluss überzeugende Quartalszahlen vorgelegt. Am Dienstag schockte der deutliche Einbruch beim US-Verbrauchervertrauen die Märkte und führte zu deutlichen Abschlägen. Daran konnte auch der Anstieg beim Chicagoer Einkaufsmanagers nichts ändern. Auf der Unternehmensseite stand die Aktie von Emulex (NYSE: ELX - Nachrichten) im Fokus, nachdem der Rivale Broadcom seine Offerte um 19 Prozent angehoben hatte. Der Anteilschein von Broadcom (NASDAQ: BRCM - Nachrichten) bewegte sich mit 0,5 Prozent im Minus, während die Emulex-Aktie mehr als 10 Prozent einknickte. Corning (NYSE: GLW - Nachrichten) konnte nach einem positiven Ausblick hinsichtlich der LCD-Nachfrage im laufenden Quartal punkten und gewann 1 Prozent hinzu. Das Papier der American International Group (NYSE: AIG - Nachrichten) (AIG) knickte über 14 Prozent ein, nachdem man sich von einer weiteren Geschäftseinheit getrennt hatte. Ebenfalls deutlich unter die Räder kam die Aktie von Schnitzer Steel, die nach enttäuschenden Quartalszahlen 12 Prozent leichter tendierten. Am Mittwoch standen die schlechter als erwartet ausgefallenen Arbeitsmarktdaten des Dienstleisters Automatic Data Processing (ADP (Paris: FR0010340141 - Nachrichten) ) im Blickpunkt. Die Mortgage Bankers Association of America (MBA) ermittelte außerdem für die Woche zum 26. Juni 2009 einen saisonbereinigten Rückgang bei der Zahl der Hypothekenanträge. Die leicht besser als erwartet e Zahl der anstehenden Häuserverkäufe fiel hingegen nicht ins Gewicht. Der Anteilschein von General Mills (NYSE: GIS - Nachrichten) gewann 4 Prozent hinzu, nachdem der Konzern einen deutlichen Gewinnanstieg vorzuweisen hatte. Papiere von Ford Motor gaben heute 2,6 Prozent nach, Anteile von General Motors (NYSE: GM - Nachrichten) lagen sogar mit über 16 Prozent im Minus, nachdem beide Autokonzerne einen deutlichen Absatzrückgang hinnehmen mussten. Der Anteilschein von Constellation Brands gewann nach starken Quartalszahlen 7 Prozent hinzu. Der Nutzfahrzeughersteller Oshkosh stach mit einem Plus von über 26 Prozent aus der Masse hervor, nachdem man einen Großauftrag des US-Militärs an Land ziehen konnte. Am Donnerstag standen die US-Börsen nach schwachen Arbeitsmarktdaten unter Beschuss. Laut US-Arbeitsministerium hat sich die Arbeitsmarktsituation in den USA im Juni 2009 weiter verschlechtert: Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 9,5 Prozent und stieg damit auf das höchste Niveau seit August 1983. Der US-Auftragseingang langlebiger Güter ist laut US-Handelsministerium im Mai 2009 angewachsen, verfehlten jedoch die Erwartungen. Die Aktie von Boeing (NYSE: BA - Nachrichten) verlor rund 3 Prozent, nachdem man die Auslieferungszahlen für das zweite Quartal bekannt gegeben hatte. Am Freitag fand aufgrund des "Independence Day" am Samstag in New York kein Handel statt.

In Europa konnte der britische Mobilfunkanbieter Vodafone zum Wochenstart leichte Zugewinne von 1,2 Prozent vorweisen. Einem Pressebericht zufolge planen die Briten die Übernahme der zur Deutschen Telekom gehörenden Tochter T-Mobile UK. Weniger gut lief es für den österreichischen Beleuchtungsspezialist Zumtobel, der nach einem Umsatz. und Ergebnisrückgang im ersten Quartal ein Minus von 2,3 Prozent hinnehmen musste. Papiere des finnischen Maschinenbaukonzerns Metso rückten an der Nordix Stock Exchange um 2,64 Prozent vor, nachdem man einen Großauftrag vermeldet hatte. Am Dienstag wies die EU-Statistikbehörde Eurostat einen Rückgang der Verbraucherpreise für Juni um 0,1 Prozent aus. außerdem bekannt wurde, hat sich das britische Wirtschaftswachstum im ersten Quartal stärker als zunächst erwartet abgeschwächt. Auf Unternehmensseite stand der schwedische Maschinenbaukonzern SKF im Fokus. Nach einem weiteren Rationalisierungsprogramm, das den Abbau von 900 Stellen vorsieht, gab die Aktie 3 Prozent ab. Am Mittwoch konnte der Einzelhandelskonzern Carrefour 5,7 Prozent zulegen, nachdem man zuvor milliardenschwere Einsparungen angekündigt hatte. Der britische Kaufhauskonzern Marks & Spencer gewann nach einem deutlichen Umsatzplus im ersten Quartal 4 Prozent. Papiere von Diageo (London: DGE.L - Nachrichten) gewannen 2,8 Prozent. Der weitweit führende Spirituosenhersteller hatte zuvor weitere Restrukturierungen angekündigt. Auch die niederländische Großbank ING konnte nach der Bekanntgabe eines Restrukturierungsprogramms knapp 2 Prozent zulegen. Am Donnerstag beließ die EZB das europäische Leitzinsniveau erwartungsgemäß unverändert. Auf Unternehmensseite stach die Aktie der französischen Fluggesellschaft Air France-KLM mit einem Minus von 5 Prozent aus der Masse hervor. Einem Pressebericht zufolge hat die Fluggesellschaft im ersten Quartal des Geschäftsjahres 2009/10 einen Umsatzeinbruch von 20 Prozent verzeichnet. Sanofi (Paris: FR0000120578 - Nachrichten) -Aventis gaben knapp 2 Prozent ab. Der Pharmakonzern hat zuvor von der US-Gesundheitsbehörde FDA die Zulassung für das Medikament Multaq erhalten. Der schweizerische Mischkonzern ABB vermeldete einen weiteren Großauftrag aus Bahrain. Dennoch verlor der Wert in einem schwachen Gesamtumfeld 3 Prozent. Am Schlusstag der Handelswoche musste die Aktie der Bank of Ireland Abschläge hinnehmen, nachdem der Finanzkonzern für das Gesamtjahr von einem weiterhin schwierigen Marktumfeld ausgeht. Positive Studiendaten sorgten bei Roche (Virt-X: ROG.VX - Nachrichten) für leichte Zugewinne von rund 1 Prozent. Deutlich fester präsentierte sich hingegen British Airways (London: BAY.L - Nachrichten) , obwohl die Fluglinie für Juni einen deutlichen Passagierrückgang hinnehmen musste. Zeitweise gewann der Wert 5 Prozent hinzu.

In Asien verlief der Wochenstart insgesamt recht uneinheitlich. Unter anderem waren in Japan leichte Abschläge zu verzeichnen, nachdem das Ministerium für Wirtschaft, Handel und Industrie (METI) einen Anstieg der Industrieproduktion ausgewiesen hatte. Auf der Unternehmensseite schockte Daiwa Securities seine Anleger mit einer Kapitalerhöhung über 240 Mrd. Japanische Yen, was mit einem Abschlag von 12 Prozent quittiert wurde. Schwach präsentierten sich zu Wochenbeginn Automobilwerte. So gaben Toyota um 2,5 Prozent, Honda um 1,1 Prozent, Mazda um 1,6 Prozent und Nissan um 2,9 Prozent ab. Deutliche Abschläge waren im Stahlsegment auszumachen. Hier büßten Nippon Steel (Berlin: NPS.BE - Nachrichten) 2,5 Prozent, JFE 3 Prozent, Kobe Steel (Frankfurt: 858737 - Nachrichten) 2,8 Prozent und Sumitomo Metal 2,7 Prozent ein. Am Dienstag konnte sich der japanische Leitindex Nikkei deutlich erholen, obwohl für den Monat Mai ein deutlicher Anstieg der Arbeitslosenzahlen ausgewiesen wurde. Im Technologiesektor gewannen Nikon (Berlin: NKN.BE - Nachrichten) nach einer positiven Analystenstudie 6,4 Prozent, während der Konsumkreditanbieter Aiful nach einer Kaufempfehlung von Goldman Sachs (NYSE: GS - Nachrichten) 20 Prozent fester tendierte. Ölwerte waren in China gefragt, nachdem die Absatzpreise für Benzin und Diesel im Reich der Mitte zum dritten Mal in diesem Jahr angehoben wurden. Die Aktie des Ölkonzerns Sinopec verbesserte sich daraufhin in Hongkong als Umsatzspitzenreiter um 3,3 Prozent. Die Aktie des größten japanischen Einzelhandelskonzerns Seven & I brach in Tokio am Donnerstag um 5 Prozent ein, nachdem der Konzern schwache Quartalszahlen gemeldet hatte. Für Fast Retailing ging es um knapp 3 Prozent nach unten. Wie der größte Anbieter von Casual Wear in Japan gestern bekannt gab, haben seine Kunden im Juni im Durchschnitt deutlich weniger Geld ausgegeben als in den Monaten zuvor.

In der kommenden Woche stehen unter anderem die Geschäftszahlen von Schulman Inc., A, International Speedway (NASDAQ: ISCA - Nachrichten) , Alcoa, Banesto, Family Dollar, PSI (PSCPE.OB - Nachrichten) , ASML, Gerresheimer (Xetra: A0LD6E - Nachrichten) , Südzucker (Xetra: 729700 - Nachrichten) , Carrefour (Madrid: CAR.MC - Nachrichten) , Accor (Paris: FR0000120404 - Nachrichten) , IBM (NYSE: IBM - Nachrichten) , Novartis (Virt-X: NOVN.VX - Nachrichten) , Rio Tinto (London: RIO.L - Nachrichten) , Yara International (Oslo: YAR.OL - Nachrichten) , Dell (NASDAQ: DELL - Nachrichten) , General Electric (NYSE: GE - Nachrichten) und OMV (Wien: 430021.VI - Nachrichten) zur Veröffentlichung an.

Am Montag wird in Deutschland unter anderem der Dienstleistungsindex für den Monat Juni veröffentlicht. Am Nachmittag dürfte der in den USA zur Veröffentlichung anstehende ISM-Dienstleistungsindex im Fokus stehen. Am Dienstag werden in Großbritannien die Daten zur Industrieproduktion im Mai veröffentlicht, während in Deutschland der Auftragseingang für die Industrie ansteht. Am Mittwoch beginnt die turnusmäßige Sitzung der britischen Zentralbank. In Europa steht die Statistik zum BIP im ersten Quartal an. In Japan werden die Daten zur Zahlungsbilanz sowie zum Auftragseingang im Maschinenbau veröffentlicht. In Deutschland werden die Daten zur Entwicklung der Produktion im produzierenden Gewerbe publiziert. In den USA wird am Nachmittag die Entwicklung der US-Hypothekenanträge sowie der Öllagerbestände veröffentlicht. Am Donnerstag werden in Großbritannien die Daten zur Handelsbilanz sowie das Sitzungsergebnis der Notenbank veröffentlicht. In den USA richten sich die Blicke der Anleger auf die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sowie die Großhandelsdaten. Am Schlusstag der Handelswoche werden in den USA mit der Handelsbilanz, der Entwicklung der Ein- und Ausfuhrpreise sowie dem Verbrauchervertrauen der Uni Michigan drei wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht.

Der Ölpreis gab in der vergangenen Woche leicht nach und notiert derzeit bei 66,14 Dollar je Barrel Brent Crude. Gold gab zuletzt auf 931,87 Dollar je Feinunze ab. Der Euro fiel auf knapp unter 1,40 Dollar zurück.

Indexstände (03.07., 17.57 Uhr) DAX: 4.708,21 TecDAX: 618,50 Dow Jones STOXX 50: 2.077,28 Nikkei 225: 9.816,07 Dow Jones: 8.280,74 NASDAQ Composite (NASDAQ: Nachrichten) : 1.796,52 (03.07.2009/ac/n/m)

 
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