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dpa
Metro kämpft mit der Wirtschaftskrise
Dienstag 3. November 2009, 10:05 Uhr

Metro kämpft mit der Wirtschaftskrise
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Düsseldorf (dpa) - Deutschlands größter Handelskonzern Metro hat auch im dritten Quartal mit der Wirtschaftskrise zu kämpfen. Allerdings zeigt das Anfang des Jahres eingeleitete Sparprogramm inzwischen Wirkung und hat den Konzern vor größeren Einbrüchen beim Ergebnis bewahrt.

Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (EBIT) lag mit 357 Millionen Euro knapp unter dem Vorjahresniveau, wie Metro am Dienstag mitteilte. Unter dem Strich drückten unter anderem die Kosten für den Konzernumbau den Überschuss von 183 Millionen Euro auf 72 Millionen Euro. Zudem wurde das dritte Quartal
wieder durch die Abwertung osteuropäischer Währungen belastet.

Der Konzernumsatz fiel um 4,6 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro, was in erster Linie einem schwächeren Konsum im Ausland geschuldet war. In Deutschland hielt sich das Geschäft vergleichsweise stabil. Mit seinen Quartalszahlen traf Metro die Erwartungen der Analysten beim Umsatz. Beim EBIT lag der Konzern über den Schätzungen und beim Nettoergebnis darunter. Die Aktie entwickelte sich im vorbörslichen Handel zwar etwas besser als der Markt, lag aber dennoch mit 0,48 Prozent bei 37,32 Euro im Minus.

Für das Gesamtjahr blieb Metro weiterhin eine Prognose schuldig. Klar ist aber, dass Umsatz und Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr zurückgehen werden. Für den Konzern ist vor allem das anstehende Weihnachtsgeschäft wichtig, in dem der Großteil des Umsatzes und Ergebnisses gemacht wird. Dafür sei die Metro gut vorbereitet, hieß es. Eine wesentliche Trendverbesserung werde es im vierten Quartal aber nicht geben.

Metro leidet wie alle stark vom Konsum abhängigen Branchen unter der Kaufzurückhaltung der Verbraucher in der Wirtschaftskrise. Der Konzern hat sich ein Umbauprogramm verordnet, mit dem bis zum Jahr 2012 die Kosten um 800 Millionen Euro gesenkt werden sollen. Weitere 700 Millionen Euro sollen Produktivitätsverbesserungen bringen. Größte Baustellen derzeit sind das deutsche Großhandelsgeschäft (Cash & Carry) und die Lebensmitteltochter Real, die beide bislang die Talsohle noch nicht verlassen haben. Metro will mit mehr Eigenmarken und mehr Service dem rückläufigen Trend gegensteuern.

Im dritten Quartal verbuchte das Deutschlandgeschäft von Cash & Carry einen Umsatzrückgang von fünf Prozent. Deutlich schwächer entwickelte sich der Auslandsmarkt. Vor allem Nicht-Lebensmittel in Osteuropa verkauften sich schlecht. Der derzeit tobenden Preiskampf im Lebensmittel-Einzelhandel setzte der Metro-Tochter Real zu. Ihr Umsatz sank um vier Prozent. Unter Ausklammerung von Sondereffekten konnte Metro jedoch den Verlust der Sparte eindämmen.

Das Glanzstück in der Metro-Gruppe waren die Elektronikketten Media Markt und Saturn, die trotz Konsumflaute ihr Wachstum fortsetzen konnten. In Deutschland stieg der Umsatz um 6,5 Prozent, auch Westeuropa legte zu, während Osteuropa schwächelte. Ein Umsatzminus von gut vier Prozent verbuchten die Kaufhäuser Galeria Kaufhof.

Das warme Wetter bis in den September hinein bremste den Verkauf von Wintertextilien. Metro zählt Kaufhof nicht mehr zum Kerngeschäft und würde die Tochter am liebsten in einer Deutschen Warenhaus AG mit dem Konkurrenten Karstadt zusammenlegen. Der Konzern hat mehrfach betont, er wolle bis zu zwei Drittel der insgesamt 90 Karstadt-Filialen übernehmen. Bislang liegen die Gespräche aber auf Eis. In der nächsten Woche tagt die Gläubigerversammlung von Karstadt, was vielleicht neuen Schwung in die Verhandlungen bringen könnte.

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