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Helsinki (dpa) - Bis zu 6000 Arbeitsplätze soll die Dauerkrise beim angeschlagenen Telekomausrüster Nokia Siemens Networks (NSN) kosten. Wie der Handy-Konzern Nokia am Dienstag in Helsinki ankündigte, ist bis Ende nächsten Jahres der Abbau von sieben bis neun Prozent der derzeit 64 000 Beschäftigten vorgesehen. In diesem Zeitraum will NSN 550 Millionen Euro Kosten einsparen und die Konzernstruktur zur Anpassung an «veränderte Märkte» kräftig umbauen. Man wisse noch nicht, ob der ins Auge gefasste Stellenabbau niedriger oder höher ausfallen werde als im bisher
genannten Rahmen, hieß es weiter aus der finnischen Hauptstadt. Als völlig offen bezeichnete der seit 1. Oktober amtierende NSN-Chef Rajeev Suri die Verteilung des Stellenabbaus auf verschiedene Länder: «Wir sind einfach noch nicht so weit.» In Deutschland beschäftigt das Unternehmen gut 10 000 Mitarbeiter, davon knapp die Hälfte in München.Der indische Konzernchef kündigte den Umbau der Konzernstruktur von bisher fünf auf drei neue Einheiten an: «Das ist der wichtigere Teil unserer neuen Strategie. Damit stellen wir uns auf veränderte Kundenwünsche auf einem völlig veränderten Markt ein.» Er sei sich sicher, dass NSN «damit wieder auf dem Weg zu Wachstum und Erträgen gefunden hat». Nach Verlusten in allen drei Quartalen dieses Jahres betrug das operative Minus des deutsch-finnischen Joint-Ventures zuletzt 53 Millionen Euro. Der Umsatz fiel um knapp 20 Prozent auf 9,8 Milliarden Euro. Der mit seinen Handys lange erfolgreiche Nokia- Konzern geriet vor allem durch die Wertberichtigungen über 908 Millionen Euro bei der Tochter NSN in den abgelaufenen drei Monaten erstmals seit 1993 wieder in die Verlustzone. Seit Beginn der Zusammenarbeit zwischen dem deutschen Siemens- Konzern und Nokia mit je 50 Prozent im Frühjahr galt der Telekom- Ausrüster fast durchgehend als Sorgenkind. Die operative Leitung liegt allein beim finnischen Partner von Siemens. Als Ziel dabei wurde neben der Senkung der Betriebskosten auch die Anpassung der Preisstruktur angegeben. NSN hatte zuletzt einerseits Marktanteile an den schwedischen Marktführer Ericsson, aber auch an billigere Anbieter aus Asien verloren. In Medienberichten hatte es zuletzt mehrfach geheißen, dass sowohl Siemens als auch Nokia einen Ausstieg des seit zweieinhalb Jahren wenig erfolgreichen Joint Ventures anstreben, aber bisher keine Interessenten gefunden haben. Suri meinte zu den Zukunftsaussichten: «Unsere Mutter-Unternehmen stecken Milliarden in neues Wachstum für uns. Das ist ja auch ein Bekenntnis.»
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