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dpa
UBS schreibt weiter rote Zahlen
Dienstag 3. November 2009, 16:19 Uhr

UBS schreibt weiter rote Zahlen
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Zürich (dpa) - Die von der Finanzkrise stark gebeutelte Schweizer Großbank UBS kämpft mit ihrem angekratzten Image. Nach der Vorlage roter Zahlen für das dritte Quartal wurde die größte Bank des Landes am Dienstag an der Börse mit Kursverlusten von über fünf Prozent abgestraft.

Der Vertrauensverlust, dem sich die Bank nach der Aufgabe des Bankgeheimnisse und im Steuerstreit mit den USA ausgesetzt sieht, ist weiter riesengroß. Besonders Schweizer haben der Bank massiv Geld entzogen. Diese vermögenden Privatkunden zurückzugewinnen, die sich jetzt etwa beim Rivalen Credit
Suisse zu Hause fühlen, dürfte eine der Hauptaufgaben für 2010 sein, heißt es in Expertenkreisen.

Während für das kommende Jahr bankintern wieder mit schwarzen Zahlen gerechnet wird, sehen Experten die vorsichtigen Prognosen von Bankchef Oswald Grübel bestätigt: Er erwartet eine wirkliche Erholung erst in zwei bis drei Jahren. Ob die Bank dann aber überhaupt noch in ihrer derzeitigen Form besteht, wird bezweifelt.

Es mehren sich die Stimmen, die den immer noch größten Vermögensverwalter der Welt zerschlagen wollen. Sie sei «zu groß, um fallengelassen zu werden», hatte etwa der ehemalige Schweizer Justizminister Christoph Blocher gewettert. Dies müsse geändert werden, denn bei einer neuen Krise drohe die Bank die ganze Schweiz mit in den Abgrund zu reißen.

Analysten sahen das am Dienstag etwas gelassener: Zwar weise die UBS im dritten Quartal einen Verlust von 564 Millionen Schweizer Franken (373 Mio Euro) aus. Aber das sei immerhin deutlich weniger als die 1,4 Milliarden Franken im Vorquartal. Und stelle man den Reinverlust der ersten neun Monate von 3,9 Milliarden Franken dem von 11,7 Milliarden in der Vorjahresperiode gegenüber, sehe das Bild noch besser aus. Satte 1,5 Milliarden Franken an operativem Gewinn wären im dritten Quartal übrig geblieben, hätte es unschöne «Sonderfaktoren» nicht gegeben - aus Lasten der Vergangenheit.

«Die Erwartungen waren zu hoch», sagte denn auch Ökonom Maurice Pedergnana NZZ-online. Und auch UBS-Finanzchef John Cryan sieht seine Bank auf dem Weg der Besserung. Es werde aber länger dauern als gedacht, «bis wir wieder eine profitable Bank haben». Die große Krise sei vorbei, stellte der Präsident der Finanzkommission des Parlaments, Fabio Abate, schon Anfang September fest. Staatshilfe sei nicht mehr nötig: «Der Brand ist gelöscht.» Das maximale Risiko der Schweizerischen Nationalbank bei der Verwertung fauler Wertpapiere der UBS in den USA habe sich auf 28 Milliarden Franken reduziert - von ehemals 40 Milliarden.

Und noch besser: Den sechs Milliarden Franken, die der Schweizer Staat der UBS zur Stützung Verfügung gestellt hat, steht nun ein Verkaufserlös aus der Pflichtwandelanleihe von 7,2 Milliarden gegenüber - ein Gewinn von 1,2 Milliarden Franken. Das entspricht für einen Zeitraum von rund acht Monaten einer Jahresrendite von 30 Prozent, wie das Finanzministerium stolz berichtete. Der Schweizer Staat hat also zunächst einmal von der Krise der UBS profitiert.

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