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Presse: Porsche mit Finanzierungsproblemen bei VW-Übernahme
Montag 4. Mai 2009, 09:47 Uhr

 

Stuttgart (aktiencheck.de AG) - Dem Sportwagenhersteller Porsche Automobil Holding SE (ISIN DE000PAH0038/ WKN PAH003) droht nach Informationen des Nachrichtenmagazins "DER SPIEGEL" in Zusammenhang mit der Übernahme des Automobilkonzerns Volkswagen AG (ISIN DE0007664005/ WKN 766400) eine milliardenschwere Finanzierungslücke.

Wie das Nachrichtenmagazin schreibt, muss der Zuffenhausener Sportwagenhersteller nicht nur binnen weniger Monate neue Finanzierungsmöglichkeiten für 3,3 Mrd. Euro finden, sondern muss auch schwerwiegende Probleme in Zusammenhang mit den abgeschlossenen VW-Optionsgeschäften lösen. Sollte der Autobauer die Optionskontrakte
mit einem Nennwert von 57 Mrd. Euro auslaufen lassen, würden die Banken im Gegenzug VW-Aktien verkaufen. Der anschließende Kursrutsch der VW-Aktie würde bei Porsche (Xetra: POR3.DE - Nachrichten) möglicherweise dann Abschreibungen in Milliardenhöhe verursachen, schreibt das Nachrichtenmagazin unter Berufung auf Bankenkreise.

Porsche könnte die Optionskontrakte zwar verlängern, dann würden jedoch Gebühren in Höhe mehrerer hundert Millionen Euro fällig. Das Unternehmen kann zudem die Verträge nicht dauerhaft aufrechterhalten. Es hatte sie aufgebaut, um die Übernahme von 75 Prozent der VW-Aktien abzusichern. Die Familien Porsche und Piëch müssen dieses Ziel wegen der hohen Schulden nun aufgeben.

Bei einem Treffen am vergangenen Mittwoch konnten sich Wolfgang Porsche und Ferdinand Piëch nicht darüber einigen, wie die Schuldenlast verringert werden soll. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Finanzchef Holger Härter präsentierten ihr Konzept: Danach soll Porsche mit dem VW-Konzern fusionieren. Das neue Unternehmen würde sich dann durch eine Kapitalerhöhung frisches Geld besorgen. An ihr soll sich das Golf (GOLF.SN - Nachrichten) -Emirat Katar beteiligen, das neben den Familien und dem Land Niedersachsen zum dritten Großaktionär von VW würde. Aber auch die Familien müssten laut dem Bericht mehrere Milliarden Euro einbringen.

Das Gegenkonzept, das Piëch favorisiert, sieht vor, dass der VW-Konzern das Automobilgeschäft von Porsche kauft. Die Porsche Holding könnte mit dem Geld die Schuldenlast verringern. Für den 6. Mai haben sich nach Informationen des Nachrichtenmagazins die Familien Porsche und Piëch zum nächsten Krisentreffen verabredet.

Die Aktie von Porsche notierte zuletzt bei 54,00 Euro. (04.05.2009/ac/n/d)

 
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