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Handelsblatt.com
Dax: US-Daten verschärfen Angst an der Börse von handelsblatt.com
Freitag 5. September 2008, 15:05 Uhr

 

Der deutsche Aktienmarkt hat am Freitag nach der Bekanntgabe von schwachen US-Arbeitsmarktdaten seine Verluste noch einmal ausgeweitet und ist nahe an die 6 100-Punkte-Marke gefallen. Börsianer sehen nach den ausgebliebenen Zinssenkungssignalen durch die EZB kurzfristig auch keinen Stimmungsumschwung. Technische Analysten sehen beim deutschen Leitindex bereits die 6 000-Punkte-Marke in Gefahr.

HB FRANKFURT. Die US-Arbeitslosenzahlen für den vergangenen Monat hätten die Kurse auf Talfahrt geschickt, sagten Aktienhändler. Die Daten seien ein großer Stimmungsdämpfer für den Markt. Die Zahl der Beschäftigten in den USA außerhalb der Landwirtschaft sank im August stärker als von Experten erwartet. Die Arbeitslosenquote stieg auf 6,1 Prozent nach 5,7 Prozent im Vormonat. Ins Auge steche vor allem der starke Anstieg der Arbeitslosenquote, erklärten Volkswirte. "Das ist schon ziemlich massiv", sagte Thomas Amend, Analyst bei HSBC Trinkaus. "Es zeigt, dass die Unternehmen bei den Neueinstellungen vorsichtig sind. Das stimmt nicht gerade euphorisch
für die US-Konjunktur."

Der Euro stieg bis kurz vor die Marke von 1,43 Dollar und notierte zuletzt bei 1,4266. Die deutschen Anleihen bauten nach dem enttäuschenden US-Arbeitsmarktbericht ihre Kursgewinne aus. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future kletterte am Nachmittag auf sein Tageshoch von 115,80 Punkte. Vor dem Arbeitsmarktbericht hatte der Future noch bei 115,49 Punkten notiert.

Bereits im frühen Handel hatte der deutsche Leitindex erneut kräftige Verluste hinnehmen müssen, nachdem der Leitindex schon am Vortag fast drei Prozent auf 6 279 Punkte verloren hatte. Das Börsenbarometer folgte damit den schwachen Vorgaben aus den USA und Asien.

Thyssen (Xetra: 750000 - Nachrichten) -Krupp-Aktien gaben 4,05 Prozent auf 29,13 Euro ab. Händler verwiesen auch auf die schwache Vorgabe für Stahlwerte aus den USA. Die Papiere von United States Steel (NYSE: X - Nachrichten) waren am Vorabend um 5,12 Prozent auf 112,67 Dollar auf ein 6-Monats-Tief gerutscht. Auch an den asiatischen Märkten hätten die Stahltitel unter Druck gestanden, wobei Nippon Steel (Berlin: NPS.BE - Nachrichten) ebenfalls mehr als fünf Prozent verloren. In China seien zudem einige Branchenwerte wegen der Ankündigung von Restrukturierungen vom Handel ausgesetzt worden. Im MDax ging es für die Papiere von Salzgitter um 3,84 Prozent auf 89,10 Euro nach unten.

Einziger Gewinner im Dax (Xetra: Nachrichten) waren die Titel der Deutschen Postbank , die 1,46 Prozent auf 42,95 Euro zulegten. Händler verwiesen auf erneute Gerüchte, die am Markt herumgereicht würden, dass die Deutsche Bank ein Angebot von 50 Euro je Postbank-Aktie plane. Nach der Übernahme der Dresdner Bank durch Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) sei die Deutsche Bank etwas unter Zugzwang, die Commerzbank komme als Käufer der Postbank unterdessen zunächst nicht mehr in Frage. Ein Sprecher der Deutschen Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) sagte auf Anfrage: "Kein Kommentar". In Finanzkreisen wurde ein solches Gebot zum aktuellen Zeitpunkt als "unwahrscheinlich" eingestuft. Deutsche Bank-Titel gaben um 1,44 Prozent auf 56,92 Euro nach.

Belastet von Gewinnmitnahmen fielen im MDax (Xetra: Nachrichten) die Aktien von ProSiebenSat.1 Media um 3,51 Prozent auf 6,05 Euro. Händler verwiesen auf Gewinnmitnahmen, nachdem sich die Papiere des Medienkonzerns seit Anfang Juli in der Spitze um 70 Prozent erholt haben. Nach dem Bruch der Unterstützung bei rund 6,30 Euro habe sich auch die Charttechnik eingetrübt.

Die im TecDax (Xetra: Nachrichten) notierten Solartitel gaben deutlich nach. Einem Händler zufolge leidet die Solarbranche unter der Sorge, dass der sinkende Ölpreis den Anreiz verringern könnte, auf alternative Energien umzusteigen. So fielen die Aktien von Q-Cells um 8,54 Prozent auf 57,16 Euro, und für die Papiere von Phoenix Solar (Xetra: A0BVU9 - Nachrichten) ging es um 4,75 Prozent auf 45,89 Euro nach unten.

Aixtron (Xetra: 506620 - Nachrichten) -Aktien weiteten ihre massiven Vortagesverluste aus. Sie fielen erneut um 1,09 Prozent auf 6,37 Euro. Bereits am Vortag war der Titel um acht Prozent gefallen. Händler hatten auf einen Artikel der taiwanischen Zeitung "Digitimes" verwiesen, der von einer Verzögerung bei den Expansionsplänen der LED-Hersteller berichte. Dies drücke auf die Stimmung für den Zulieferer, sagten Händler. Aktuell senkte Exane BNP das Kursziel von 14,00 auf 7,50 Euro und die Einstufung "Outperform" auf "Neutral".

Außerhalb der großen Indizes stiegen die Titel der im SDax (Xetra: Nachrichten) notierten, zweitgrößten deutschen Fluggesellschaft Air Berlin um 1,73 Prozent auf 3,98 Euro. Von Januar bis August 2008 beförderten die Berliner 3,9 Prozent mehr Passagiere als im Vorjahreszeitraum. Ein Händler sagte: "Die Zahlen sehen gut aus".

 

Aktienkurse
Aixtron AG
AIX.DE
5.22
+6.10%
Allianz SE
ALV.DE
51.99
-3.11%
Commerzbank AG
CBK.DE
6.18
-6.01%
Deutsche Bank AG
DBK.DE
23.08
-3.17%
NIPPON STEEL CORP
NPS.BE
2.44
-7.22%
Phoenix SonnenStorm ...
PS4.DE
20.88
-1.56%
ThyssenKrupp AG
TKA.DE
13.27
-1.04%
United States Steel
X
28.64
+0.00%
DAX
^GDAXI
4487.47
-1.53%
MID CAP INDEX
^MDAXI
5097.72
-2.96%
SDAX PERF-IND
^SDAXI
2572.06
-0.96%
TECDAX
^TECDAX
477.97
-3.45%

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