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FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Inflation bleibt nach Einschätzung von EZB-Chefvolkswirt Jürgen Stark auf einem Besorgnis erregenden Niveau. "Angesichts der anhaltenden Finanzmarktspannungen bleibt das Umfeld für die EZB herausfordernd", sagte Stark am Freitag in Frankfurt am Rande einer Konferenz der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Herausforderungen nähmen eher zu, als dass sie abnehmen würden.
PREISSTABILITÄT WICHTIGE VORAUSSETZUNG FÜR WACHSTUM Stark sieht die EZB nicht in einem Dilemma zwischen dem Ziel der Preisstabilität und der Konjunkturschwäche. "Preisstabilität ist eine wichtige Voraussetzung für ein stabiles Wirtschaftswachstum."
Die Inflation dürfte sich in den kommenden Monaten zurückbilden.In den derzeit schwierigen Zeiten wird nach Einschätzung von Trichet der Wert einer auf Preisstabilität ausgerichteten Geldpolitik offensichtlich. Die im vergangenen Sommer begonnene Finanzmarktkrise sowie der Anstieg der Rohstoffpreise habe ein herausforderndes Umfeld geschaffen, sagte Trichet. Die Notenbanken müssten sich mit der Schwäche der "Finanzfabrik" und dem durch die Rohstoffpreise geschaffenen Preisdruck auseinandersetzen. Das wichtigste was die Notenbank für die Finanzmärkte tun könne, sei die Gewährleistung von Preisstabilität, sagte Stark. Es werde daher gefährlich für die Glaubwürdigkeit der EZB, wenn sie ihre Definition von Geldwertstabilität ändern würde. Eine Änderung sollte daher ausgeschlossen werden. Die Notenbank sieht Geldwertstabilität mittelfristig bei einer Inflationsrate von unter, aber nahe zwei Prozent als gewährleistet an. Im August hatte die Inflationsrate in der Eurozone bei 3,8 Prozent gelegen. FEHLER DER 70IGER JAHRE VERMEIDEN Die EZB habe aus den Fehlern der 70iger Jahre gelernt, sagte Trichet. Dazu trage auch die Konzentration auf Preisstabilität und die besondere Beachtung der monetären Größen bei. Dieser Rahmen erlaube es der EZB, die Fehler der 70iger Jahre zu vermeiden. Preisstabilität trage zum Wirtschaftswachstum und der Schaffung von Arbeitsplätzen bei. Die jüngste Korrektur an den Finanzmärkten sei willkommen aber schmerzhaft. Die Phase einer hohen Risikoneigung sei zu Ende. Die EZB habe diese Entwicklung erwartet. "Die jüngste Entwicklung hat die Bedeutung der monetären Analyse unterstrichen", sagte auch Stark. Sie erlaube nicht nur die Entdeckung von Risiken für die Preisstabilität. Zudem könne sie auch frühzeitig auf Ungleichgewichte an den Finanzmärkten und Fehlbewertungen hinweisen. Wichtig in dem derzeitigen Umfeld seien jedoch auch ein pragmatisches und flexibles Handeln bei der Versorgung der Märkte mit zusätzlicher Liquidität. Diese zusätzlichen Geschäfte seien jedoch streng von der Geldpolitik zu trennen, sagte Stark. Dies dürfe jedoch nicht dazu führen, dass andere Marktteilnehmer ihre Rolle an den Geldmärkten der EZB überlassen und ihre eigene Verantwortung vernachlässigen./js/jha/
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