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Financial Times Deutschland
Einsparungen: BMW und Daimler scheitern an Getriebe-Kooperation
Montag 5. Oktober 2009, 15:06 Uhr

 

Pläne für eine Getriebe-Kooperation zwischen BMW (Xetra: 519000 - Nachrichten) , Mercedes (Xetra: 710000 - Nachrichten) und dem Zulieferer ZF sind gescheitert. Die Verhandlungen platzten "buchstäblich auf der Zielgeraden", teilte die IG Metall am Montag mit. In einer Gewerkschaftszeitung für Daimler-Mitarbeiter heißt es, das Getriebecenter PGE mit mehr als 2000 Mitarbeitern sollte den ursprünglichen Plänen zufolge "in ein neues
Unternehmen eingebracht werden", dies sei an technischen Details gescheitert. Nun werde zwischen beiden Unternehmen nur noch über eine Kooperation bei Drei- und Vierzylinder-Benzinmotoren gesprochen.

Unternehmenskreise bestätigten der Nachrichtenagentur AP am Montag, dass die Kooperation bei den Getrieben vorerst nicht weiterverfolgt werde. Die "Automobilwoche" zitierte einen Daimler-Manager mit den Worten: "Es gab Pläne, zusammen mit BMW ein Achtgang-Automatgetriebe zu bauen." Der Zeitung zufolge ist auch ein von Daimler-Chef Dieter Zetsche vor kurzem ins Spiel gebrachtes gemeinsames Getriebewerk mit BMW in den USA vom Tisch.

Über eine engere Zusammenarbeit der Hersteller, die Automobilexperten aus Kostengründen für dringend notwendig halten, gibt es seit vielen Monaten Meldungen, Gerüchte, Dementis und Bestätigungen. Sowohl BMW als auch Daimler leiden unter der weltweiten Absatzflaute. Durch Kooperationen könnten die Hersteller viel Geld sparen, indem sie Größenvorteile nutzen - wie etwa Oberklasse-Konkurrent Audi als Teil des VW-Konzerns. Seit etwa einem Jahr kaufen Daimler und BMW gemeinsam Komponenten wie Scheibenwischer, Gurtstraffer oder Fensterheber ein und wollen zumindest diese Zusammenarbeit ausweiten.

Die Autobauer äußerten sich nicht zu den Verhandlungen. Dort hieß es lediglich, die seit längerem geführten Gespräche liefen in guter Atmosphäre, über Ergebnisse werde erst nach Abschluss berichtet. Markenrelevante Teile sind dabei ausgenommen. So sagte BMW-Finanzvorstand Friedrich Eichiner der "Automobilwoche": "Bei Zwölf-, Acht-, und Sechszylindern sehe ich kaum Möglichkeiten, mit irgendjemandem in diesem imageträchtigen Bereich gemeinsam Motoren zu entwickeln." Die Aktien des Stuttgarter Herstellers gaben am Montag bis zu 1,6 Prozent nach, BMW verloren zeitweise zwei Prozent.

Beide Premiumautobauer fürchten bei einer tieferen Zusammenarbeit offenbar um ihre Markenidentität. Daimler-Entwicklungsvorstand Thomas Weber hatte kürzlich gesagt: "Unser wichtigstes Gut ist unsere Marke". Daimler ist einer der wenigen Autohersteller, der Getriebe noch selbst herstellt. BMW baut derzeit wie auch Rolls Royce (London: RR.L - Nachrichten) und Bentley in seine 7er-Limousine ein Achtgang-Automatikgetriebe von ZF ein.

Zuletzt hatte beispielsweise Fiat (Mailand: F.MI - Nachrichten) den US-Hersteller Chrysler übernommen und Volkswagen (Xetra: 766400 - Nachrichten) schluckte Porsche (Xetra: POR3.DE - Nachrichten) . Zudem planen fast alle Hersteller weltweit weitreichende Kooperationen.

 

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