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dpa
US-Netzwerkspezialist Cisco sieht Trendwende
Donnerstag 5. November 2009, 12:47 Uhr

 

US-Netzwerkspezialist Cisco sieht Trendwende
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San Jose (dpa) - Der weltgrößte Netzwerkausrüster Cisco macht Hoffnung auf ein Ende der Krise. Das US-Unternehmen, das als eines der wichtigsten Stimmungsbarometer nicht nur für die Technologiebranche gilt, sieht sich wieder klar im Aufwind.

Der Konzern will nun auch wieder neue Mitarbeiter einstellen. Im abgelaufenen Quartal musste Cisco allerdings noch einen kräftigen Gewinneinbruch verschmerzen.

Der Überschuss fiel in dem Ende Oktober abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal im Jahresvergleich um knapp 19 Prozent auf 1,8 Milliarden Dollar (1,2 Mrd Euro). Auch der Umsatz gab um etwa 13 Prozent
auf 9,0 Milliarden Dollar nach, wie der Konzern am Mittwoch nach US-Börsenschluss in San Jose (Kalifornien) bekanntgab.

Mit dem Ergebnis übertraf Cisco allerdings die Prognosen der Analysten. Das Unternehmen hatte mit den ersten Anzeichen der Krise einen kräftigen Sparkurs eingeschlagen und unter anderem die Reisekosten der Mitarbeiter deutlich gedrückt.

Cisco stellt Router und Schaltstellen (Switches) für den Datenverkehr her, die heute in praktisch jedem größeren Unternehmen mit Computern benötigt werden. Das Geschäft des Konzerns spiegelt damit die Investitionsbereitschaft in verschiedensten Branchen wider. Derzeit zeichnet sich eine deutliche Belebung des Geschäfts ab, da Unternehmen nach einem Ausgaben-Stau wieder vermehrt in ihre Netzwerke und technische Infrastruktur investieren. Nach Angaben der Finanznachrichtenagentur Bloomberg will der größte US-Telekom- Provider AT&T allein im vierten Quartal des laufenden Jahres rund fünf Milliarden Dollar in den Ausbau seines Netzwerks stecken.

Cisco-Chef John Chambers gab sich optimistisch: Nach einem Wendepunkt zur Jahresmitte habe der Konzern einen starken Wachstumstrend verzeichnet. «Das Quartal war entgegen unseren Erwartungen sehr stark.» Für das laufende Vierteljahr rechnet Cisco mit bis zu vier Prozent Umsatzplus. «Die wirtschaftliche Erholung ist auf gutem Weg.» Cisco rückte erst vor wenigen Monaten in den Dow- Jones-Aktienindex der 30 bedeutendsten US-Konzerne auf.

Internet-Videodienste und den Trend zu Virtualisierungs-Techniken in Unternehmen sieht Chambers als Schlüssel für zukünftiges Wachstum. Unter anderem will Cisco von den vermehrt genutzten Videokonferenzen profitieren, mit denen die Unternehmen seit der Krise verstärkt Reisekosten einsparen.

Der US-Konzern will daher für gut drei Milliarden Dollar den norwegischen Videokonferenz-Spezialisten Tandberg übernehmen. Da ein Teil der Aktionäre ein höheres Angebot fordert, erwägt Cisco laut Medienberichten aber auch einen Rückzug. Innerhalb von wenigen Wochen hatte Cisco zuletzt mehr als sechs Milliarden Dollar für Übernahmen ausgegeben.

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