|
FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Merckle-Gruppe kann beim Verkauf des Ulmer Generikaherstellers Ratiopharm offenbar auf einen hohen Preis und großes Interesse hoffen. "Wir sind mit der Höhe der eingereichten Angebote sehr zufrieden", sagte ein Ratiopharm-Sprecher am Donnerstag und bestätigte damit Aussagen aus Kreisen. In der ersten Runde sei die Offerte auf großes Interesse gestoßen und habe die Erwartungen sogar übertroffen. Es habe zahlreiche unverbindliche Angebote sowohl von strategischen Investoren wie auch von Finanzinvestoren gegeben. Nach Aussage des Sprechers hat der Verkauf als Ganzes weiterhin Priorität.
RATIOPHARM-CHEF LOCKT MIT
AMBITIONIERTEN WACHSTUMSPLÄNENIn den ersten neun Monaten erzielte die Nummer zwei in Deutschland einen Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 190 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet Ratiopharm-Chef Oliver Windholz mit Umsätzen von 1,6 Milliarden Euro. 2008 wies Ratiopharm - ohne den separat zum Verkauf stehenden Schweizer Generikahersteller Mepha - einen Umsatz von 1,7 Milliarden Euro aus. Windholz lockte potenzielle Käufer zuletzt mit ambitionierten Wachstumsplänen: "Wir erwarten bis 2014 einen jährlichen Umsatzanstieg von durchschnittlich acht Prozent auf 2,4 Milliarden Euro." Im gleichen Zeitraum solle der operative Gewinn auf 530 Millionen Euro klettern, was einem durchschnittlichen Anstieg von 20 Prozent pro Jahr entspreche. Als Interessenten für das Ulmer Unternehmen gelten in Finanzkreisen Pharmakonzerne wie Sanofi (Paris: FR0000120578 - Nachrichten) -Aventis , Pfizer PFE.NYS> , GlaxoSmithKline (London: GSK.L - Nachrichten) (GSK) und Daiichi Sankyo (DSKYF.PK - Nachrichten) sowie die Generikahersteller Mylan und Watson. Sanofi-Aventis stritt Ende Juli jedoch ein Interesse an Ratiopharm ab. Auch die Kapitalgesellschaften EQT, Apax und Warburg Pincus werden gehandelt. Ein Interesse für Geschäftsteile in bestimmten Regionen wird auch dem weltgrößten Generikahersteller Teva Pharmaceuticals nachgesagt. Als Interessent für die kanadische Ratiopharm-Tochter gilt die Novartis (Virt-X: NOVN.VX - Nachrichten) -Tochter Sandoz. Analysten taxieren den Wert des zweitgrößten Generikaanbieters in Deutschland und Stada-Konkurrenten auf zwei bis drei Milliarden Euro. LUDWIG MERCKLE KOMMT MIT ENTSCHULDUNG VORAN Ludwig Merckle kam zuletzt bei der Entschuldung seiner Unternehmensgruppe schneller voran, als es viele Experten für möglich gehalten haben. Die Finanzverbindlichkeiten bewegen sich nach Aussagen aus Kreisen mittlerweile bei deutlich weniger als 3 Milliarden Euro. Zum Höhepunkt der Finanzschwierigkeiten der Merckle-Dachgesellschaften VEM und Spohn Cement lagen die Verbindlichkeiten bei rund 5 Milliarden Euro. Vor allem mit der Verringerung seiner Beteiligung am hochverschuldeten Baustoffhersteller HeidelCement von knapp 80 Prozent auf rund 25 Prozent verschaffte sich Merckle großen finanziellen Spielraum bei der weiteren Entschuldung./ep/stb/wiz --- Von Elke Pfeifer, dpa-AFX ---
|