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Indexfonds: Kleine Gebühren, große Verluste
von Wolf Brandes

Freitag 6. Juni 2008, 10:24 Uhr

Exchange Traded Funds (ETFs) sind im laufenden Jahr im Vergleich zu aktiv gemanagten Aktienfonds weit zurückgefallen. In schwierigen Börsen konnten sich die Produkte den zweistelligen Verlusten zwangsläufig nicht entziehen. Das Abschneiden ändert nichts daran, dass sie in der Absatzstatistik zu den Verkaufshits zählen.

Der beliebte und in Deutschland am meisten gehandelte iShares DAX verlor von Januar bis
Ende Mai 12,1 Prozent, während der Durchschnitt der Deutschland-Fonds bei minus 10,6 Prozent liegt. Mit dem schwachen Abschneiden im laufenden Jahr zählt der DAX-Indexfonds sogar zu den schlechtesten Fonds der Kategorie Aktien Deutschland. Nur 25 Fonds waren noch schwächer als der ETF, während 61 der deutschen Aktienfonds besser lagen. Ähnlich sieht es im Segment der Euroland-Aktienfonds aus. ETFs auf DJ EuroStoxx 50 verloren 12,0 Prozent, während Euroland-Fonds im Durchschnitt nur 10,8 Prozent einbüßten.

Das dürftige Abschneiden der Indexfonds im Vergleich zu den aktiven Fonds zeigt, dass sich bei fallenden Märkten ein starres Festhalten am Börsenindex nicht auszahlt. Aktive Fonds können flexibler reagieren und halten meist einen kleinen Teil ihres Fondsvermögens als Kasse ? was die Verluste etwas abbremsen kann. In Aufwärtsphasen schlagen dagegen die ETFs die meisten aktiven Fondsmanager. Beispielsweise kam der DAX-ETF im vergangenen Jahr auf Platz sieben von mehr als 80 deutschen Aktienfonds.

Die niedrigen Gebühren von ETFs ? sie betragen im Segment DAX und EuroStoxx 50 lediglich 0,15 Prozent pro Jahr ? nutzen dem Investor in einer Abwärtsbewegung nichts. Die höheren Kosten der aktiven Fonds, die mit ein bis 1,5 Prozent eine bis zu zehnmal höhere Managementvergütung verlangen, machen sich in solch einer Phase nicht negativ bemerkbar ? im Gegenteil.

Große Zuflüsse bei ETFs in diesem Jahr

Ungeachtet der Schwächen von Indexfonds im laufenden Jahr sind die Produkte bei Investoren weiterhin stark gefragt. Die Gesellschaft Barclay Global Investors, die frühere Indexchange, meldet für die ersten vier Monate ein Nettoneugeschäft von 1,8 Milliarden Euro. Noch besser lief es bei der ETF-Tochter der Deutschen Bank. Mit einem Mittelaufkommen von 5,7 Milliarden Euro liegt die Gesellschaft db-xtrackers sogar auf Rang eins aller beim Branchenverband BVI registrierten Gesellschaften. Das Geschäft resultiert aber nicht nur aus Aktien-ETFs, sondern auch von Indexfonds im Bereich Renten und Geldmarkt.

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