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AFP SinnLeffers strebt Insolvenzplanverfahren an
von AFP
Mittwoch 6. August 2008, 15:14 Uhr
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Die angeschlagene Bekleidungskette SinnLeffers will sich bei ihrer Sanierung "um jeden einzelnen Arbeitsplatz" ihrer rund 4000 Mitarbeiter bemühen. Dies kündigte SinnLeffers-Geschäftsführer Patrick Feller in Hagen an. Das Unternehmen bestätigte zugleich, dass es am Donnerstag beim Amtsgericht Hagen ein so genanntes Insolvenzplanverfahren in Eigenverwaltung beantragen wird. Damit nutze SinnLeffers die rechtlichen Möglichkeiten, seine Geschäfte fortzusetzen und sich wirksam zu sanieren. Die Beteiligungsfirma Deutsche Industrie-Holding (DIH) als Eigentümerin von SinnLeffers bekannte sich zum Fortbestand des
Unternehmens.
SinnLeffers verwies darauf, dass durch umfassende Restrukturierungsmaßnahmen in den vergangenen Jahren zwar die Umsatzentwicklung zuletzt das Marktniveau überschritten habe. Auch seien durch Vertragsabschlüsse mit den Beschäftigten zur Standortsicherung und Wettbewerbsfähigkeit die Kosten deutlich gesenkt worden. Die laufenden Mietzahlungen in den bundesweit 47 Filialen seien aber noch ein wesentlicher Faktor, der die Liquidität und das Eigenkapital von SinnLeffers belaste. "Die Optimierung des Filialportfolios ist der Schlüssel, um SinnLeffers für Mitarbeiter, Kunden und Geschäftspartner zukunftsfähig aufzustellen", erklärte Feller.
Ziel des Insolvenzplanverfahrens in Eigenverwaltung ist nach Unternehmensangaben, die Bekleidungskette dauerhaft zu sanieren und deren Fortbestand zu sichern. Dazu wurde der Sanierungsexperte Detlef Specovius in die Geschäftsführung von SinnLeffers berufen. "Der Insolvenzplan ermöglicht es, die Zerschlagung eines in die Krise geratenen Unternehmens zu vermeiden und eine Neustrukturierung zu ermöglichen", erklärte Specovius. Durch die Eigenverwaltung behält die Geschäftsführung nach Firmenangaben während des Verfahrens die Hoheit über die Unternehmensentscheidungen, wodurch die "Kontinuität der Geschäfte" sichergestellt sei.
Über die Eröffnung des Verfahrens und die Eigenverwaltung entscheidet das Amtsgericht Hagen demnach voraussichtlich bis Anfang November. Der Geschäftsbetrieb werde zunächst in allen Filialen fortgesetzt, auch Forderungen von Lieferanten würden weiterhin bedient. Die Gehälter der Mitarbeiter seien für den Zeitraum von August bis Oktober 2008 gesichert - sie würden durch die Bundesagentur für Arbeit in Höhe der Nettogehälter als Insolvenzgeld gezahlt.
Der Geschäftsführende Gesellschafter der DIH, Peter Zühlsdorff, versicherte, die SinnLeffers-Eigentümerin strebe "keine Zerschlagung" der Bekleidungskette an. "Wir sind überzeugt, dass durch die Sanierung ein zukunftsfähiger Textileinzelhändler entstehen wird." Die DIH hatte erst im Mai ihren Anteil an SinnLeffers auf 100 Prozent aufgestockt.
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