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Berlin (dpa) - Der Auftragsrückgang in der deutschen Industrie hat sich im Juni überraschend beschleunigt. Die Bestellungen seien zum Vormonat preis- und saisonbereinigt um 2,9 Prozent zurückgegangen, teilte das Wirtschaftsministerium am Mittwoch in Berlin mit. Ökonomen hatten nach dem kräftigen Rückgang im Vormonat hingegen mit einer Erholung und einem leichten Auftragszuwachs um 0,5 Prozent gerechnet. Zudem wurde auch der Rückgang vom Vormonat von 0,9 Prozent auf 1,4 Prozent kräftig revidiert. Für das gesamte zweite Quartal ergibt sich damit ein Rückgang der Bestellungen um 4,1 Prozent
zum Vorquartal.«Der in den vergangenen Monaten zu verzeichnende Rückgang der Bestelltätigkeit in der Industrie insgesamt setzt sich fort», kommentierte das Ministerium die Zahlen. Die Auslandsnachfrage bremse in stärkerem Maße als die Inlandsnachfrage, die aber ebenfalls abwärts gerichtet sei. «Die Aussichten für die Industrieproduktion haben sich damit insgesamt weiter verschlechtert», hieß es. Die Auslandsnachfrage sackte im Juni um kräftige 5,1 Prozent ab, während die Inlandsbestellungen um 0,6 Prozent nachgaben. Bei den Auslandsorders schwächte sich die Nachfrage aus der Eurozone mit 7,7 Prozent besonders stark ab, während die Bestellungen aus der Nicht-Eurozone um 3,1 Prozent sanken. Bei den Vorleistungsgütern verringerten sich die Bestellungen um 1,8 Prozent. Die Investitionsgüter verzeichneten einen noch kräftigeren Rückgang um 4,4 Prozent, während die Konsumgüterhersteller ein leichtes Plus von 0,5 Prozent verzeichneten. Im Zweimonatsvergleich (Mai/Juni gegenüber März/April) sanken die Auftragseingänge um 3,7 Prozent. Im Vorjahresvergleich (Mai/Juni) verringerten sich die Aufträge erstmals wieder um 4,4 Prozent. Die Aufträge aus dem Ausland lagen um 7,4 Prozent unter ihrem Vorjahresstand, die Inlandsaufträge gingen leicht um 0,9 Prozent zurück.
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