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AFP DGB-Chef lehnt Lohnzurückhaltung wegen Finanzkrise ab
von AFP
Montag 6. Oktober 2008, 14:55 Uhr
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Der Chef des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), Michael Sommer, hat die hohen Lohnforderungen der Gewerkschaften gerechtfertigt. Wenn Milliardenbeträge für Banken vorhanden seien, dann sei auch Geld für die Arbeitnehmer da, sagte Sommer der "Berliner Zeitung". Forderungen an die Beschäftigten, den Gürtel enger zu schnallen, seien falsch. Es müsse anerkannt werden, dass Arbeitnehmer auch in der Finanzkrise ihre Interessen wahrten. Die Forderung der IG Metall nach acht Prozent mehr Lohn sei realistisch. "Außerhalb der Finanzmärkte ist die wirtschaftliche Lage nicht schlecht", sagte Sommer.
Die
Metallindustrie in Deutschland gehöre zu den produktivsten Europas, sagte Sommer. Deshalb hätten die Beschäftigten Anspruch auf gerechten Lohn. Sommer kritisierte die Ausgabenpolitik der Bundesregierung. "Die Regierung erklärt, sie habe kein Geld, um die Konjunktur zu stützen und die Neuverschuldung dürfe nicht steigen. Und plötzlich kann sie sich verschulden, um marode Banken zu retten. Das kann nicht sein, denn entweder es gibt Geld oder es gibt keins."
Sommer forderte, dass nicht nur Geld für Banken bereitgestellt werden dürfe, sondern dann auch für Sozialpolitik, Bildung, Infrastruktur oder um die Konjunktur zu stützen. Der DGB sei aber nicht "prinzipiell dagegen, stützend einzugreifen". Es müsse verhindert werden, dass die Finanzkrise auf die Realwirtschaft übergreife. Gleichzeitig müssten "die Europäer jetzt endlich eine starke staatliche Regulierung der Finanzmärkte in Angriff nehmen. Die ganze Shareholder-Value-Ideologie und der Kasino-Kapitalismus gehören auf den Friedhof."
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