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ROUNDUP: Slowakei kann den Euro einführen - Aber Bedenken wegen Inflation
Mittwoch 7. Mai 2008, 16:10 Uhr

 

BRÜSSEL/FRANKFURT/BRATISLAVA (dpa-AFX) - Als erstes Land des früheren Ostblocks steht die Slowakei vor der Einführung des Euro. EU- Kommission und Europäische Zentralbank (EZB) attestierten dem noch jungen EU-Mitgliedstaat, die Maastrichter Beitrittskriterien zu erfüllen. Die EZB äußerte jedoch wegen der erwarteten Inflationsentwicklung "beträchtliche Bedenken". In Bratislava sprach Ministerpräsident Robert Fico am Mittwoch von einem "Vertrauensbeweis für die Slowakei und ihre wirtschaftliche Leistungsfähigkeit".

AUFWÄRTSRISIKEN BEI DER INFLATIONSENTWICKLUNG

Almunia mahnte, die Inflation müsse niedrig gehalten und der Sparkurs
ehrgeiziger verfolgt werden. Deutlicher drückte sich die Frankfurter Zentralbank aus. "Es gibt Aufwärtsrisiken bei der Inflationsentwicklung." In den vergangenen Jahren sei die Teuerung durch die Aufwertung der Krone gedämpft worden - dieser Effekt werde beim Euro-Eintritt wegfallen. In einigen Wirtschaftsbereichen drohten beschleunigte Lohnsteigerungen. Der jüngste Anstieg der Energiepreise sei noch nicht voll auf die Verbraucherpreise umgewälzt worden.

In Bratislava wurde die Beitrittsempfehlung mit Genugtuung, aber ohne Euphorie aufgenommen. "Wie Sie sehen, haben wir heute keinen Champagner zum Feiern vorbereitet, sondern wollen uns auf die Arbeit konzentrieren, die auf uns zukommt", sagte Regierungschef Fico. Notenbankchef Ivan Sramko fügte hinzu: "Der Euro wird uns zusätzliche Stabilität bringen." Finanzminister Jan Pociatek sagte, es sei keine einfache Aufgabe gewesen, die EU-Institutionen von der Euro-Reife zu überzeugen. Es müssten nun die Ängste in der Bevölkerung zerstreut werden. Die Slowakische Krone kletterte seit Dienstag gegenüber dem Euro von einem historischen Höchststand zum anderen.

DEFIZIT-VERFAHREN

Kommission und EZB berichteten, die Inflationsrate der Slowakei liege mit 2,2 Prozent deutlich unter dem Referenzwert von 3,2 Prozent, der sich aus dem Durchschnitt der drei EU-Besten plus 1,5 Prozentpunkten ergibt. Das Defizit sank 2007 auf 2,2 Prozent vom Bruttoinlandsprodukt, also deutlich unter den Maastrichter Grenzwert von 3 Prozent.

Die Slowakei wäre das vierte Euro-Land aus den neuen EU-Staaten, die zum 1. Mai 2004 in die Union aufgenommen wurden. Slowenien - das früher zu Jugoslawien gehörte - sowie Malta und Zypern haben bereits ihre nationalen Währungen gegen den Euro getauscht. Die übrigen Beitritts-Länder vom Baltikum bis ans Schwarze Meer sind nach Einschätzung der Kommission nicht reif für die Gemeinschaftswährung. Kein Land erfülle alle Maastricht-Kriterien.

Die Kommission stellte auch die Defizit-Verfahren gegen Italien, Portugal und das nicht zur Eurozone gehörende Tschechien ein. Damit gibt es in der Eurozone zum ersten Mal seit sechs Jahren keine Defizitsünder mehr. Die Zustimmung der EU-Finanzminister zur Beendigung der Verfahren gilt als Formsache./cb/mt/js/ct/DP/jha/

 


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