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AFP EZB lässt Leitzins unverändert
von AFP
Donnerstag 7. August 2008, 16:05 Uhr
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Angesichts trüber Konjunkturaussichten hat die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins für die Eurozone unverändert bei 4,25 Prozent belassen. Es gebe starke Anzeichen dafür, dass sich die Wirtschaft der 15 Mitgliedssaaten im zweiten und dritten Quartal deutlich schwächer entwicklen werde als von Januar bis März, sagte EZB-Chef Jean-Claude Trichet in Frankfurt am Main. Gleichzeitig müssten Verbraucher in der Eurozone auch weiterhin mit einer hohen Inflation rechnen. Auch 2009 sei nur eine leicht geringere Jahresteuerung zu erwarten, sagte Trichet.
Die EU-Statistikbehörde Eurostat hatte
die Inflation für Juli kürzlich auf rund 4,1 Prozent geschätzt - nach einer Teuerungsrate von vier Prozent im Juni. Die EZB steckt seit Monaten in einer Zwickmühle: Die Inflation in der Eurozone ist hoch, gleichzeitig mehren sich die Anzeichen für einen Konjunkturabschwung. Um die Inflation zu begrenzen, müsste die Zentralbank den Leitzins weiter anheben. Um der Wirtschaft Impulse zu geben, müsste sie die Zinsraten senken - dadurch würden Kredite billiger, aber auch die Inflation würde angeheizt. Anfang Juli hatte die EZB den Leitzins wegen der hohen Inflation von vier auf 4,25 Prozent angehoben.
EZB-Chef Trichet warnte Unternehmen und Gewerkschaften vor einer sogenannten Lohn-Preis-Spirale. Bei den Tarifverhandlungen in den vergangenen Monaten hätten die Gewerkschaften ihre Lohnabschlüsse zunehmend an den Inflationsraten in ihren Staaten orientiert. Gleichzeitig hätten Unternehmen mit ihren Preisen angezogen, um die Kosten für die Gehaltserhöhungen wieder auffangen zu können. Dadurch habe sich die Inflation zusätzlich zum starken Anstieg der Preise für Lebensmittel und Energie weiter erhöht. Der Spiraleffekt gefährde das Wirtschaftswachstum in der Eurozone und dadurch auch die insgesamt positive Entwicklung des Arbeitsmarktes, sagte Trichet. Der EZB-Chef mahnte Wirtschaft und Gewerkschaften deswegen zur Zurückhaltung.
Der ehemalige Chefvolkswirt der Europäischen Zentralbank (EZB), Otmar Issing, warnte vor Panikmache in der Diskussion um einen Abschwung in Deutschland. "Die deutsche Wirtschaft ist nach wie vor gefestigt", sagte er dem Online-Magazin "stern.de". "Wenn die Tarifparteien eine Lohnpolitik der Vernunft betreiben, bin ich mir sicher, dass wir einigermaßen glimpflich davonkommen werden."
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