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Hagen (dpa) - Die Textilhandelskette SinnLeffers hat am Donnerstagmorgen beim Amtsgericht Hagen Insolvenz beantragt. Der Antrag der ehemaligen KarstadtQuelle-Tochter liege vor, sagte ein Gerichtssprecher der Deutschen Presse-Agentur dpa. Insolvenzrichter Andreas Dittert werde die Unterlagen nun prüfen und einen «Sachwalter» für das Verfahren ernennen. Die SinnLeffers GmbH will sich in Eigenverwaltung mit einem Insolvenzplan sanieren, weil dem Unternehmen unter anderem wegen zu hoher Mietkosten und der schlechten Lage am Textilmarkt ansonsten die Zahlungsunfähigkeit drohe. Wann über den Insolvenzplan entschieden
werde, sei noch offen.Bei dem Unternehmen stehen rund 1200 der insgesamt 4100 Arbeitsplätze auf der Kippe. Aufsichtsratschef Peter Zühlsdorff hatte gesagt, man sei zuversichtlich, 70 Prozent der Stellen retten zu können. Der Geschäftsbetrieb in den 47 Bekleidungshäusern soll zunächst fortgeführt werden, eine Entscheidung über einen möglichen Personalabbau und über Standortschließungen im November fallen. «Wir werden um jeden Arbeitsplatz kämpfen», sagte die stellvertretende Vorsitzende des Gesamtbetriebsrats, Roswitha Hüsemann. Die Stimmung in der Belegschaft beschrieb sie als «ruhig». SinnLeffers beantragte ein sogenanntes Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung. Diesen Spezialfall sieht die Insolvenzordnung ausdrücklich vor, wenn ein Unternehmen Aussichten auf Sanierung hat. Dabei kann das bisherige Management unter Aufsicht eines vom Gericht bestellten Sachwalters weiterarbeiten. Entscheidende Voraussetzung für die Rettung des Unternehmens ist nach Darstellung des Geschäftsführers Patrick Feller eine Senkung der extrem hohen Mietkosten. Derzeit würden durchschnittlich rund 14,5 Prozent des Umsatzes für Mietzahlungen ausgegeben, in einigen Häusern liege dieser Anteil bei bis zu 25 Prozent. Aufsichtsratschef Zühlsdorff nannte als Zielmarke 8 Prozent. «Es ist offensichtlich, dass ein langfristiger Unternehmensfortbestand so nicht möglich ist», sagte Feller. Bei einer Weiterführung der Geschäfte mit der bisherigen Kostenstruktur drohe daher weiter die Zahlungsunfähigkeit. In den vergangenen Wochen hatten bereits die beiden ehemaligen KarstadtQuelle-Töchter Hertie und Wehmeyer Insolvenz angemeldet.
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