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Trichet: Haben derzeit keine geldpolitische Ausrichtung
Donnerstag 7. August 2008, 15:07 Uhr

 

FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Europäische Zentralbank hat derzeit keine geldpolitische Ausrichtung. "Die Inflation wird weiter hoch bleiben und sich erst im Jahr 2009 schrittweise abschwächen", sagte der Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag in Frankfurt. "Das derzeitige Inflationsniveau ist besorgniserregend." Die EZB wolle weiter alles tun, um Zweitrundeneffekte für die Preisstabilität zu verhindern.

UNSICHERHEIT FÜR WACHSTUMSAUSBLICK BLEIBT HOCH

Die Unsicherheit für den Wachstumsausblick blieben hoch, sagte Trichet. Die Abwärtsrisiken für das Wirtschaftswachstum würden überwiegen. Wichtigste Risiken seien die
abschwächende Weltkonjunktur und steigende Rohstoff- und Lebensmittelpreise. Zudem stelle ein zunehmender Protektionismus ein Risiko dar. Daher sei das Scheitern der Doha-Welthandelsrunde ein "großer Rückschlag". Grundsätzlich seien die wirtschaftlichen Fundamentaldaten in der Eurozone jedoch gesund. So gebe es keine großen gesamtwirtschaftlichen Ungleichgewichte.

Mit Blick auf die Preisstabilität werde die EZB die Lohnverhandlungen "besonders beobachten", sagte Trichet. Eine Preis-Lohn-Spirale sollte möglichst vermieden werden. Das Geldmengenwachstum stelle weiter mittelfristige Aufwärtsrisiken für die Preisstabilität dar. Es gebe jedoch eine gewisse Abschwächung des Geldmengenwachstums, der auch durch die jüngsten Leitzinserhöhungen bedingt sein. Es bleibe für die EZB daher entscheidend, die mittelfristigen Inflationserwartungen zu verankern. Die derzeitige Geldpolitik trage zur Geldwertstabilität bei. Die Geldpolitik der EZB sei jedoch nie vorherbestimmt./js/jha/he

 


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