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IG Metall steckt Forderungsrahmen ab Wochenendzusammenfassung
Sonntag 7. September 2008, 12:08 Uhr

 


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Frankfurt/Main (AP) Der Metall- und Elektroindustrie droht die härteste Tarifauseinandersetzung seit Jahren. Die IG Metall, die am (morgigen) Montag ihren Forderungsrahmen für die deutsche Schlüsselbranche bekanntgibt, will trotz sich eintrübender Konjunkturaussichten voraussichtlich mehr als sieben Prozent verlangen. Mit einer solchen Größenordnung sei angesichts der Diskussionen in den Bezirken zu rechnen, sagte das für Tarifpolitik zuständige IG-Metall-Vorstandsmitglied Helga Schwitzer am Wochenende der Nachrichtenagentur AP.

In den Bezirken wird über eine Zahl zwischen sieben und acht diskutiert; das wäre die höchste Forderung
seit 16 Jahren. Vergangenes Jahr hatte die Gewerkschaft für die derzeit rund 3,6 Millionen Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie 6,5 Prozent mehr Geld verlangt und Lohnerhöhungen in zwei Stufen von 4,1 und 1,7 Prozent bei einer Laufzeit von 19 Monaten erreicht. Die diesjährigen Verhandlungen beginnen Anfang Oktober.

Die Gewerkschaft betonte ihre Kampfbereitschaft. Die Erwartung in den Betrieben sei hoch, sagte Schwitzer der AP. Die IG Metall werde ihre «Forderungen mit dem nötigen Druck unterstreichen». Bereits unmittelbar nach dem Auslaufen des Tarifvertrags in der Nacht auf den 1. November könne es erste Warnstreiks geben. «Die Beschäftigten sagen: 'Es reicht jetzt, wir wollen am Aufschwung beteiligt werden!'», sagte Schwitzer. Die Arbeitgeber seien deshalb gut beraten, einem raschen Ergebnis nicht im Wege zu stehen.

Trotz der zu erwartenden hohen Forderung rechnet die IG Metall mit einer breiten gesellschaftlichen Zustimmung: Das lasse sich auch an den schon abgeschlossenen Runden in anderen Bereichen wie dem öffentlichen Dienst ablesen, sagte Schwitzer.

Gesamtmetall warnt vor zu hoher Forderung

Der Arbeitgeberverband Gesamtmetall hatte wiederholt vor einer hohen Forderung gewarnt und die Zahl von drei Prozent als Schmerzgrenze für einen Abschluss genannt. Der Industrie drohe im Winterhalbjahr eine Schwächephase, warnt der Verband. Auch die Prognosen für das kommende Jahr seien nach unten korrigiert worden.

Zudem seien die Löhne und Gehälter in der Metall- und Elektroindustrie in den vergangenen Jahren weit mehr gestiegen als in anderen Branchen. Von 1997 bis 2007 seien die Entgelte nach Abzug von Steuern, Abgaben und Inflation um 11,5 Prozent gestiegen. Für die von der Gewerkschaft ausgelöste Gerechtigkeitsdebatte gebe es deshalb keinen Anlass, erklärt Gesamtmetall. Tarifpolitik sei zudem kein geeignetes Mittel zur Umverteilung. Der soziale Ausgleich sei allein Sache der staatlichen Steuer- und Transferpolitik.

Schwitzer sagte dagegen, die Beschäftigten wollten am Aufschwung der Jahre 2003 bis 2007 teilhaben, der bislang an ihnen vorbeigegangen sei. Dies bestätigten auch Wirtschaftswissenschaftler. Es gebe eine Gerechtigkeitslücke; die Einkommen der Beschäftigten seien trotz guter Tarifabschlüsse bei weitem nicht in dem Maße gestiegen wie die Gewinne der Unternehmen.

Gewinne um 220 Prozent gestiegen

Diese hätten bei den 40 führenden Metall-Unternehmen von 2003 bis 2007 um 220 Prozent zugelegt. Die Effektivlöhne seien dagegen nur um 8,7 Prozent gestiegen, und damit auch geringer als die Tariflöhne; das liege daran, dass viele Unternehmen übertarifliche Leistungen abgebaut hätten. «Die Beschäftigten wollen Anerkennung, denn sie haben eine gute Leistung gebracht», sagte Schwitzer

Die IG Metall wolle deshalb neben der Preissteigerung und der Produktivität, die zusammen auf vier Prozent zu beziffern seien, einen Gerechtigkeitsfaktor einfordern. Zudem würden Lohnerhöhungen zu mehr Wachstum beitragen, da sie die Binnenkonjunktur ankurbelten.

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