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Kursrutsch geht weiter - Gerüchte heizen Panik an
Dienstag 7. Oktober 2008, 15:07 Uhr

 


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Kursrutsch geht weiter - Gerüchte heizen Panik an
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Frankfurt/Tokio (dpa) - Ungeachtet aller Bemühungen, Ruhe in die Finanzwelt zu bekommen, gehen die Turbulenzen an den weltweiten Aktienmärkten weiter. Banken-Titel befanden sich teilweise im freien Fall.

Starke Verluste an der Wall Street in New York vom Vortag schickten vor allem die Indizes in Asien erneut auf Talfahrt. Die europäischen Börsen wie auch der DAX blieben nach den heftigen Kursverlusten vom Vortag bis zum Mittag etwa stabil.

Der japanische Nikkei fiel zeitweise unter die psychologisch wichtige Marke von 10 000 Punkten. Die Börse in Hongkong sackte zeitweise um 5 Prozent ab. In Russland
wurde der Aktienhandel nach dramatischen Kurseinbrüchen erneut ausgesetzt. Der DAX drehte nach einem freundlichen Start ins Minus und lag am Mittag bei 5 355 Punkten (minus 0,7 Prozent). Der Euro fiel auf 1,35 Dollar (Montag: 1,36).

Aktien der Commerzbank brachen in Frankfurt bis zum Mittag um fast 13 Prozent auf 10,37 Euro ein, für die Deutsche Bank ging es zuletzt fast 12 Prozent in den Keller, auf 42,25 Euro. Titel der Hypo Real Estate (HRE) fielen nach den massiven Einbrüchen in den Vortagen zeitweise um weitere 10,64 Prozent auf 4,20 Euro.

«Es gibt diverse Gerüchte, die die Panik im Sektor anheizen. So soll die Deutsche Bank eine neue Kapitalerhöhung planen, in Großbritannien soll die Royal Bank of Scotland (RBS) verstaatlicht werden und angeblich stecken HBOS, Lloyds TSB Group und Barclays in Liquiditätsschwierigkeiten», sagten Händler am Dienstag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX. Damit geriete das gesamte europäische Bankensystem ins Wanken. Kreisen zufolge wurde das Gerücht um eine Kapitalerhöhung der Deutschen Bank als «Unsinn» bezeichnet.

Nach dem Schwarzen Montag an der Londoner Börse verloren am Dienstag erneut Aktien britischer Großbanken stark an Wert. Größter Verlierer war die RBS, deren Aktie zwischenzeitlich um 39 Prozent einbrach. Auch am frühen Nachmittag verzeichnete das Papier noch ein Minus von über 24 Prozent. Die Titel der Großbanken Lloyds TSB, HBOS und Barclays gingen ebenfalls erneut stark zurück.

Die neuerlichen Verluste wurden durch Berichte ausgelöst, wonach sich die Chefs der Banken mit Finanzminister Alistair Darling getroffen haben, um weitere Finanzspritzen oder Rettungspläne zu erörtern. Die BBC berichtete, dass RBS, Barclays und Lloyds TSB jeweils rund 15 Milliarden Pfund (19,3 Milliarden Euro) frisches Kapital bräuchten. RBS und Barclays wiesen diese Darstellung zurück. Durch das Dementi wurden die Verluste der beiden Banken ein wenig gedämpft.

Der Goldpreis kletterte an der Rohstoffbörse in London deutlich in die Höhe. Mit der neuerlichen Schwäche an den Aktienmärkten legte der Preis für eine Feinunze (etwa 31 Gramm) in der Spitze bis auf 883,10 Dollar zu. Zuletzt kostete eine Feinunze noch 878,90 Dollar. Im September hatte eine Unze zeitweise weniger als 750 Dollar gekostet.

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