Schlechte Daten zum Konsumklima belasten den Handel an der Wall Street. Zusätzlich sorgen sich Anleger über negative Aussagen des Öl-Riesen Chevron und der Preisrückgang beim Öl. Und dann ließ auch noch das US-Verbrauchervertrauen unerwartet stark nach. Der Dow Jones Index rutscht ins Minus, vor allem Chevron-Aktien verlieren deutlich.
HB NEW YORK. Der Lage am letzten Handelstag der Woche könnte besser sein. Ein verhaltener Ausblick des Ölmultis Chevron (NYSE: CVX - Nachrichten) und der andauernde Ölpreisrückgang haben die US-Börsen am Freitag ins Minus gedrückt. Chevron warnte die Anleger, dass ein Einbruch der Gewinnmargen im Raffineriegeschäft das Geschäft im zweiten Quartal belasten könnte. Für schlechte Stimmung sorgte das im Juli überraschend stark eingetrübte Verbrauchervertrauen. In den USA hat sich das von der Uni Michigan erhobene Konsumklima im Juli stärker
als erwartet eingetrübt. Der entsprechende Index sei von 70,8 Punkten im Vormonat auf 64,6 Zähler zurückgegangen, teilte die Universität Michigan am Freitag mit. Das war der erste Rückgang seit Februar. Im Vormonat war der Indikator auf den höchsten Stand seit Februar geklettert. Volkswirte hatten nun mit einem Rückgang auf 70,5 Punkte gerechnet. Der Index der Universität Michigan gilt als Stimmungsbarometer für das Kaufverhalten der US-Verbraucher. Der private Konsum wird wegen der Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise derzeit besonders stark beachtet. In den vergangenen Jahren war der Konsum die wichtigste Konjunkturstütze der weltweit größten Volkswirtschaft. Die steigende Arbeitslosigkeit scheint den US-Konsumenten auf die Stimmung zu schlagen. Technologiewerte tendierten nach einer Heraufstufung des Soft- und Hardware-Sektors durch die US-Bank Goldman Sachs nahezu unverändert. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte büßte bis zum Nachmittag in New York 0,7 Prozent auf 8124 Punkte ein. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,6 Prozent auf 877 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,1 Prozent auf 1751 Punkte nach. In Frankfurt schloss der Dax (Xetra: Nachrichten) 1,2 Prozent schwächer bei 4576 Punkten. Der Preis für einen Barrel (159 Liter) Öl fiel um gut ein Prozent auf unter 60 Dollar. Vor allem die Unsicherheit über die weitere wirtschaftliche Lage habe den US-Ölpreis auf den niedrigsten Stand seit knapp zwei Monaten fallen lassen, sagten Händler. Die Notierung sank seit Montag um rund 10 Prozent - das ist der größte Wochenverlust seit Januar. Anteile von ExxonMobil verbilligten sich entsprechend ebenfalls um 1,18 Prozent auf 65,19 Dollar, ConocoPhillips verloren abseits des Dow 1,61 Prozent auf 39,66 Dollar. Die Chevron-Aktie fiel um 2,9 Prozent. Das Unternehmen warnte im Hinblick auf das Quartalsergebnis auch, dass der positive Effekt des höheren Ölpreises im zweiten Vierteljahr größtenteils durch den schwächeren Dollar wettgemacht wurde. Die IBM-Aktie litt unter einer Herabstufung durch die Analysten von Goldman Sachs (NYSE: GS - Nachrichten) und fiel um 1,6 Prozent. Den Soft- und Hardware-Sektor stuften die Experten der Bank dagegen auf "attraktiv" hoch. Technologiewerte wie Dell (NASDAQ: DELL - Nachrichten) profitierten davon. Die Aktie stieg um 0,2 Prozent. Angetrieben von einem Neuanfang des Konzerns begab sich die Aktie der Opel-Muttergesellschaft GM auf einen Höhenflug. 40 Tage nach dem Insolvenzantrag und damit deutlich schneller als von Fachleuten erwartet verließ das Unternehmen den Gläubigerschutz. Damit einhergeht die Gründung eines neuen GM (NYSE: GM - Nachrichten) -Konzerns mit der US-Regierung als Mehrheitseigner. Die Anteilsscheine stiegen um 37 Prozent. Der von vielen Altlasten befreite neue GM-Konzern ist deutlich kleiner und vorerst mehrheitlich in Staatsbesitz. Aktien von Ford Motor gewannen im Windschatten 1,07 Prozent auf 5,68 Dollar. Merck (MERK.JK - Nachrichten) & Co. , am Vortag bereits größte Verlierer, sanken um weitere 0,37 Prozent auf 26,91 Dollar. Der US-Pharmakonzern erhielt von der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA eine erweiterte Zulassung für sein HIV-Mittel Isentress. Isentress sei nun auch für Patienten zugelassen, bei denen bisher keine Infektionen behandelt wurden, die durch das Virus verursacht wurden. Die UBS beließ ihr Votum auch nach den negativen Nachrichten zu einer Studie des Cholestrinsenkers Zetia vom Donnerstag auf "Buy". Ansonsten waren defensive Werte eher gefragt: Aktien von Johnson & Johnson markierten mit plus 1,08 Prozent auf 57,30 Dollar die Indexspitze, gefolgt von ebenfalls festeren Kraft Foods (NYSE: KFT - Nachrichten) und McDonald's . Yahoo (NASDAQ: YHOO - Nachrichten) zogen im NASDAQ 100 (NASDAQ: Nachrichten) um 3,30 Prozent auf 15,03 Dollar an und profitierten damit von einer positiven Studie von Thomas Weisel. Die Experten hoben die Internetaktie von "Underweight" auf "Market-Weight". Organisatorische Veränderungen könnten bereits ausreichen, um die jüngst schwächere Entwicklung umzukehren, hieß es. Zu den Gewinnern zählten auch die Papiere von Philip Morris International, die um 0,1 Prozent zulegten. Das Unternehmen übernimmt Kolumbiens zweitgrößten Zigarettenhersteller Productora Tabacalera de Colombia für 452 Mio. Dollar. Der kolumbianische Konzern hat in seinem Heimatland einen Marktanteil von knapp 32 Prozent.
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