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Das ergab eine Studie der französischen Universität Edhec Business School. Sie wird am Donnerstag veröffentlicht und liegt der FTD vor. Vor zwei Jahren lag der Anteil taktischer Exchange-Traded Funds-Käufer noch bei 30 Prozent. Edhec befragte 111 Profianleger, die 4700 Mrd. Euro verwalten. "Was Anleger schätzen, ist die Liquidität und Handelbarkeit der Produkte", sagte Felix Goltz, Co-Autor der Studie. "Viele Investoren verwenden ETFs stärker für die Portfoliosteuerung zum Beispiel der Kassenbestände." Die Edhec-Experten erwarten, dass Anleger die Produkte zunehmend für spekulative Wetten nutzen. Bisher setzen nur fünf Prozent mit Exchange-Traded
Funds (ETF) auf fallende Kurse oder ETF-Optionen.
Der Einsatz als Handelsinstrument dürfte den bereits boomenden ETF-Markt weiter anschieben. Weltweit steckten Ende des ersten Quartals 2008 rund 760 Mrd. $ in den Fonds, so die US-Bank Morgan Stanley. Investoren aus Europa - fast 90 Prozent Profis - holen auf und kommen auf 145 Mrd. $ (93 Mrd. Euro) , während die Zuflüsse aus den USA zuletzt stockten.
Inzwischen reagieren die Anbieter auf die neuen Investorenbedürfnisse. Der Londoner Emittent ETF Securities hat am Mittwoch 66 Exchange-Traded Commodities (ETC) in Frankfurt gelistet - 33 gehebelte Rohstoffprodukte und 33 ETCs, die auf fallende Kurse wetten. ETCs funktionieren wie ETFs, sind aber rechtlich unbefristete, besicherte Schuldverschreibungen. Stark getrieben wird das ETF-Volumen auch durch die strategische Entscheidung der Investoren, mehr Geld passiv anzulegen und über die günstigen ETFs Kosten zu sparen. Studien zeigen, dass der Großteil aktiver Manager die Indexentwicklung nicht übertrifft. Es gebe zwei Gründe für das Wachstum, sagte Andreas Fehrenbach, Geschäftsführer der Deka-Tochter ETF-Lab, die seit April im Markt ist. Der eine Grund sei die leichte Handelbarkeit. "Investoren wie Versicherer und Fonds setzen die Produkte kurzfristig ein, um Kassenpositionen an einen Index zu binden. Der andere Grund ist der strategische Ansatz. Über ETFs kann man leicht in viele Märkte investieren." Manche Kunden können nur so in Rohstoffen anlegen. Obwohl die langfristige Wahl von Passivprodukten den ETF-Markt weiter im Wesentlichen treibt, spüren die Anbieter auch den zunehmenden kurzfristigen Handel: Das ETF-Lab-Volumen fiel vom Höchststand 4,5 Mrd. Euro auf zuletzt 2,7 Mrd. Euro. Die Deutsche Bank sammelte allein in einem Geldmarkt-ETF in wenigen Monaten 3 Mrd. Euro ein. Für Kurzfristanleger haben ETFs aber auch Nachteile: In schwachen Börsenphasen verlieren sie oft stärker als aktive Fonds. Gerade Aktien-ETFs ziehen bisher mit Abstand das meiste Vermögen an. Laut Edhec-Studie sind diese Produkte der Einstieg für Anleger. ETFs auf Rohstoffe, Immobilien oder gar Hedge-Fonds stehen in Europa erst am Anfang, sagt Thorsten Michalik, verantwortlich für das ETF-Geschäft der Deutschen Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten) , das 2007 begonnen hat. Neben dem Neuling Deka erwägt auch die Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) den Start als ETF-Emittent. Derzeit sind einige wenige Platzhirsche tonangebend: Barclays Global Investors ist Marktführer, in den USA gefolgt von State Street (NYSE: STT - Nachrichten) , in Europa von der Société-Générale-Tochter Lyxor. Michalik rechnet für das eigene Haus mit einem Schub durch die Abgeltungsteuer, die ab 2009 25 Prozent für fast alle Kapitalerträge verlangt. "Bis Jahresende wird es noch einen Run auf ETFs geben." Er registriert bereits Zuflüsse. Der Grund: Bestimmte Aktien-ETFs, die Dividenden einbehalten und über ein Tauschgeschäft (Swap) abgebildet werden, entgehen nach einjähriger Haltefrist der Steuer. Nach 2009 wird die Zahlung gestundet. Er sieht Europas Markt bis Ende 2009 bei mindestens 150 Mrd. Euro.
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