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Morgan-Stanley-Chef John Mack tritt zurück
Freitag 11. September 2009, 11:55 Uhr

 

John Mack gibt auf. Zum Jahresende wird der Chef der US-Investmentbank Morgan Stanley seinen Stuhl räumen. So ganz verlässt er die Bank aber doch nicht. Und sein Nachfolger steht auch schon fest.

HB NEW YORK. Der Chef der US-Investmentbank Morgan Stanley, John Mack, tritt zurück. Der 64-Jährige übergibt das Ruder Anfang Januar 2010 an den 13 Jahre jüngeren Leiter des Aktienhandels, James Gorman. Wie Morgan Stanley am Donnerstag mitteilte, werde Mack Aufsichtsratschef der Bank bleiben. Analysten werteten die Bestellung Gormans zum Vorstandschef als Zeichen für eine stärkere Ausrichtung der Bank an stabileren Geschäftsfeldern.

Im Gegensatz zu den meisten anderen Instituten hatte Morgan Stanley (NYSE: MS - Nachrichten) im zweiten
Quartal noch einen Verlust in Milliardenhöhe eingefahren. Gorman erklärte gegenüber Reuters, seine Aufgabe als Chef des Aktienhandels habe nichts zu tun mit seiner Ansicht über die künftige Ausrichtung der Bank. Der 51-Jährige ist seit 2006 bei Morgan Stanley. Davor war er Leiter des weltweiten Privatkundengeschäfts von Merrill Lynch (NYSE: MER - Nachrichten) , die inzwischen der Bank of America (NYSE: IKJ - Nachrichten) gehört.

Mack, der die Strippen bei Morgan Stanley seit Juni 2005 zieht, erntete für seine Arbeit nicht nur Lob von Investoren. Der Aktienkurs des Instituts sackte seit Macks Amtsantritt um 35 Prozent nach unten, während etwa das Papier vom Konkurrenten Goldman Sachs um 71 Prozent zulegte.

Kritiker werfen Mack vor, er habe die Bank zu sehr auf riskante Geschäfte ausgerichtet, die ihr zwar in den Boomjahren satte Gewinne in die Kassen gespült hätten, nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers (NYSE: LEH - Nachrichten) vor einem Jahr aber beinahe das Aus von Morgan Stanley bedeutet hätten. Mack hatte damals Berichten zufolge Übernahmegespräche geführt mit der Citigroup (NYSE: C - Nachrichten) und der Bank Wachovia, die inzwischen unter den Deckmantel von Wells Fargo schlüpfen musste.

Ende September 2008 hatte Mack dann für neun Mrd. Dollar 21 Prozent der Morgan-Stanley (Berlin: SYC.BE - Nachrichten) -Aktien an die größte japanische Bank Mitsubishi UFJ verkauft und damit die Eigenständigkeit von Morgan Stanley erhalten. Zudem steckte die US-Regierung Mrd. in die Bank, die sie allerdings in der Zwischenzeit wieder zurückgezahlt hat.

Als Nachfolger von Mack wurde auch Vize-Präsident Walid Chammah gehandelt. Er habe aber den Wunsch geäußert, in London zu bleiben, teilte die Bank mit.

 

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