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Börse Frankfurt-News: Hoffnung auf weitere gute Zahlen (Wochenausblick)
Montag 12. Oktober 2009, 10:54 Uhr

 

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 12. Oktober 2009. Mit den haussierenden Aktien steigt der Performance-Druck: Wer bislang noch nicht investiert ist, bekommt nach Ansicht zahlreicher Marktteilnehmer mittlerweile Probleme. Die Optimisten sehen sich durch die ersten Quartalszahlen bestätigt.

Mit positiven Impulsen von der Wall Street startet das deutsche Aktienbarometer am Montag mit 5.790 Punkten in die neue Woche, das ist ein Plus von 1,4 Prozent. Die Vorgaben aus Japan fehlen heute: Die Börse Tokio blieb wegen eines Feiertags geschlossen.

US-Großbanken berichten

In der vergangenen Woche hatte der DAX (Xetra: Nachrichten)
um 4,5 Prozent auf 5.712 Punkte zugelegt, von seinem Jahreshoch bei 5.760 ist er nun nicht mehr weit entfernt. Alcoa (NYSE: AA - Nachrichten) eröffnete am Mittwoch den Reigen der Quartalberichtssaison eröffnet und legte, anders als prognostiziert, einen Gewinn vor. In der neuen Woche werden vor allem die Zahlen der großen US-Banken JPMorgan, Citigroup (NYSE: C - Nachrichten) , Goldman Sachs (NYSE: GS - Nachrichten) und Bank of America (NYSE: IKJ - Nachrichten) mit Spannung erwartet. Daneben berichten aber auch andere große Unternehmen wie Philips (PHIA.NX - Nachrichten) , Intel (NASDAQ: INTC - Nachrichten) , IBM (NYSE: IBM - Nachrichten) , Nokia (Xetra: 870737 - Nachrichten) und General Electric (NYSE: GE - Nachrichten) . In Deutschland startet die Berichtssaison für die Blue Chips erst in der letzten Oktoberwoche, in den kommenden Tagen legen aber bereits der Düsseldorfer Spezialverpackungshersteller Gerresheimer sowie Südzucker (Xetra: 729700 - Nachrichten) die Zahlen offen.

Vorerst volatile Märkte

Robert Halver von der Baader Bank (Xetra: 508810 - Nachrichten) ist, was die Berichtssaison angeht, optimistisch. "Die Erwartungen sollten leicht geschlagen werden", mutmaßt er. Allerdings sieht er auf der Makroseite Raum für leichte Enttäuschungen, etwa bei den Einzelhandelsumsätzen in den USA. Grundsätzlich bleibt er zwar zuversichtlich, die Rechtfertigung des Kursniveaus werde aber immer schwieriger. Für die neue Woche prognostiziert Halver daher volatile Märkte.

Noch keine Ermüdungserscheinungen

Laut Klaus Stabel von ICF Kursmakler kann sich der DAX jeweils recht zügig von der unteren Begrenzung des Trendkanals nach oben lösen. "Diese schnellen Rebounds deuten darauf hin, dass viele Investoren bei den geringsten Kursrücksetzern sofort wieder beherzt zugreifen", interpretiert Stabel. Insofern zeige der Aufwärtstrend noch keine akuten Ermüdungserscheinungen und könne sich noch einige Zeit fortsetzen. "Sollte die Berichtssaison in den USA sich wie erwartet günstig entwickeln, könnte auch bei uns der Performancedruck ehe noch zunehmen", meint Stabel.

Techniker skeptisch

Die technischen Analysten der Helaba sind hingegen skeptischer: Die Annäherung an die massiven Widerstände bei 5.760 bzw. 5.850 Punkten, mehrfach auftretende negative Divergenzen und unterdurchschnittliche Umsätze mahnten zur Vorsicht, meint Christian Schmidt.

ZEW-Konjunkturerwartungen im Fokus

Neben den Quartalszahlen stehen in der neuen Woche auch einige wichtige Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an, interessieren werden insbesondere die ZEW-Konjunkturerwartungen am Dienstag, US-Einzelhandelsumsatz und -Verbraucherpreise am Mittwoch und Donnerstag sowie diverse US-Stimmungsindikatoren.

Wichtige Konjunktur- und Wirtschaftstermine

Montag, 12. Oktober

Quartalszahlen Philips

Dienstag, 13. Oktober

Quartalszahlen Intel

11.00 Uhr. Deutschland: ZEW-Konjunkturlage/-erwartungen Oktober. An der guten Stimmung der Finanzmarktanalysten hat sich nach Ansicht der DekaBank wohl auch im Oktober nicht viel geändert. Allerdings fehlten nun die Impulse durch die Abwrackprämie. Prognostiziert wird bei der Konjunkturlage ein geringfügiger Rückgang auf -70 Punkte (zuvor -74), bei den Erwartungen auf 56 (zuvor 57,7).

Mittwoch, 14. Oktober

Quartalszahlen JPMorgan

11.00 Uhr. EU: Industrieproduktion August. Am Markt erwartet man mehrheitlich ein Plus von 0,8 Prozent nach einem Minus von 0,3 im Vormonat.

14.30 Uhr. USA: Einzelhandelsumsatz September. Die Helaba geht von einem deutlichen Minus von 2,7 Prozent gegenüber dem August aus, vor allem bedingt durch das Auslaufen der Abwrackprämie ("cash-for-clunkers"). Darüber hinaus hindere der schwache Arbeitsmarkt die Konsumenten, große Sprünge zu machen. Nach den guten Absatzzahlen im Juli und August sei es im September daher wohl zu der erwarteten Gegenbewegung gekommen.

Donnerstag, 15. Oktober

Quartalszahlen Citigroup, Goldman Sachs, IBM, Nokia, Südzucker, Gerresheimer (Xetra: A0LD6E - Nachrichten)

14.30 Uhr. USA: Verbraucherpreise September. Laut Umfragen wird ein Plus von 0,2 Prozent prognostiziert. Insbesondere der Preisauftrieb ohne Lebensmittel und Energie sollte ähnlich moderat gewesen sein wie in den Vormonaten, schreibt die DekaBank. Hinzu kämen leichte Preiserhöhungen bei Energiegütern, allerdings nur auf saisonbereinigter Basis. Unbereinigt seien die Benzinpreise gegenüber dem Vormonat wahrscheinlich sogar leicht gesunken.

14.30 Uhr. USA: New York Empire State Index Oktober. Die Konsensschätzungen liegen bei 18 Punkten. Der New York Empire States Index ist ein Maß für die aktuelle wirtschaftliche Lage und die Einschätzung der nächsten sechs Monate im produzierenden Gewerbe des Staates New York. Ein Wert über 0 geht von einer positiven Wirtschaftentwicklung, ein Wert unter 0 von einer Verschlechterung der Wirtschaftlage in den nächsten sechs Monaten aus.

16.00 Uhr. USA: Philadelphia Fed-Index Oktober. Hier rechnen Analysten mit 12 Punkten nach 14,1 im Vormonat. Der Index der Philadelphia Federal Reserve Bank zählt zu den wichtigsten Frühindikatoren für den US-Markt. Ein positiver Indexstand deutet auf eine weitere Expansion der US-Wirtschaft hin.

Freitag, 16. Oktober

Quartalszahlen Bank of America, General Electric

15.15 Uhr. USA: Industrieproduktion September. Marktteilnehmer gehen mehrheitlich von einem leichten Plus von 0,1 Prozent gegenüber dem August aus.

15.55 Uhr. USA: Verbraucherstimmung Uni Michigan Oktober. Die Konsensprognosen liegen bei 73,5 Punkten, das entspräche dem Wert des Vormonats. Der Index der University of Michigan basiert auf einer telefonischen Befragung von mindestens 500 Konsumenten in den USA. Das Verbrauchervertrauen gilt als wichtiger Frühindikator für die künftigen Konsumausgaben.

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© 12. Oktober 2009/Anna-Maria Borse

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG (Xetra: 581005 - Nachrichten) verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

 
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