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Burgstädt (ddp-lsc) Der Historiker Gerhard Besier ist von der
Linken auf den aussichtsreichen Platz 18 der Landesliste für die
Landtagswahl Ende August gesetzt worden. Für den früheren Leiter des
Hannah-Arendt-Instituts für Totalitarismusforschung stimmten am
Samstag auf einer Vertreterversammlung in Burgstädt 73,8 Prozent der
knapp 230 Delegierten. Die Aufstellung des Wissenschaftlers, den
Spitzenkandidat André Hahn bereits in sein Kompetenzteam berufen
hatte, war in der Partei zunächst auf Skepsis gestoßen.
Besier betonte in seiner Vorstellungsrede, seine Kandidatur für
die Linke, deren Mitglied er seit April ist, habe bundesweit
für ein
«wütendes Heulen der konservativen Horden» gesorgt Seine umstrittene
Rede bei der Eröffnung des Brüsseler Scientology-Büros im Jahr 2003
bezeichnete Besier als «Fehler». Er habe «an einem falschen Ort für
die Religionsfreiheit gestritten».
Die Wahl Besiers gilt als Rückenstärkung für Hahn, der am Freitag
mit 87,7 Prozent auf Platz eins der Landesliste gewählt worden war
Bei der Vergabe weiterer vorderer Listenplätze waren die Delegierten
zunächst dem Vorschlag des Landesvorstands gefolgt. Erst auf Platz 16
kam es zu Veränderungen. Der Fraktionsvize und Hahn-Vertraute Klaus
Tischendorf, der vom Vorstand nur auf Platz 28 nominiert worden war,
setzte sich mit 73,8 Prozent gegen den Jugendpolitiker Falk Neubert
durch. Zuvor war er knapp damit gescheitert, den auf Platz 14
gesetzten Finanzexperten Sebastian Scheel zu verdrängen.
Am Sonntag soll die Landesliste für die Bundestagswahl Ende
September aufgestellt werden An deren Spitze soll wie schon vor vier
Jahren die Bundesvize Katja Kipping stehen. Die Listen bestimmen im
Wesentlichen das Personal, das die Linke in beide Parlamente
entsenden darf - wobei sich zur Landtagswahl 2004 immerhin vier
damalige PDS-Politiker den Einzug über Direktmandate in Leipzig,
Chemnitz und Hoyerswerda sicherten.
(ddp)
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