Das Geschäft der privaten Krankenversicherungen ist im vergangenen Jahr nach Verbandsangaben massiv eingebrochen. 2007 hätten kaum noch neue Kunden eine volle Krankenversicherung abschließen wollen, sagte der Vorstandschef des Verbands der privaten Krankenversicherung (PKV), Reinhold Schulte, der "Welt". "Das Wachstum hat sich mit 60.000 neuen Versicherten gegenüber dem Vorjahr halbiert", fügte er hinzu. Im Jahr 2006 konnte die PKV laut Schulte noch 116.000 neue Kunden gewinnen. Insgesamt waren 2007 in Deutschland 8,5 Millionen Menschen voll privat krankenversichert.
Als Grund für den Einbruch nannte Schulte
die hohen Hürden, die der Gesetzgeber für den Wechsel in die PKV aufgebaut habe. So müssen Arbeitnehmer inzwischen drei Jahre lang mehr als 4000 Euro pro Monat verdienen, ehe sie in die PKV wechseln können.
In der Branche ist eine Diskussion aufgekommen, ob das bisherige deutsche Modell mit gesetzlichen Krankenkassen und privaten Anbietern in dieser Form aufrecht erhalten werden soll. Schulte wies allerdings erneut den Eindruck zurück, einzelne Krankenversicherer wollten ihr Geschäftsmodell komplett verändern. "Ich kenne keinen Anbieter, der das will", sagte er. Es habe innerhalb eines anderen Branchenverbandes lediglich ein Arbeitspapier zur Zukunft der Sozialsysteme gegeben, das aber nicht verabschiedet worden sei.
| |
|