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Berlin (ddp) Experten fordern eine gesetzliche Regelung für
Minister und Staatssekretäre, die in ein Unternehmen wechseln Ein
«freiwilliger Verhaltenskodex» reiche nicht aus, bemängelten sie am
Montag in einer Anhörung im Innenausschuss des Bundestags Die
Anti-Korruptionsorganisation Transparency International sprach sich
für die Einführung einer Karenzzeit aus. Zwischen dem Ausscheiden aus
dem Dienst und der Aufnahme einer Tätigkeit, die in Zusammenhang mit
dem früheren Amt stehe, sollten drei Jahre liegen, forderte
Vorstandsmitglied Jochen Bäumel. Vergleichbare Regelungen gibt es
nach Angaben Bäumels bereits für Beamte, Richter und
Soldaten.
Auch der ehemalige Staatssekretär Johann Hahlen bemängelte eine
«Regelungslücke» Während es Beamten bis zu fünf Jahren nach ihrem
Ausscheiden untersagt werden könne, eine Beschäftigung aufzunehmen,
die in Zusammenhang mit früheren Entscheidungen stehe, sei dies bei
leitenden Beamten nicht der Fall Hans-Martin Tillack, Reporter des
Magazins «Stern», kritisierte, die fehlende Karenzzeitregelung sei
ein «deutscher Sonderweg» Laut der «Organisation für wirtschaftliche
Zusammenarbeit und Entwicklung» sei die Übergangsregelung umso
wichtiger je höherrangig ein Amtsträger ist. Tillack kritisierte, in
Deutschland sei dies genau anders herum.
Die Mehrheit der Sachverständigen befürwortete darüber hinaus die
Einführung eines verpflichtenden Lobbyregisters Die Bürger hätten
ein Recht zu wissen, welche Akteure in welchem Interesse und mit
welchem Budget Einfluss auf politische Entscheidungen zu nehmen
versuchen, sagte Heidi Klein von der Organisation LobbyControl
Transparency Deutschland forderte darüber hinaus, dass es
Ministerialbeamten künftig untersagt sein solle, Gesprächstermine mit
nicht registrierten Lobbyisten wahrzunehmen
(ddp)
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