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LUXEMBURG (dpa-AFX) - In der Eurozone hat sich die Inflation im März weiter beschleunigt und ist auf einen Rekordwert gestiegen. Die Verbraucherpreise seien in den 15 Mitgliedsländern der Europäischen Währungsunion um 3,6 Prozent gestiegen, nach einer Rate von 3,3 Prozent im Vormonat Februar, teilte die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mit. Die Behörde revidierte damit vorläufige Daten von Ende März um 0,1 Prozentpunkte nach oben. Experten wurden hiervon überrascht, sie hatten eine Bestätigung der Erstschätzung erwartet.
TEUERUNG WIRD ZUSEHENDS ZUM PROBLEM Nicht nur die Währungshüter, auch die Politik
zeigt sich zusehends besorgt über die hohe Geldentwertung im Euroraum. Die EU-Kommission sei besorgt angesichts der hohen Teuerung und weit davon entfernt, darüber glücklich zu sein, sagte eine Sprecherin der Kommission am Mittwoch in Brüssel. Die Kommission hoffe, dass die Inflation im Währungsraum wieder auf "etwas normalere Raten" sinke.Auch nach Einschätzung der Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) wird die hohe Teuerung im Euroraum zusehends zum Problem. Mit einer Inflationsrate von unter drei Prozent sei erst wieder gegen Ende des Jahres zu rechnen, schätzt Commerzbank-Experte Christoph Weil. Wenngleich der hohe Anstieg der Verbraucherpreise vor allem auf erneut gestiegene Energie- und Nahrungsmittelpreise zurückzuführen sei, sei dies nicht der einzige Grund. Dies zeige die im März ebenfalls gekletterte Kernteuerungsrate. Die Inflationsrate ohne schwankungsanfällige Komponenten wie Energie und Lebensmittelpreise war im März ebenfalls angestiegen - von 1,8 Prozent im Vormonat auf 2,0 Prozent.
EZB-ZINSSENKUNGEN UNWAHRSCHEINLICHER - EURO PROFITIERT Angesichts des anhaltenden Inflationsdrucks im Euroraum haben viele Experten mittlerweile ihre Leitzinsprognose für die EZB angepasst. Waren viele Marktbeobachter Anfang des Jahres wegen der Finanzmarktkrise noch von Zinssenkungen im Euroraum spätestens zur Jahresmitte ausgegangen, so rechnet derzeit kaum ein Experte noch mit einer schnellen Zinssenkung der EZB. Die Commerzbank geht wie auch die UniCredit (Mailand: UCG.MI - Nachrichten) erst zum Jahreswechsel von einer Absenkung des Leitzinsniveaus aus. Die UniCredit-Volkswirte betonen jedoch, dass die Inflation nunmehr ihren Höhepunkt erreicht haben sollte. Die Abschwächung des Preisauftriebs in den kommenden Monaten werde gleichwohl nur langsam vonstatten gehen. In Reaktion auf die ungünstigen Inflationsdaten und die mithin reduzierten Zinssenkungserwartungen im Euroraum legte der Eurokurs deutlich zu. So stieg der Euro zum US-Dollar nach Bekanntgabe der Daten um über einen Cent und kletterte auf einen neuen Rekordwert von knapp unter 1,60 Dollar. Auch zum britischen Pfund stieg der Euro <EURUS.FX1> nach den Zahlen auf einen historischen Höchststand. Da Zinssenkungen im Euroraum angesichts der ungünstigen Inflationsdaten zusehends unwahrscheinlicher werden und in den USA hingegen weitere Zinssenkungen erwartet werden, steigert dies die Attraktivität von Anlagen im Währungsraum./bf/js/wiz
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