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LONDON (dpa-AFX) - Der Industriekonzern ThyssenKrupp will durch einen möglichen Börsengang von Spartenteilen seinen Aktienkurs aufpäppeln. Er sehe einen Börsengang von Teilen der Sparten Technologies oder Elevator durchaus als "Option", sagte Finanzchef Ulrich Middelmann am Freitag auf einer Investorenkonferenz in London. "Wir arbeiten daran, um den 'Konglomerats-Abschlag' auf unsere Aktie zu reduzieren." ThyssenKrupp (Xetra: 750000 - Nachrichten) berge in seinen Augen ein großes Kurspotenzial. Weitere Einzelheiten nannte Middelmann
nicht. Der Finanzchef kündigte auf der Konferenz zugleich kräftige Stahlpreiserhöhungen als Reaktion auf die Kostenexplosion bei Rohstoffen an.
WEITERE ERHÖHUNG DER STAHLPREISE Im Kerngeschäft mit Stahl steht ThyssenKrupp wegen der dramatisch gestiegenen Rohstoffpreise in den letzten Monaten zunehmend unter Druck. Im ersten Halbjahr schnitt das Stahlgeschäft schlechter ab als im Vorjahr. Middelmann kündigte auf der Konferenz an, in Reaktion auf die Rohstoffsituation die Stahlpreise zum Juli weiter zu erhöhen. Nachdem die Preise für Flachstahl bereits zum April im Schnitt um 100 Euro pro Tonne angehoben wurden, würden jetzt voraussichtlich noch einmal durchschnittlich 120 bis 130 Euro pro Tonne aufgeschlagen, sagte der Finanzchef. Die derzeitigen Marktbedingungen ließen solche Anhebungen zu. ThyssenKrupp werde sich auch darum bemühen, bestehende Jahres- und Halbjahresverträge nachzuverhandeln. Middelmann bekräftigte jedoch, dass trotz Preissteigerungen die höheren Rohstoffkosten in diesem Jahr nicht komplett an die Kunden weitergegegeben werden könnten. Rund 60 Prozent der Stahlpreisverträge von ThyssenKrupp sind Ein- oder Mehrjahresverträge. BETEILIGUNG AN MINEN ZU TEUER Für die wichtigen Rohstoffe Eisenerz und Kokskohle mussten die Stahlkonzerne in diesem Jahr herbe Aufschläge hinnehmen. Eisenerz etwa ist seit dem Frühjahr um 65 Prozent teurer geworden. Der Rohstoffmarkt wird von wenigen Unternehmen wie Vale, Rio Tinto (Frankfurt: 855018 - Nachrichten) oder BHP (London: BLT.L - Nachrichten) dominiert, die angesichts der hohen Nachfrage eine starke Verhandlungsposition haben. Stahlkocher wie ArcelorMittal (Amsterdam: NSCNL0001MT7.AS - Nachrichten) setzen daher vermehrt darauf, sich über eigene Minen die Rohstofflieferungen zu sichern. ThyssenKrupp und auch der deutsche Branchenzweite Salzgitter haben dagegen keine eigenen Minen oder Beteiligungen. Finanzchef Middelmann hält es auch für nahezu unmöglich, dass sich ThyssenKrupp in Reaktion auf die Rohstoffsituation an Minen beteiligt. Das sei zwar durchaus ein Dauerthema, aber einen Einstieg könne sich ThyssenKrupp definitiv nicht leisten, betonte er. Mit Blick auf das breit gestreute Portfolio müsste sich ThyssenKrupp dann etwa für Eisenerz-, Kohle- und Nickelminen interessieren. Die Preise seien aber derzeit zu hoch./sb/he
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