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Börse Frankfurt-News: DAX-Schwäche lässt Zertifikate-Markt kalt
Mittwoch 17. Juni 2009, 14:56 Uhr

 

FRANKFURT (DEUTSCHE-BOERSE AG) - 17. Juni 2009. Bei "manierlichen" Umsätzen konzentrieren sich die Marktteilnehmer am Zertifikate- und Optionsscheinmarkt nach wie vor auf die großen Indizes, also vor allem DAX (Xetra: Nachrichten) und DJ Euro Stoxx 50. Gefragt sind speziell Discount-Zertifikate, bei Papieren auf den Ölpreis werden Gewinne mitgenommen.

Index- und Ölpreiszertifikat als Umsatzrenner

Besonders umsatzstark waren in den vergangenen vier Wochen drei Papiere der Deutschen Bank (Xetra: 514000 - Nachrichten)
: ein Index-Tracker auf den DAX® (WKN 709335), ein Ölpreis-Tracker (DB3DNA) sowie ein Zertifikat auf den ShortDAX (DB2SRT).

Lieblinge der Anleger: Discount-Zertifikate

Favoriten der Anleger sind Scharffetter zufolge nach wie vor die Discount-Zertifikate auf DAX und DJ Euro Stoxx 50. Unverändert griffen Investoren hier vor allem zu Papieren mit einer kurzen Laufzeit, maximal bis Ende September. "Für viele ist das im Moment eine attraktive Alternative zu Tages- oder Festgeld", urteilt Scharffetter. Auf große Nachfrage stoße etwa das Discount-Zertifikat der Deutschen Bank auf den DAX (WKN DB3MPU). Auf der Käuferseite sieht er übrigens generell sowohl Institutionelle als auch Kleinanleger. Investoren mögen nach wie vor besonders gerne Discount-Zertifikate, wohl aus einem weiterhin vorhandenen großen Bedürfnis nach Sicherheit: Diese Papiere werden nämlich zu einem Abschlag erworben und bieten dadurch einen Risikopuffer - aber auch begrenzte Gewinnchancen. Sie gelten als ideal für konservative Anleger.

Auch Gewinnmitnahmen

Marcel Sattler, Spezialist bei ICF Kursmakler, berichtet ebenfalls von einer hohen Nachfrage nach Zertifikaten und Hebelprodukten auf die großen Indizes. Gut weggehen würden derzeit etwa ein Discount-Zertifikat der DZ Bank auf den DJ Euro Stoxx 50 (DZ6AMZ), ein Bonus-Zertifikat der HypoVereinsbank (Xetra: 802200 - Nachrichten) auf den DJ Euro Stoxx 50 (314882) sowie ein Optionsschein der DZ Bank auf den DAX (DZ6ECX). Doch gebe es auch Gewinnmitnahmen. "Viele Anleger haben die Hausse verpasst", meint Heiko Geiger vom Emittenten Vontobel. Sie wollten noch in den Markt und deckten sich ein. "Gleichzeitig gibt es aber auch Verkäufe", gibt Geiger zu Bedenken.

Flauer Handel mit Zertifikaten auf Einzelwerte

Bei Zertifikaten auf Einzelwerte ist das Interesse laut Scharffetter eher verhalten, auch hier fänden vor allem Discount-Zertifikate Käufer, andere Produkte wie Bonus-Zertifikate täten sich schwer. Papiere auf Finanztitel liefen noch einigermaßen gut, etwa das Discount-Zertifikat der Commerzbank (Xetra: 803200 - Nachrichten) auf die Deutsche Bank-Aktie (CB840B), das am 27. August fällig wird. Doch auch die großen Nachrichten der vergangenen Wochen schlugen sich im Zertifikate-Markt nieder: Sattler berichtet etwa von einem regen Handel mit Papieren auf Arcandor (Xetra: 627500 - Nachrichten) . Daneben hätten auch Adidas (Xetra: 500340 - Nachrichten) -Zertifikate Anhänger gefunden, ebenso Finanztitel - neben den Banken auch Versicherungen wie die Allianz.

Bei Öl werden Gewinne glattgestellt

Rohstoffzertifikate, vor einigen Monaten noch der Renner, sind mittlerweile nicht mehr so beliebt. Kein Wunder, hat sich doch der Ölpreis von seinem Tiefpunkt unter 40 US-Dollar zum Jahreswechsel deutlich erholen können, heute Mittag liegt er bei rund 70 US-Dollar. "Bei den Öl-Zertifikaten beobachten wir Gewinnmitnahmen", berichtet Scharffetter. Als Beispiel nennt er das ein Zertifikat der Deutschen Bank auf Brent Crude-Rohöl (DB3DNA), die Nummer zwei auf der Zertifikate-Umsatzliste der Deutschen Börse (Xetra: 581005 - Nachrichten) der vergangenen vier Wochen. Das Papier hat seit Mitte März um satte 37 Prozent zulegen können.

Den Trend des Rückzugs aus den Rohstoffen bestätigt auch Sattler, er nennt Verkäufe beim Optionsschein auf den Ölpreis (Brent Crude) der DZ Bank (DZ0JDC) als Beispiel. Geiger sieht neben den Verkäufen aber durchaus noch Zukäufe im Rohstoffbereich. Allerdings reagierten die Investoren derzeit sehr sensibel auf Nachrichten. Ihm zufolge greifen Anleger auch vermehrt wieder bei Papieren auf Industriemetalle oder Agrarrohstoffe zu.

BRIC-Länder-Indizes interessant

Bei Produkten auf Emerging Market-Indizes seien die Investoren ebenfalls wieder mutiger geworden, weiß Geiger, vor allem bei den BRIC-Ländern, d.h. Brasilien, Russland, Indien und China. "Besonders China kommt gut an", meint er. Noch exotischere Basiswerte fänden aber nach wie vor wenig Anklang.

Auslaufen der steuerlichen Übergangsfrist ohne große Folgen

Das Auslaufen der steuerlichen Übergangsfrist für bestimmte Zertifikate Ende dieses Monats hat Marcel Sattler zufolge übrigens bislang keine Auswirkungen auf den Markt: "Wir haben Ende des vergangenen Jahres nichts gemerkt und merken auch jetzt nichts", erklärt der Spezialist. Ende Juni geht eine Übergangsfrist für Vollrisikozertifikate wie Bonus-, Discount-, Index- und Express-Zertifikate zu Ende. Diese unterliegen bislang noch nicht voll der Abgeltungssteuer. Papiere, die nach dem 15. März 2007 gekauft und länger als ein Jahr gehalten wurden, können noch bis Ende des Monates steuerfrei veräußert werden.

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© 17. Juni 2009/Anna-Maria Borse

(Für den Inhalt der Kolumne ist allein Deutsche Börse AG verantwortlich. Die Beiträge sind keine Aufforderung zum Kauf und Verkauf von Wertpapieren oder anderen Vermögenswerten.)

 

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